Napf-Bier zügelt in ehemalige Landi

Walterswil hat nicht nur einen Skilift: Bald wird in der 550-Seelen-Gemeinde auch eine Bierbrauerei stehen.

Hoch im Kurs: «Stadthaus»-Wirt Mehmet Kalkan zapft Napf-Bier. Das ist auch künftig so, gebraut wird der Gerstensaft in Walterswil.

Hoch im Kurs: «Stadthaus»-Wirt Mehmet Kalkan zapft Napf-Bier. Das ist auch künftig so, gebraut wird der Gerstensaft in Walterswil.
Bild: Thomas Peter

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Im Huttwiler Restaurant Stadthaus gibts eine Hausspezialität, die hoch im Kurs steht: das im Hause selbst gebraute Napf-Bier. «Viele Gäste schätzen unser spezielles Bier und kommen extra deswegen zu uns», sagt Wirt Mehmet Kalkan.

Zu wenig Platz in Huttwil

Doch schon bald können die «Stadthaus»-Gäste dem Bierbrauer nicht mehr quasi über die Schultern schauen, wenn der sein Handwerk zelebriert und den beliebten Gerstensaft zusammenkomponiert. Der Grund ist allerdings für einmal nicht ein Abbau oder gar das Aus eines Nischenprodukts. Im Gegenteil: Die Brauer des Napf-Biers brauchen mehr Platz und ziehen deshalb nach Walterswil. Dort wollen sie sich in der ehemaligen Landi neu einrichten, wie dem Amtsanzeiger zu entnehmen ist. «Das dreistöckige Industriegebäude ist für uns ideal», sagt Martin Bühler (34), der Co-Besitzer der Brauerei Napf. «Damit können wir endlich wachsen und alles an einem Ort konzentrieren.» Bisher wurde das Napf-Bier nämlich ausser in Huttwil auch noch in der Berner Felsenau gebraut. Und der Sitz der Napf-Brauerei war eigentlich im emmentalischen Wasen, am Wohnort der Besitzer.

Brauer mit Herzblut

Die Geschichte des Napf-Biers ist noch kurz. Als Martin Bühler vor vier Jahren mit seinem Compagnon Ruedi Schütz die Infrastruktur der in Konkurs gegangenen Huttwiler Brau AG übernahm, dachten beide nicht daran, dass sie ihr Hobby schon bald zum Beruf machen könnten.

«Doch wir sind mit Engagement dabei», berichtet Bühler, der einst als Buchhalter für Feldschlösschen tätig war und seine kreative Selbstständigkeit nun schätzt. «Wenn man bei der Arbeit so viel Herzblut einbringen kann, dann kommts automatisch gut.»

Klein, aber fein

Tatsächlich steht für die Kleinunternehmer mit dem Umzug nach Walterswil ein Quantensprung bevor: Im Landi-Gebäude können sie ab kommenden Sommer viermal mehr Bier brauen als bisher. Das sind neu 2'000 Hektoliter (entspricht rund 400'000 Flaschen).

Damit gehört die Napf-Brauerei zwar immer noch zu den kleinsten Schweizer Brauereien. Das ist Martin Bühler allerdings egal. «Wir setzen ja nicht auf Quantität, sondern auf Qualität.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.02.2010, 10:37 Uhr

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