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Minarett wird zur Nebensache

Von Robert Grogg. Aktualisiert am 08.10.2010 1 Kommentar

Langenthal steht ein heisser Samstag bevor: Die Antifa mobilisiert jetzt schweizweit. Sie will die bewilligte Pnos-Demo verhindern. Das Minarett ist dabei Nebensache. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, sagt die Polizei.

Das war 2006: Die Polizei hält die Linksautonomen am Bahnhof Langenthal zurück.

Das war 2006: Die Polizei hält die Linksautonomen am Bahnhof Langenthal zurück.
Bild: Vik Waelty

Die für Samstag geplante Kundgebung der Partei national orientierte Schweizer (Pnos) sowie der Berner Autopartei vor dem islamischen Kulturzentrum Langenthal sei nicht bloss eine Demonstration gegen ein Bauwerk, sondern eine gegen fremde Kulturen. «Diese Demonstration steht für Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung», schreiben die Exponenten der Antifa Bern und Oberland. Solche Tendenzen seien mit der Politik der SVP mehrheitsfähig geworden. Die Pnos versuche nun an diese Anliegen anzuknüpfen. Deshalb wolle man die Demonstration der Pnos am Samstagnachmittag verhindern «und eine Gegenplattform zur zunehmenden Ausgrenzung von ethnischen und religiösen Minderheiten schaffen».

«Mobilisieren schweizweit»

Ein direkter Kontakt zu den Antifaleuten ist nicht möglich. Einzelne Fragen beantworteten sie jedoch per Mail: «Unser Hauptanliegen ist es, ein klares Zeichen gegen diese rechtsextreme Kundgebung zu setzen. Es geht uns nicht um Abrechnungen oder um dieses Minarett. Wir finden es generell nötig, dass rassistische Ansichten nicht unwidersprochen bleiben dürfen.» Wie viele Leute ihrem Aufruf folgen werden, sei aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit schwer abzuschätzen, schreiben sie. Wir mobilisieren schweizweit via Internet und Flyer.»

Während Pnos und Autopartei um 14.30 Uhr direkt vor dem Lokal der islamischen Glaubensgemeinschaft demonstrieren wollen, treffen sich die Linken um 14 Uhr bei der Hauptpost.

Polizei warnt nicht

Pnos und Autopartei haben eine Bewilligung der Stadt Langenthal erhalten. Am Samstag liegt die Verantwortung jedoch bei der Kantonspolizei. Die beantwortet aus taktischen Gründen keine Fragen. «Eine Warnung an die Bevölkerung ist zurzeit nicht nötig», sagt jedoch Mediensprecher Michael Fichter. Aber man werde die Entwicklung natürlich genau verfolgen.

2006 gings gut aus

Am 16.Dezember 2006 konnte der damalige Gemeinderat Werner Meyer (FDP) zusammen mit der Polizei bei einer fast identischen Ausgangslage ein direktes Aufeinandertreffen von Pnos und Linksautonomen verhindern. Damals konnten die Antifaleute auch davon abgebracht werden, ins Langenthaler Stadtzentrum zu marschieren.

Anders 2004: Rund 150 Rechtsradikale wollten die Langenthaler 1.-Mai-Kundgebung stören. Am Bahnhof trafen sie auf 70Linksautonome, die aus Olten angereist waren. 25 Polizisten konnten eine wüste Schlägerei nicht verhindern.

Auch in Burgdorf 2009

Burgdorf bereitete sich am 8.März 2009 auf angekündigte Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksradikalen vor. Damals zogen die Pnos-Leute jedoch überraschend nach Bern weiter.

Langenthals Stadpräsident Thomas Rufener (SVP) konnte gestern Abend nichts Neues sagen. Die Stadt werde ungewollt zum Schauplatz auswärtiger Demonstranten, und das Minarett stehe dabei nicht mehr im Mittelpunkt. Er verfolge die Lage permanent und beurteile sie zusammen mit der Kapo.

Anwalt wird klagen

Am Samstag geht es in Langenthal jetzt kaum mehr ums Minarett, sondern um Links- gegen Rechtsextreme. Einer bleibt besonnen: Mutalip Karaademi. Als Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft Langenthal will er Fragen um das Minarett auf juristischem Weg klären. Er und seine Leute werden nicht vor Ort sein. Ihr Anwalt will aber bei Sachbeschädigungen klagen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.10.2010, 09:14 Uhr

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1 Kommentar

Willi Frommenwiler

08.10.2010, 13:40 Uhr
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Und es geht NUR ums Minarett !! Es ist legitim seinen Unmut auszudrücken, denn am 29. November 2009 haben überwältigende 57,5% der Stimm­bürger einem Minarettverbot in der Verfassung zugestimmt. Ich als Stimmbüger verlange, dass Volksentscheide respekiert, und nicht mit juristischen Spitzfindigkeiten umgangen werden. Antworten



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