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Orange ist abgeblitzt – jetzt versuchts die Swisscom

Von Kathrin Holzer. Aktualisiert am 28.09.2011 1 Kommentar

Die kantonale Baudirektion hat entschieden: Orange darf die von über 70 Madiswilern bekämpfte Mobilfunkantenne an der Steingasse nicht bauen. Doch bereits liegt ein nächstes Baugesuch für eine Handyantenne im Dorf vor.

Noch gibts im Dorf keine einzige Mobilfunkantenne. (Bild: Daniel Fuchs)

Keine einzige Mobilfunkantenne ist bisher in Madiswil gebaut worden. Und das wird vorerst auch so bleiben. Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion hat ein Baugesuch des Mobilfunkanbieters Orange abgelehnt.

Massiver Widerstand

Die Pläne von Orange, an der Steingasse 4 eine 20 Meter hohe Handyantenne zu errichten, hatten im Dorf heftigen Widerstand ausgelöst. 5 Rechtsverwahrungen und 7 Einsprachen – darunter eine Kollektiveinsprache mit über 70 Unterzeichnenden – sind im Frühling 2010 gegen das Baugesuch eingegangen. Die Einsprecher machten die schädliche Strahlung und eine Beeinträchtigung des Ortsbildes geltend. Der Regierungsstatthalter gab ihnen recht und erteilte Orange im März diesen Jahres den Bauabschlag. Der Mobilfunkanbieter reichte daraufhin Beschwerde ein bei der Bauverwaltung – wo er jetzt allerdings neuerlich abgeblitzt ist.

Der Kanton habe die Beschwerde am 21.September abgewiesen, bestätigte Madiswils Bauverwalter Hanspeter Hofer gestern einen Bericht des «Langenthaler Tagblatts». Auch die Baudirektion sehe im geplanten Antennenbau von Orange eine Beeinträchtigung des Ortsbildes von Madiswil und habe deshalb den Bauabschlag des Regierungsstatthalters bestätigt.

Ob die Freude über das Verdikt im Dorf von langer Dauer sein wird, ist jedoch fraglich. Denn bereits liegt ein weiteres Gesuch für den Bau einer Mobilfunkantenne auf Madiswiler Boden vor – diesmal von der Swisscom. (SCMN 352 0.09%) Diese will nun an der Untergasse 15 eine Handyantenne aufstellen. «Das wird erneut Widerstand geben», ist Bauverwalter Hofer überzeugt. «Diesmal aber wegen der befürchteten Strahlung.»

Projekte nicht vergleichbar

Bedenken aus ortsbildnerischen Gründen hingegen würden diesmal wohl kaum geltend gemacht, mutmasst der Bauverwalter. Zwar ist die Untergasse nicht weit von der Steingasse entfernt. Die Bauvorhaben der beiden Mobilfunkanbieter, so Hanspeter Hofer, seien aber nicht vergleichbar.

Die von Orange geplante Antenne wäre 20 Meter hoch direkt aus dem Boden geragt, erklärt der Bauverwalter. «Von Westen her gesehen, hätte man sie genau vor dem Kirchturm gehabt.» Auch die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder habe deshalb Einsprache gemacht gegen das Bauvorhaben von Orange. Die Swisscom indes plane nun eine Natelantenne auf einem bestehenden Hausdach, und die Antenne selber sei weniger hoch. Der Eingriff ins Ortsbild sei daher wesentlich kleiner.

Gemeinderat bleibt neutral

Hatten sich die Baukommission und der Gemeinderat beim Baugesuch von Orange noch hinter die Einsprecher gestellt, sei damit diesmal nicht zu rechnen, sagt Hofer. «Wir bleiben sicher neutral.» Denn es gelte letztlich auch die Interessen derer zu wahren, die auf die moderne Technologie angewiesen seien.

Bleibt abzuwarten, ob sich überhaupt Widerstand kundtut im Dorf gegen das neuerliche Antennengesuch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.09.2011, 09:55 Uhr

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1 Kommentar

Paul Fischer

29.09.2011, 11:22 Uhr
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Niemand ist auf diese Technologie angewiesen. Nur wird die Bevölkerung aus naheliegenden Gründen mit allen Marketingmethoden systematisch davon abhängig gemacht. Für Handytelefonie und SMS ist das bestehende Mobilfunksendernetz längst ausreichend.
Absurd: Obwohl Menschen und Tiere krank werden, ja sogar fast erblinden durch Sender in ihrer Nähe, dürfen Gesundheitsargumente nicht gelten.
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