Organisatoren halten an der Erotikmesse in Langenthal fest

Von Kathrin Holzer. Aktualisiert am 17.03.2010 6 Kommentare

Die Organisatoren der Erotikmesse «Amor» geben nicht klein bei: Sie wollen ihren Event in der Markthalle Langenthal durchführen. Die Verträge und Bewilligungen seien gültig, sagen sie.

J.P. Love will die Messe durchführen.

Andreas Blatter

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Trotz gekündetem Mietvertrag: Die Macher haben die Erotikmesse in der Markthalle offenbar noch nicht abgeschrieben. J.P. Love hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Zwar hat der Langenthaler Gemeinderat am Montag unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass in der städtischen Markthalle keine Erotikfachmesse stattfinden wird. Die Organisatoren des umstrittenen Events, für den Erotikdarsteller Love als Pressesprecher agiert, haben gestern aber bereits schriftlich auf die überraschende Absage des Gemeinderates reagiert.

Warten aufs «No»

Wie er von den Organisatoren gehört habe, werde nun noch in den nächsten Tagen ein Gespräch mit dem Gemeinderat stattfinden. Die Erotikmesse in der Markthalle sei noch nicht gestorben, beteuert Love. «Wir warten noch auf ein definitives ‹No›.»

Am Montag hatte der Gemeinderat den Vertrag zur Nutzung Markthalle, den das Stadtbauamt und das Amt für öffentliche Sicherheit bereits abgeschlossen hatten, per sofort aufgelöst. Das scheint den Organisatoren offenbar nicht definitiv genug zu sein. Anzeichen, dass sich an der gemeinderätlichen Haltung in den nächsten Tagen noch etwas ändern könnte, gibt es allerdings keine.

Tatsächlich sei einer der Organisatoren – Thomas Glauser, der früher bereits die Erotikmesse in Bern mitorganisiert hatte – gestern unangemeldet mit einem Schreiben in der Verwaltung aufgetaucht, erklärt Stadtschreiber Daniel Steiner auf Anfrage. Das sei aber auch alles.

«Konsequent in der Sache»

Es gehe dem Gemeinderat schliesslich nicht darum, die Gewerbefreiheit einzuschränken und das Durchführen einer Erotikmesse in Langenthal grundsätzlich zu verbieten. «Aber selbst wenn das an einer Erotikmesse Gebotene einer tatsächlichen Realität entspricht, muss das nicht auch noch staatlich gefördert werden, indem wir städtische Liegenschaften dafür zur Verfügung stellen.»

Der Gemeinderat werde sich an seiner heutigen Sitzung sicher noch einmal mit der Erotikmesse befassen, sagt der Stadtschreiber. «Aber die Chance, dass der Gemeinderat seine Meinung ändern wird, erachte ich persönlich als gleich null.» Zu eindeutig seien die Meinungen dazu am Montag gewesen.

Dennoch: Ein Gespräch mit den Organisatoren werde sicher auch der Gemeinderat anstreben, so Steiner. «Nicht um zu verhandeln, sondern um Stellung zu nehmen.» Denn bleibe der Gemeinderat auch konsequent in der Sache, so sei er doch selbstkritisch in seinem Verfahren.

Love bleibt hartnäckig

Ob sich die Organisatoren der Erotikmesse mit der Selbstkritik zufrieden geben werden, bleibt offen. Einen alternativen Veranstaltungsort haben sie offenbar noch nicht ins Auge gefasst. J.P. Love verweist abermals auf den bereits abgeschlossenen Nutzungsvertrag für die Markthalle: «Wenns in die Hose geht, ist es dann eine rechtliche Angelegenheit.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.03.2010, 10:09 Uhr

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6 Kommentare

ruedi lanz

16.03.2010, 18:38 Uhr
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Wird eigentlich jemand gezwungen, hinzugehen und hinzuschauen? Schlechte Werbung für die Oberaargauer Metropole. Wir leben im 21. Jahrhundert, liebe Langenthaler, und da sollte man nicht nur Jodler-, Schwing- und Hornusserfeste bewilligen! Antworten


Ulrich Scheidegger

17.03.2010, 07:21 Uhr
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Wenn die PNOS in Langenthal willkommen ist, warum dann eben nicht auch die Erotik? Irgenwie kann mann darüber nur den Kopf schütteln. Ist Langenthal in ihrer Frömmigkeit etwa zu frigide? Antworten



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