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Muntere Strickrunde im hippen Lokal

Von Ursina Stoll-Flury. Aktualisiert am 22.02.2012

Neuerdings treffen sich jeden Donnerstagabend begeisterte Strickerinnen im gestylten Ambiente des Milano Nord.

Sie treffen sich im Milano Nord regelmässig zu einer lockeren Strickrunde (von links): Daniela Frangi, Gabi Blaser,
Deborah Schegg, Barbara Züger und Erika Schneider.

Sie treffen sich im Milano Nord regelmässig zu einer lockeren Strickrunde (von links): Daniela Frangi, Gabi Blaser, Deborah Schegg, Barbara Züger und Erika Schneider.
Bild: Thomas Peter

Offener Stricktreff:

Donnerstags, 17-20 Uhr, Milano Nord.

Einladend wirkt die Runde der strickenden Frauen auf dem grossen Sofa und den gemütlichen Sesseln. Auf dem Glastisch liegen Strickhefte mit neuer Frühlings- und Sommermode neben gefüllten Weingläsern und appetitlichen Häppchen. Die Nadeln verarbeiten emsig Masche um Masche, ohne dass deswegen die Gespräche verstummen. Seit vergangenem November treffen sich einige begeisterte Strickerinnen jeweils am Donnerstag zwischen 17 und 20 Uhr im Burgdorfer In-Lokal Milano Nord, um gemeinsam ihr Hobby und das Zusammensein zu pflegen.

«Mit meiner Kollegin Cornelia Marti esse ich häufig hier zu Mittag, und dabei entdeckten wir unsere Freude am Stricken», sagt Daniela Frangi. Beide kaufen Wolle und Strickzubehör im Woll-Laden von Barbara Züger an der Mühlegasse. Dadurch ergaben sich Kontakte mit weiteren Kundinnen – und plötzlich entstand der Wunsch nach gemeinsamem Stricken. Die Anfrage an Thomas Wyder und Stefan Fankhauser, Betreiber des Milano Nord, zum wöchentlichen Stricktreff erhielt sofort grünes Licht. «Wir sind gerne Gastgeber für kreative Frauen», schmunzeln die beiden Männer. Und so sitzt denn am Donnerstagabend eine strickende Frauenrunde angeregt beisammen.

Die Tierärztin strickt mit

«Für mich ist Stricken Therapie; die Hände sind beschäftigt, und das Gehirn ist frei», sagt Erika Schneider. Schon während ihres Veterinärstudiums habe sie in den Vorlesungen gestrickt und sich so besser konzentrieren können. Unmerklich wächst ihr Pulli aus olivgrüner Seide im «Gägelimuster» – ein Perlmuster, eine Masche links, eine Masche rechts versetzt. Gabi Blaser strickt auf ausladenden Rundnadeln einen modisch weinroten Halskragen für ihre Tochter, derweil Daniela Frangi sich erfolgreich um die Auflösung eines «Gnurschs» im Wollknäuel bemüht. Zur aktuellen Runde gehört auch Deborah Schegg, die gerade eine doppelseitige Babydecke in Blau und Türkis als Geschenk fertiggestellt. Bald zügelt sie in die Ostschweiz, will aber den Woll-Laden Burgdorf als «Hoflieferanten» behalten.

Barbara Züger, ausgebildete Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin, ist seit 2003 Besitzerin dieses Altstadtgeschäfts mit dem Motto: «Komme, was Wolle». In den letzten Jahren seien der Trend zum Selber-Stricken und das modische Flair dafür spürbar gestiegen, sagt die Frau im eleganten schwarzen Mohair-Seidenpulli – natürlich selbst gestrickt. Ihre Kunden legen zunehmend Wert auf natürliche Materialien wie reine Wolle, Mohair, Seide und Kaschmir, um ihrem Unikat zusätzlichen Wert zu geben. «Für einen Pulli rechne ich mit durchschnittlich 30 Stunden Arbeit», sagt die Fachfrau, die neben Modellen aus Strickheften auch individuelle Anleitungen nach Mass entwirft. Der Preis für 50 Gramm reine Wolle betrage etwa 7 Franken, ein gleich schweres Seidenknäuel kostet 15 Franken, und für 25 Gramm feinstes Kaschmir müssen 24 Franken bezahlt werden. Gabi Blaser hat ihrem Mann zu Weihnachten einen solchen Rolls-Royce der Strickkunst angefertigt.

Modeschau mit Gestricktem?

Mode und Selbstgestricktes sind in der heutigen Zeit angekommen und erfahren neue Wertschätzung, wissen Barbara Züger und ihr Strickteam. Handgestricktes lasse sich mit der Maschine waschen, und das Tandem «Strickarbeit plus Hörbuch» sei eine perfekte Kombination. «Stricken bedingt Zeit und Ausdauer; die Freude am Entstehen des eigenen Werks ist gross», betonen die Frauen. «Für den Stricktreff sind eher unkomplizierte Muster angesagt, damit Gespräche und Geselligkeit nicht zu kurz kommen», erklärt Gabi Blaser lächelnd. Der Hund Xeno wuselt sich unter dem Tisch durch ein paar lose Wollfäden; sein eigentliches Interesse gilt den Häppchen. Bereits kursiert unter Gastgebern und Teilnehmerinnen die Idee einer Modeschau mit gestrickten Eigenkreationen im Milano Nord. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.02.2012, 11:16 Uhr

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