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Onyx-Gelder verursachten Millionenverluste

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 10.02.2009

Der Verkauf der Onyx-Aktien spülte Millionen in die Oberaargauer Gemeindekassen. Mit der Finanzkrise folgt jetzt das böse Erwachen: In Huttwil betragen die Buchverluste rund eine Million. Langenthal dürfte noch stärker bluten.

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Es war ein kleiner Goldrausch. Millionen von Franken flossen 2007 in die Kassen der Oberaargauer Gemeinden, weil sie die Aktien der Stromfirma Onyx verkauft hatten (siehe Kasten). Und damit stellte sich die Frage: Was tun mit dem Geldsegen?

Die Gemeinden beschritten unterschiedliche Wege. Etliche begannen, ihre Schulden abzubauen. Oft wurde jedoch ein Teil der Onyx-Gelder angelegt, meist langfristig und ohne grosses Risiko. Einige Gemeinden investierten auch in Aktienfonds. Mit der Finanzkrise kommt nun das böse Erwachen. Statt der erhofften Zielrendite sackte der Wert der Portefeuilles 2008 ab, zum Teil massiv. Der Rückgang kann gegen 10 Prozent betragen. In den Abschlüssen der Gemeinden sind deshalb nun vielerorts Wertberichtigungen nötig – statt Ertrag gibts Verlust.

Huttwil muss abschreiben

Davon kann auch Huttwil ein Liedlein singen. Der Onyx-Verkauf brachte dem Blumenstädtchen einen Buchgewinn von 21,6 Millionen Franken. Gut 10 Millionen verwendet die Gemeinde für Schuldenrückzahlung, dieser Betrag ist in Festgeldanlagen platziert, was zwar weniger Zins bringt, aber auch nicht Verluste. Der Rest, 10,5 Millionen Franken, wurde angelegt. «Nach strengen Kriterien», wie Finanzverwalter Markus Capaul feststellt.

Die Anlageprodukte wurden breit diversifiziert: Geldmarkt, Obligationen und Aktien. Anfangs betrug die Rendite nicht nur 4 Prozent, wie erhofft, sondern gar 6 Prozent. Doch schon 2007 ging sie auf 2,5 Prozent zurück. Im Jahr 2008 wandelte sich der Ertrag ins bittere Gegenteil: «Auf Ende 2008 müssen wir einen Verlust von 8,7 Prozent ausweisen», sagt Capaul. Das sind immerhin 957000 Franken.

Der Huttwiler Finanzverwalter betont jedoch, es handle sich dabei bloss um Buchwerte. «Erst wenn die Anlagen jetzt verkauft würden, wäre es vernichtetes Geld.» Potenzial, dass das Geld wieder Erträge abwerfe, sei weiter vorhanden, glaubt Capaul.

In Langenthal ist alles ein paar Schuhnummern grösser. Die Stadt ergatterte mit den Onyx-Aktien rund 103 Millionen Franken. 40 Millionen wurden für den Schuldenabbau eingesetzt. Rund 60 Millionen des Geldes flossen dagegen in Kapitalanlagen.

Millionen in Langenthal

Es sei «zurückhaltend» investiert worden, zum Beispiel in festverzinsliche Obligationen, hält Finanzverwalter René Hubacher fest. Der Anteil an Aktienfonds betrage nur 10 bis 12 Prozent. Aber: «Der Buchwert hat abgenommen», räumt er ein. Konkrete Zahlen will Hubacher nicht nennen. Denn der Gemeinderat müsse den Abschluss 2008 noch zur Kenntnis nehmen. Gemäss Andreas Aebersold, Direktor der Wirtschaftsprüfungsfirma Pricewaterhouse Coopers in Bern, ist bei langfristigen Anlagen ein Verlust von bis zu 10 Prozent zu verzeichnen. Die Aktien hätten gar 30 bis 40 Prozent verloren, so Aebersold. Wendet man diese Zahlen auf das Beispiel Langenthal an, dürfte der Buchwertverlust 4 bis 6 Millionen Franken betragen. Allein bei den Aktien (etwa 10 Prozent der Anlagen) verringerte sich der Wert um geschätzte 2 Millionen Franken.

Buchsi ohne Sorgen

Das kann Folgen haben. Die Gemeinden müssen die erlittenen Buchwertverluste abschreiben. Entstehen dadurch Rechnungsabschlüsse mit roten Zahlen, so reduziert sich das Eigenkapital der Gemeinden.

Keine solchen Sorgen braucht sich Herzogenbuchsee zu machen. Die Behörden haben mit ihrem Onyx-Gewinn ebenfalls Schulden reduziert. Den Rest legten die Buchser jedoch in Festgeld an. Darüber kann sich Gemeindepräsidentin Charlotte Ruf freuen: «Nun habe ich deswegen keine schlaflosen Nächte.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2009, 09:31 Uhr

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