Protest gegen den neuen SBB-Fahrplan
Mit Plakaten wehren sich die Buchser gegen die Fahrplanänderung.
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«Stop – 22.39 ab Bern nach Burgdorf, Herzogenbuchsee, Langenthal und Olten wird gestrichen», steht auf den Zetteln geschrieben, die seit einigen Wochen am Bahnhof in Herzogenbuchsee an den Wänden kleben. Was sich erst wie eine offizielle Meldung liest, entpuppt sich weiter unten als Protestplakat: «Wenden Sie Ihren Protest an Ihre Gemeinde, die SBB und die Region Oberaargau.»
Denn mit der geplanten Änderung scheinen die unbekannten Urheber des Plakates überhaupt nicht einverstanden. «Viele Fortbildungskurse, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen enden um 22 Uhr», heisst es auf dem Plakat. Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird gleichzeitig mit dem Zug 22.39 Uhr ab Bern auch der Gegenzug 22.06 Uhr ab Olten vom Fahrplan gestrichen. Und der letzte Zug von Zürich, Abfahrt um Mitternacht, soll künftig nur noch am Wochenende verkehren.
«Eh schon ein Defizit»
Der Protest kommt nicht aus dem Nichts: «Die SBB baut auf der Stammstrecke genau dort ab, wo der öffentliche Verkehr eh schon Defizite hat: beim Freizeitverkehr», kommentiert der Buchser Hans Kaspar Schiesser die Änderung in der «Buchsi Zytig». Auch Gemeinderat Walter Nüesch sieht der Neuerung mit Bedenken entgegen. «Aber die Gemeinde kann dagegen nichts unternehmen», so Nüesch. Die Proteste leite man an die Regionale Verkehrskonferenz (RVK) weiter. «Doch auch die hat beim Fernverkehr keine Druckmittel. Da bleibt es bei einem Wunsch an die SBB.»
Im Gegensatz zum Regionalverkehr, der nach Absprache mit der Verkehrskonferenz vom Kanton bei den Unternehmen bestellt und bezahlt wird, hat die SBB eine Leistungsvereinbarung mit dem Bund. Die schreibt lediglich vor, dass zwischen sieben Uhr morgens und abends auf dieser Strecke der Halbstundentakt garantiert werden muss. Den Rest entscheidet die SBB nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. «Zug war praktisch leer» «Der Zug 22.39 Uhr ab Bern war praktisch leer. Wir mussten ihn bedauerlicherweise streichen», bestätigt SBB-Mediensprecher Roland Binz. Zu wenig Personen hätten den?Zug auf der ganzen Linie Bern–Olten genutzt. Ab 22 Uhr werden die Züge mit dem neuen Fahrplan deshalb nur noch im Stundentakt fahren. Ein Protest bringe jetzt nichts mehr. «Jeweils im Frühling wird der Fahrplanentwurf publiziert. Dann kann man Wünsche und Anregungen deponieren», sagt Roland Binz. «Ende Juni ist diese Frist abgelaufen.»
Einziger Ansprechort bleibt das Amt für öffentlichen Verkehr in Bern. Einen?Trost gibts dennoch für die Oberaargauer. «Neu fährt in Olten bereits ein Zug um 5.06 Uhr ab», so Binz. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.10.2008, 10:07 Uhr
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