Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Ohne Fleisch, aber mit Herz

Von Kathrin Holzer. Aktualisiert am 21.01.2009

Gratisessen: Die «Aktion Pflanzentopf» verteilt neu jeden Montag Mahlzeiten in der Langenthaler Marktgasse. Auf tierische Produkte wird dabei verzichtet. Munden soll es trotzdem – den Bedürftigen ebenso wie allen anderen.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Noch verteilen Aktivisten Flugblätter, andere richten beim Langenthaler Choufhüsi die mobile Essensausgabe ein. Nach einem ersten Probelauf vergangener Woche legte die «Aktion Pflanzentopf» am Montag nun richtig los: Mit ihrer «Volksküche» gibt sie in der Marktgasse jeden Montagabend Gratismahlzeiten ab.

«Wirkliches Bedürfnis»

Eine Idee, die von Leuten der Tierbefreiungsaktion Bern ausgebrütet wurde, nun aber vom daraus entstandenen Kollektiv Aktion Pflanzentopf umgesetzt wird. Namen wollen die Initianten keine nennen. «Man kann hierher kommen und uns kennen lernen», erklären sie.

Es dauert nicht lange, bis die ersten Gäste kommen. Romy (42) hält noch das Flugblatt in der Hand, da richten ihr die Aktivisten schon den ersten Teller an: Curryreis gibt es heute – Romy greift zu. «Für den Hund hats grad noch gereicht», sagt sie, zeigt auf den Sack Futter in ihrer Tasche. Romy hatte lange Drogen konsumiert, heute bezieht sie IV und Methadon. «Ich habe ja noch eine Wohnung», erklärt sie. «Aber es gibt Leute, die so ein Essen wirklich brauchen.» Auch von diesen gesellen sich nun einige hinzu, trinken Tee, geniessen das Essen.

Ergänzung zur Gassenküche

Keinen stört hier, dass rein pflanzliche Speisen aufgetischt werden. Der Veganismus sei auch nicht Hauptanliegen ihrer «Volksküche», erklären die Macher, alles selbst Veganer. Zwar liegt Infomaterial zum Veganismus neben den Teekannen auf. «Hier geht es uns aber primär darum, Bedürftigen zu helfen», betonen die Initianten.

Dass es in Langenthal bereits seit über vier Jahren eine Gassenküche gibt, hätten sie zuerst nicht gewusst. «Wir sehen uns aber nicht als Alternative dazu, sondern als eine Ergänzung.» Das begrüsst auch Esther Schönmann, Initiantin der bestehenden Gassenküche. Nun gebe es für die Randständigen zweimal in der Woche eine warme Mahlzeit. «Das ist gut.»

Während Esther Schönmanns Gassenküche vor allem Randständige anziehe, wolle die Volksküche auch ein Ort der Begegnung aller Menschen sein, erklären die Aktivisten. Tatsächlich vermischt sich die Gästeschar allmählich: Gassenleute, Freunde, Passanten.

Auch Thomas Neuenschwander lässt sich einen Teller Reis geben. Nicht weil er darauf angewiesen sei, sondern «aus Neugier», erklärt der 30-Jährige. Während sich seine Tochter einen veganen Lebkuchen schnappt, informiert er sich bereits über den nächsten «Pflanzentopf». Er will wieder dabei sein, nächstes Mal vielleicht als Helfer.

Drei Monate auf Probe

Vorerst drei Monate lange wollen die Aktivisten nun mit ihrer veganen Volksküche auf die Strasse. Kochen können sie jeweils im autonomen Kulturzentrum Lakuz, die Grundausrüstung – Geschirr, Militär-Kochkisten und Gewürze – konnten sie mit dem Erlös eines Benefiz-Flohmarktes im vergangenen November kaufen. Die Speisen selber – Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können –, beziehen sie gratis von Langenthaler Geschäften.

Zuerst nur eine befristete Bewilligung will auch die Stadt der «Aktion Pflanzentopf» geben – für deren Tätigkeit im öffentlichen Raum. «Wenn es keine Probleme gibt», sagt Polizeiinspektor Andreas Ryf, «können wir das sicher auch weiter laufen lassen.»

Aktion Pflanzentopf: Montag, 17.30–19 Uhr, Marktgasse. Gassechuchi: Donnerstag, 11.15–12.45 Uhr, Wuhrplatz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.01.2009, 09:34 Uhr

Region

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

WERBEN SIE ONLINE

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne.

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!