Oldtimer auf grosser Nostalgiefahrt

Von Eduard Nacht. Aktualisiert am 06.09.2010

Wenn das Museum auf die Strasse geht: Am Samstag fuhren aufpolierte Oldtimer durch die Stadt Langenthal – und verzückten die Passanten.

Blickfang: Ein stolzer Oldtimer im Stadtzentrum. (Bild: Daniel Fuchs)

Weitere Anlässe

Das Museum Langenthal plant noch zwei Anlässe zu den 1950er-Jahren: Am 23. Okt. Filme aus jener Zeit, am 3. Nov. einen Abend mit Cuno Amiet, Ernst Morgenthaler, Carl Rechsteiner und Emil Zbinden.

Das Museum Langenthal zeigte einer begeisterten Zuschauerschar mit Fahrzeugen aus den Fünfzigerjahren, wie der Strassenverkehr vor einem halben Jahrhundert ausgesehen hat.

Geschichte eines Mercedes

Gottfried Küpfer, Apotheker in Herzogenbuchsee, hatte 1935 ein neues Auto gekauft. Er holte sein neues Mercedes-220-Cabriolet bei der Markenvertretung in Bern ab. Für die damalige Zeit ein luxuriöses Gefährt. Jahrzehntelang blieb der Wagen im Besitz der Familie, bis Peter Baumann aus Oftringen das stillgelegte Fahrzeug entdeckte und es von der Familie des Erstbesitzers erwarb. Er restaurierte das Fahrzeug und löste es am 31.August 1963 ein. Das Gefährt bekam die Nummer AG 2206. Damit fährt es auch heute noch auf unsern Strassen zu Oldtimertreffen.

So auch am Samstag zum Treffen der Autos aus den Fünfzigerjahren in Langenthal, das Ruedi Baumann im Rahmen der Ausstellung zu den Fünfzigerjahren im Museum Langenthal organisiert hatte. Es war ein richtiges Fest der Oldtimerfreunde; es sollten Fahrzeuge gezeigt werden, die in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts auf unseren Strassen umherfuhren: grosse Amerikanerwagen wie ein Mercury mit Heckflossen oder ein Ford Thunderbird, das Traumauto einer halben Generation. Am andern Ende der Skala der erste Nachkriegs-BMW oder ein Messerschmitt-Kabinenroller, in dem sich einst eine Fahrerin den Spott gefallen lassen musste: «Fräulein, nimmt der schon Benzin oder bekommt er noch die Brust?»

Von Peking bis Indianapolis

Dazwischen alles, was in der automobilen Welt jener Tage Rang und Namen hatte. Peter Käser war da mit seinem Citroën Légère, mit dem er die Oldtimerrally Peking–Paris gefahren war; Peter Kurt in einem blitzblanken 6-Zylinder-Austin-Healey oder Stefan Bärtschi aus Aarwangen mit dem auf VW-Käfer-Basis aufgebauten «Colani GT». Nicht fehlen durften auch die grossen Nutzfahrzeuge oder das Gefährt, mit einem offenen 8-Zylinder-Motor, wie er einst Indianapolis-Rennwagen angetrieben hatte.

Ruedi Baumann, Organisator und Vater der Idee der Nostalgiefahrt durch Langenthal, strahlte: Seine Idee geriet zum Erfolg, und Dutzende von Fotografen säumten die Strassen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 06.09.2010, 09:51 Uhr

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