Mieter muss Bahnhof räumen

Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 03.09.2010 1 Kommentar

Uwe Löhr liegt im Clinch mit der Verwaltung seiner Wohnung im Bahnhof Attiswil. Wegen Mängeln hat er den Zins nicht bezahlt. Nun muss er seine Bleibe räumen, holt aber zum Gegenschlag aus: Er will die Verwaltung anzeigen.

Niedergeschlagen: Mieter Uwe Löhr hat den Zins zurückbehalten, weil seine Wohnung angeblich Mängel aufweist.

Niedergeschlagen: Mieter Uwe Löhr hat den Zins zurückbehalten, weil seine Wohnung angeblich Mängel aufweist.
Bild: Thomas Peter

Bahnhof und Wohnhaus: Seit rund vier Jahren lebt
Mieter Uwe Löhr in Attiswil. Jetzt hat er die Kündigung erhalten. (Bild: Thomas Peter)

Heirat im Stade de Suisse?

Für Uwe Löhr ist Fussball mehr als ein Beruf. Im Jahr 2008 wollte der Junioren-Goalietrainer, einst selber erfolgreicher Spieler, seine Frau gar auf einem Fussballplatz in Grenchen SO heiraten. Die reformierte Kirche legte aber ihr Veto ein. Eine kirchliche Trauung sei ein Gottesdienst und habe in der Kirche stattzufinden, beschied sie ihm. Und so verzichtete Löhr vorerst auf Gottes Segen und liess sich nur zivil trauen. Seinen Wunsch hat er aber nicht begraben.

Mit seinem Begehren wandte er sich kürzlich an die TV-Sendung «Celebrations» von Sat1 Schweiz, die ausgewählte Wünsche der Zuschauer erfüllt. Löhrs Traum wäre eine kirchliche Trauung im Stade de Suisse in Bern. Noch wartet er auf die Antwort des TV-Senders.

Zum Schlafen zieht sich Uwe Löhr warm an. Gerade mal 17 Grad zeigt das Thermometer in seinem Schlafzimmer nachts an. Die Radiatoren bleiben kalt. «Wir haben kein Heizöl», klagt er. Noch ungemütlicher wird es zuweilen in der Küche. Weht die Bise, kann die Temperatur auf 12 Grad sinken. «Die Luft kommt beim kaputten Dampfabzug rein», sagt er.

Pro Monat zahlt Löhr 1500 Franken Miete für sein Haus in Attiswil. Er wohnt seit rund vier Jahren mit seiner Frau und deren Tochter an den Gleisen des Bipperlisis – im Bahnhofgebäude, das der Aare Seeland mobil (ASM) gehört.

«Wir haben doch Rechte»

Allerdings nicht mehr lange. Uwe Löhr sitzt auf dem Sofa in der Stube und schüttelt den Kopf. «Dass mir so etwas im Alter von 47 Jahren noch passieren muss.» In der Hand hält er ein Schreiben der Liegenschaftsverwaltung aus der Region. Bis am Mittwoch hätte er das Haus räumen müssen. Doch er ist geblieben. «Ich fühle mich hundsmiserabel», sagt Löhr, «wir haben doch auch Rechte.»

Die tiefen Temperaturen sind das eine. Hinzu kommt laut Löhr eine defekte Toilette. Diese Missstände, so erzählt Löhr, habe er der Verwaltung schon zigmal mitgeteilt. Passiert sei aber nie etwas. Deswegen habe er entschieden, die Miete zurückzubehalten, bis die Schäden behoben seien. Das war vor ein paar Monaten.

Amtliche Räumung droht

Heute sagt Löhr: «Ich habe einen Fehler gemacht.» Jetzt müssten sie das Haus verlassen, und er sei der «Tubel». Denn weil er die Miete nicht mehr zahlte, schickte ihm die Verwaltung die Kündigung. Doch die Löhrs liessen den Termin verstreichen, und nun wird die Sache wohl dem Richter vorgelegt. Im äussersten Fall droht die Zwangsräumung.

So weit will es Uwe Löhr nicht kommen lassen. Er werde jetzt eine neue Bleibe suchen. Doch die Verwaltung, das sagt er mehrmals, solle auch ihr Fett abkriegen. «Ich werde Strafanzeige einreichen.» Auf seine Beschwerde-Mails habe er teilweise gar keine Antwort erhalten. Und die Miete habe er bisher «immer bezahlt». Schliesslich lebe er nicht von der Sozialhilfe. Löhr arbeitet als Junioren-Goalietrainer bei diversen Fussballvereinen (siehe Kasten).

Tanklastwagen mit Heizöl

Thomas Aeschbacher, bei der ASM zuständig für die Immobilien, widerspricht allerdings Löhrs Darstellung. Dieser habe in den letzten Jahren mehrmals die Miete nicht bezahlt. Und an eine Abzahlungsvereinbarung habe er sich ebenfalls nicht gehalten. Deshalb sei ihm auch schon vorher zweimal gekündigt worden. Bis heute haben sich die Parteien aber offenbar jeweils geeinigt. Ob die ASM nun ein Exmissionsverfahren einleitet und so den Mieter ausweist, konnte Aeschbacher gestern nicht sagen. Es hänge davon ab, was die Liegenschaftsverwaltung vorschlage. Diese wollte keine Stellung nehmen.

Dass die Wohnung im Attiswiler Bahnhofgebäude aber Mängel haben soll – davon weiss Aeschbacher nichts. Wären solche vorhanden, würde man sie in Ordnung bringen. Zu den tiefen Temperaturen sagt Aeschbacher: Der Heizöltank sei im letzten Oktober gefüllt worden. Die 4400 Liter reichten für eine Heizperiode. Falls nicht, müsse sich der Mieter melden. Dies sei aber nicht passiert.

Hier widerspricht Mieter Löhr: Er habe mehrmals reklamiert, beteuert er, selbst bei der Hausbesitzerin direkt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.09.2010, 10:35 Uhr

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1 Kommentar

Uwe Loehr

06.09.2010, 02:50 Uhr
Melden

Schon komisch dass der Herr Aeschbacher nichts wissen will von den Schäden wenn jemand schon 11j. in dem Haus wohnt gibt es und hat es Schäden. Das mal als erstes, zum 2ten teilte ich 4 J. zu vor der Verwaltung mit dass ich einen Neuen Mietvertrag erwünsche nichts wurde gemacht, dies wurde leider im Artikel nicht erwähnt auch nicht dass meine jetzige Frau - heute keine Mitvergünstigung bek, hat. Antworten


tzdfg gregre

15.09.2010, 12:03 Uhr
Melden

ds isch haut weme mit 47gi im läbe eifach immer no nüt erreicht het du pfiife...s einizige wo du bis itz erreicht hesch i dim läbe isch es 10jährigs sehr guets familieverhältnis innert paar mönet kaputt z mache.do gseht me haut wieder einisch wär grüen hinger de ohre isch.u e neue mietvetrag bechunnt so e möngu wie du sowiso nid.lue di doch mau ah.e leibe gruess a dini jetzigi frou.peace u blüemli Antworten



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