Mütter ärgern sich über Billettkontrollen
Von Stefan Aerni. Aktualisiert am 01.02.2012 30 Kommentare
Die andern Gemeinden
Neben Farnern haben auch Rumisberg und Wolfisberg seit Dezember keinen Schulbus mehr. Doch im Gegensatz zu Farnern scheint dort die Bevölkerung zufrieden zu sein. In Rumisberg habe sich der Schülertransport mit dem Linienbus der Aare Seeland mobil (ASM) nach «gewissen Anlaufschwierigkeiten» eingependelt, erklärt Gemeindepräsident Hans Ryf. Und auch
in Wolfisberg funktioniert der Betrieb offenbar, wie Gemeindepräsident Ulrich Leuenberger bestätigt. «Ich habe jedenfalls nichts Negatives gehört.»
Aktuell benützen rund 50 Schüler und Kindergärteler der drei Juragemeinden den Schülertransport. Ein Lob bekommt die Busbetreiberin ASM von Ernst F.Stalder, dem Schulleiter des Schulverbands Farnern Rumisberg Wolfisberg. «Die ASM kommt uns sehr entgegen, sie fährt sogar extra für uns Zusatzschlaufen.» Und bei den Kontrollen gehe es letztlich um eine Erziehungsfrage: «Als Erwachsener darf ich mein Bahnbillett ja auch nicht einfach
vergessen.»
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Als der neunjährige Lukas Wyss in diesen Wintertagen mit dem Bus unterwegs in die Schule nach Rumisberg war, hätte er sein Billett zeigen sollen. Doch, oh Schreck, der Drittklässler hatte es vergessen.
Der Kontrolleur im Bus liess sich allerdings nicht beirren und zückte ein Formular. Darauf notierte der Mann den Namen des verdatterten Buben und erklärte, seine Eltern müssten fünf Franken Gebühr bezahlen und das vergessene Billett am Bahnhof in Wiedlisbach vorweisen. Andernfalls gebe es eine Busse von 120 Franken.
Vom Schul- zum Linienbus
Dazu muss man wissen: Bis im Dezember letzten Jahres hatten die Juradörfer Farnern, Rumisberg und Wolfisberg einen gemeinsamen Schulbus betrieben. Damals brauchten die Kinder kein Billett, und es gab deshalb auch keine Kontrollen. Aus Kostengründen übertrugen die drei kleinen Gemeinden den Schülertransport dann aber der Aare Seeland mobil (ASM). Die integrierte den Schulbus in eine reguläre Buslinie – und verlangt seither von den Kindern, dass sie ein Billett vorweisen können.
Finanziell ist das kein Problem: Alle Schulkinder haben ein Abonnement, das von ihrer Wohngemeinde bezahlt wird. Das Problem ist vielmehr: Die Kinder vergessen ihr Abo manchmal.
So wie kürzlich Drittklässler Lukas. Seine Mutter Sarah Wyss findet das Verhalten des Busbetreibers deshalb «engstirnig», «tüpflischiisserisch» – kurz: Es sei eine unnötige Schikane. «Denn die Kontrolleure wissen ja, dass die Schulkinder alle ein bezahltes Abo haben.»
«Das ist doch ein Witz»
Damit ist sie nicht allein. Auch Brigitte Egger, ebenfalls aus Farnern, kritisiert den Busdienst: «Das ist doch ein Witz – und eine Geldmacherei dazu.» Sarah Rickli ihrerseits stört es, dass die Schüler, darunter auch etliche Kindergärteler, wegen der Billettkontrollen jetzt Angst vor dem Busfahren haben müssen. Und Larissa Ferreira, Mutter eines Kindergärtelers und einer Erstklässlerin, sagt kopfschüttelnd: «Ich kann nicht begreifen, dass man das Problem nicht anders lösen kann.»
Zu Kontrollen verpflichtet
Die Busbetreiberin ASM weist die Kritik der Mütter zurück und verteidigt ihre Praxis: «Wir wollen sicher niemanden schikanieren», sagt Sprecher René Schärer. «Aber auf regulären Linien des öffentlichen Verkehrs haben wir das Prinzip der Selbstkontrolle, da sind wir zu Stichproben verpflichtet – egal, um was für Buskunden es sich handelt.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 01.02.2012, 08:14 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
30 Kommentare
Wenn ich dann selber sehe, dass Asylbewerber schwarz fahren, und die Kontrolleure mir dann sagen, dass es keinen Sinn habe diese zu büssen, da sie die Busse ja nicht zahlen können (oder wollen). Ja dann geht es doch einfacher die Kinder zu büssen. Weit haben wir es gebracht in der Schweiz. Antworten
Region
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Bitte warten
