Region

Neue Filzvorwürfe an Behörden

Eine Beschwerde gegen die Vormundschaftskommission in Thunstetten sorgte kürzlich für Wirbel. Sie richtete sich im Speziellen gegen deren Sekretär Hanspeter May. Jetzt tauchen neue Vorwürfe und eine neue Beschwerde auf.

In der Schusslinie: Nicht nur gegen die Thunstetter Vormundschafts-, auch gegen die Schulkommission ist eine Beschwerde hängig.

Thomas Peter

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

In Thunstetten hängt der Haussegen schief: Letzte Woche wurde bekannt, dass Anna Burkhardt mit zwei Mitstreitern eine Beschwerde gegen die Vormundschaftskommission eingereicht hat. Burkhardt, Kandidatin der Unabhängigen Bürger für die kommenden Wahlen, warf der Kommission und insbesondere deren Sekretär Hanspeter May Vetternwirtschaft bei der Vergabe von Plätzen für Pflegekinder vor (wir berichteten).

Doch das ist nicht die einzige Beschwerde: Wie Recherchen dieser Zeitung ergeben haben, steht auch die Schulkommission in der Schusslinie: Gegen dieses Gremium ist ebenfalls eine Beschwerde hängig. Betroffen sind davon auch die Schulleitung und ein Lehrer.

«Unzufriedene Eltern»

Gemeindepräsident Markus Quaile (FDP) bestätigte gestern die Beschwerde. Es handle sich um einen «Vorwurf von unzufriedenen Eltern», sagte er. Sie monierten, in der Schule laufe nicht alles rund. Mehr wollte er nicht verraten. Obwohl die Beschwerde bei der kantonalen Erziehungsdirektion eingegangen ist, obliegt es dem Thunstetter Gemeinderat, die Untersuchung zu führen. Quaile betonte aber: «Wir nehmen die Beschwerde sehr ernst.» Die bisherigen Gespräche seien gut verlaufen.

Die Beschwerde gegen die Vormundschaftskommission hingegen ist Sache des Regierungsstatthalteramts Aarwangen. Der happigste Vorwurf: Finanzverwalter May schanze seiner Frau, die in Langenthal das sozialtherapeutische Heim Oberlimatte leitet, Pflegekinder zu. May ist in Thunstetten nicht nur Finanzverwalter, sondern auch Sekretär der Vormundschaftskommission. Für die Gemeinde arbeitet er 80 Prozent, 20 Prozent im Heim Oberlimatte.

Der Vorwurf der Verfilzung erhielt gestern neue Nahrung. So berichtete die Bützbergerin Tabea S.* von ihren drei Buben, die während vier Jahren in einem Heim im Kanton Solothurn untergebracht waren. Ärzte und Heimleiter entschieden vor kurzem, die Buben sollten wieder bei der Mutter in Bützberg leben. Trotz dieses Entscheids aus Solothurn habe Hanspeter May aber ein weiteres Gutachten verlangt, sagte Tabea S. Im Nachhinein habe er dann eingestanden, es sei «ein Versehen» gewesen. Und nun müssten ihre Buben «gegen meinen Willen» die Kita Oberlimatte besuchen. «Die Behörden nehmen mich nicht ernst», klagt die Mutter.

Die Untersuchung läuft

Zu den Vorwürfen wollte sich gestern nur Gemeindepräsident Quaile äussern: Dass die drei Buben gegen den Willen der Mutter die Kita Oberlimatte besuchten, könne er sich nicht vorstellen. Und zum Gutachten meinte er: Als Sekretär der Vormundschaftskommission leite May weder die Sitzungen, noch könne er mitbestimmen. Also könne er auch kein Gutachten in Auftrag geben. Zudem betonte Quaile erneut: «Den Entscheid, wo Pflegekinder platziert werden, fällt der regionale Sozialdienst Aarwangen.» Die Vormundschaftskommission stelle bloss Anträge.

Ob alles mit rechten Dingen abgelaufen ist, wird sich zeigen: Denn genau diese strittige Platzierung von Kindern nimmt das Statthalteramt nun unter die Lupe. Dies sagte der stellvertretende Statthalter Thomas Biedermann. Beim regionalen Sozialdienst Aarwangen war indes niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

*Name der Redaktion bekannt (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.09.2009, 08:39 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.


Region

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Praktikant/-in Human Resources Landis+Gyr (Europe) AG, Zug

Finanzbuchhalter m/w Ziwalig AG Rüti, ZH Oberland

Dermokosmetik-Consultant (m/w) Stettler Consulting, Kanton Zürich

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Weitere Videos Videothek öffnen


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...