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Michael Bärtschi und sein mobiles Bienenhaus

Von Silvan Aeschlimann. Aktualisiert am 10.07.2012

Imker Michael Bärtschi hat sich sein Bienenhaus auf einem alten Lastwagenanhänger gebaut. So bleiben die Bienen wie auch der Rest der Familie mobil.

Michael Bärtschi zeigt in seinem selbst gebauten Bienenhaus eines seiner zwanzig Bienenvölker. In einem solchen Kasten leben ruchd 60'000 Bienen auf engstem Raum beieinander.

Michael Bärtschi zeigt in seinem selbst gebauten Bienenhaus eines seiner zwanzig Bienenvölker. In einem solchen Kasten leben ruchd 60'000 Bienen auf engstem Raum beieinander.
Bild: Marcel Bieri

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Michael Bärtschi zieht an seinem Stumpen und bläst den Rauch gezielt in den Bienenkasten, der vor ihm steht. Der Rauch signalisiert den Bienen Gefahr, was sie dazu veranlasst, sich auf die Futterwaben zurückzuziehen. So kann Bärtschi den Bienenkasten problemlos öffnen. «Böse Zungen behaupten, es gebe Imker, die dieses Hobby nur betreiben würden, damit ihnen ihre Frauen erlauben, Stumpen zu rauchen», erzählt der 48-Jährige mit einem schelmischen Grinsen. Er gehöre aber bestimmt nicht zu denen. Schliesslich habe er auch noch die Imkerpfeife, bei der man nur blasen müsse.

Der Huttwiler Michael Bärtschi ist Imker aus Leidenschaft und hat die Imkerei in den Genen: Schon sein Grossvater und sein Vater waren Imker. Dennoch ist Bärtschi erst vor gut zwei Jahren durch seine Ehefrau Magdalena zur Imkerei gestossen. «Meine Frau hat den Imkergrundkurs besucht, dann aber bald bemerkt, dass ihr das Hobby zu zeitaufwendig wird.» Deshalb habe auch er sich dazu entschlossen, den Imkergrundkurs zu absolvieren. Aus dem anfänglichen Hobby ist bald eine grosse Leidenschaft geworden. «Heute ist die Imkerei das Gesprächsthema Nummer eins in unser Familie», sagt der Vater von drei kleinen Kindern.

Bärtschi ist Millionär

Im letzten Herbst hat der gelernte Schreiner nun die Arbeiten an seinem Bienenhaus beendet, das er seit letztem Sommer von Grund auf gebaut hatte. «Einzig das Chassis des alten Lastwagenanhängers, das als Untersatz dient, habe ich gekauft», so Bärtschi. Dass er sein Bienenhaus auf einem fahrbaren Untersatz baute, hat einen ganz besonderen Grund. «Bei uns gehören die Bienen zur Familie», erklärt Bärtschi. Da er mit seiner Frau und den drei Kindern auf der Huttwiler Nyffenegg nur eingemietet sei, könne es schon sein, dass man einmal umziehen müsse. In diesem Fall dürften die Bienen natürlich nicht fehlen.

Mit dem Eigenbau des Bienenhauses hat Bärtschi eine schöne Stange Geld gespart. «Hätte ich das Bienenhaus und die Bienenkästen neu kaufen müssen, hätte ich rund 20000 Franken mehr ausgegeben.» Zudem habe er so dank seinem Schreinerwissen die besten Materialien für den Bau auswählen können.

Heute besitzt Bärtschi zwanzig Bienenvölker. «Ich bin Millionär, Bienenmillionär.» Jedes seiner zwanzig Völker besteht aus rund 60000 Bienen, womit Bärtschi total über rund 1,2 Millionen Bienen herrscht.

Bärtschi gibt Wissen weiter

Seit kurzem gibt Bärtschi sein Wissen über Bienen an Jungimker weiter. Als bei der zuständigen Bienenberaterin Rita Jakob mehr Anmeldungen für den Imkergrundkurs 2011/2012 eingingen, als sie hätte übernehmen können, meldete sich Bärtschi kurzerhand als Hilfsleiter. So kommt es, dass Bärtschi an Wochenenden nun Interessierte in seinem selbst gebauten Wagen in die Welt der Bienen einführt.

Nächsten Sommer tritt Bärtschi selbst einen Weiterbildungskurs an, um Bienenberater zu werden. Bis dahin bleiben ihm noch ein paar Stunden in trauter Zweisamkeit mit seinen Bienen. «Die Imkerei ist das schönste Hobby, das man sich vorstellen kann», so Bärtschi. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.07.2012, 09:09 Uhr

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