Millionenprojekt für Senioren
Von Stefan Aerni. Aktualisiert am 19.04.2011
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Info-Veranstaltung
Vor der Urnenabstimmung (15.Mai) findet eine Information statt: Montag, 2.Mai, 20 Uhr, Mehrzweckhalle.
Damit etwas Grosses eine Chance hat, muss vieles zusammenpassen. Das scheint jetzt am Jurasüdfuss der Fall zu sein. Auf der einen Seite ist da die Gemeinde Attiswil. Die droht zu vergreisen: Im 1320-Seelen-Dorf leben mehr 60- bis 84-Jährige als in einer Schweizer Durchschnittsgemeinde – und gleichzeitig weniger 20- bis 39-Jährige.
Da ist aber auch das Oberaargauische Pflegeheim Wiedlisbach (OPW). Mit seinen fast 200 Plätzen liegt es nach Ansicht des Kantons nicht mehr im Trend: Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) setzt heute weniger auf «Grossheime» als vielmehr auf wohnortsnahe Versorgung mit Pflegeplätzen. Deshalb gelangte das OPW an die Gemeinde Attiswil mit dem Angebot, dort externe Alterswohnungen und Pflegeplätze einzurichten.
Miete und Eigentum
So wurden das kleine Attiswil, das bereits seit 2007 Pläne für neue Alterswohnungen wälzt, und das grosse Pflegeheim in Wiedlisbach Partner. Gleichzeitig holten die beiden die Solothurner Firma Bracher+Partner mit ins Boot, die auf altersgerechtes Wohnen spezialisiert ist.
Jetzt liegt das Projekt vor (es stammt von der Brügger Architekten AG in Thun und ging aus einem Wettbewerb hervor): In einer ersten Etappe sind 16 Wohnungen von 2 bis 4 Zimmern geplant. Dazu kommen 15 Pflegeplätze, Nebenräume und eine unterirdische Einstellhalle. 10 Wohnungen sollen vermietet, 6 als Eigentum verkauft werden. Standort ist der zentral gelegene Wiesenweg.
Die Kosten sind auf 10,96 Millionen Franken veranschlagt, wobei sich das Pflegeheim mit 3,5 Millionen beteiligt. Der verbleibende Rest wird gemäss Abstimmungsbotschaft mit einem Baukredit und den Vorverkäufen von Wohnungen finanziert. Die entsprechende Bankzusage liege bereits vor. Die Gemeinde bringt das Grundstück von rund 4200 Quadratmetern ein (Wert: 878000 Franken) und übernimmt eine Solidarbürgschaft von 1 Million Franken gegenüber der Bank.
«Eine grosse Chance»
Für die Realisierung des Grossprojekts – eine zweite Etappe ist möglich, zurzeit aber kein Thema – soll eine Genossenschaft gegründet werden, in der die Gemeinde, das Pflegeheim und die Firma Bracher+Partner vertreten sind. Die Genossenschaft tritt dann auch als Bauherrin auf. Noch kanns aber nicht losge-hen. Zuerst müssen die Attiswiler dem Vorhaben am 15.Mai zustimmen.
Gemeindepräsident Daniel Zumstein (SVP) ist sich bewusst, dass es sich um einen «rechten Brocken» handelt. Dennoch glaubt er, eine «verhalten positive» Stimmung im Dorf auszumachen. Auch er selbst sieht in den neuen Alterswohnungen eine «grosse Chance» für Attiswil. «Sie geben unserem Dorf einen neuen Schub und ermöglichen ein moderates Wachstum.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.04.2011, 09:57 Uhr
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