Noch drei Gemeinden fürs Emmental?
Von Philippe Müller. Aktualisiert am 03.02.2012 5 Kommentare
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Es ist ein provokativer, aber auch ein mutiger Denkanstoss, den die Redaktion dieser Zeitung in der gestrigen Ausgabe publiziert hat: Unter dem Titel «39 Gemeinden sind genug» skizzierte die BZ im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um Gemeindefusionen eine mögliche neue Karte des Kantons Bern. Anstelle von heute 382 Gemeinden wären es nach diesem Vorschlag nur noch 39. Die BZ hat die Karte nicht nach dem Zufallsprinzip erstellt, sondern liess sich vom kürzlich pensionierten kantonalen Gemeindespezialisten Ernst Zürcher beraten. Besonders auffallend: Das Emmental bestünde laut neuer Karte aus gerade noch 3 Gemeinden – heute sind es 42.
Die 3 neuen, leistungsstarken Gemeinden wären wenig überraschend Burgdorf, Langnau und Sumiswald (siehe Karte). Burgdorf würde insgesamt 26 Gemeinden in sich vereinen und wäre mit mehr als 50000 Einwohnern mit Abstand die grösste Emmentaler Gemeinde, gefolgt von Langnau und Sumiswald.
Skepsis und Neugierde
Und wie reagieren die Emmentaler Gemeinden auf den provokativen Vorschlag aus Bern? So viel vorweg: Wer wütende Reaktionen erwartet hat, wurde eines Besseren belehrt. Zwar steht die Mehrheit der Emmentaler Exponenten der Fusionsidee skeptisch gegenüber (siehe Bildstrecke links). Ganz verwerfen wollen den Vorschlag aber nicht alle. Die Reduktion auf 3 Gemeinden sei «futuristisch, aber realisierbar», sagt etwa der Sumiswalder Gemeindepräsident Roland Holzer.
Auch BDP-Grossrat Samuel Leuenberger, der den Verein Region Emmental präsidiert, hält ein Emmental, das aus nur 3 Gemeinden besteht, für umsetzbar – allerdings erst in hundert Jahren. «Heute ist das unmöglich, absolut illusorisch.» Praktisch alle Gemeinden verfügten aktuell über eine eigene teure Infrastruktur und seien nicht bereit, freiwillig darauf zu verzichten. Und die Freiwilligkeit, das betont Leuenberger am Telefon mehrmals, sei beim Thema Gemeindefusionen absolut zentral. «Gegen den Willen der Gemeinden kann man keine Fusion durchziehen.» Der Grossrat ist denn auch dagegen, dass der Kanton mehr als sanften Druck auf die Kommunen ausübt.
Die Angst steckt in den Köpfen
Die Grossfusion im Kanton Glarus zeige, dass die Ängste überwunden werden könnten, sagt Leuenberger. Bis diese Angst aus den Emmentaler Köpfen verschwunden sei, könne es aber gut und gerne vier Generationen dauern. Der Fusionsdruck sei auch deshalb noch nicht so gross, weil derzeit noch praktisch alle Gemeinden ihre Ämter besetzen könnten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.02.2012, 06:32 Uhr
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5 Kommentare
"«Heute ist das unmöglich, absolut illusorisch.» Praktisch alle Gemeinden verfügten aktuell über eine eigene teure Infrastruktur und seien nicht bereit, freiwillig darauf zu verzichten. "
Das ist doch schon ein gewichtiger Grund die Fusionen rasch umzusetzen und nicht länger die mühsamen "Minikönigreiche" zu erhalten und finanzieren!!
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Das ist immerhin mal ein guter Anhaltspunkt. Die Regierung ist ja nicht fähig solchen Taten in die Augen zu sehen. Man sieht es nur schon an der Aussage von Leuenberger, dass es vielleicht in 100 Jahren soweit ist. Defensiv wie das Team von Christian Gross wird hier regiert. So wirds nichts mit der BFH in Burgdorf...nur kontraporduktiv und warme Luft... Antworten
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