Künstler Menel Rachdi: «Mein Lebenswerk ist zerstört»
Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 23.02.2010 3 Kommentare
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Menel Rachdi (47) ringt nach Worten, mit denen er den Schrecken beschreiben könnte. Wie in einem bösen Traum muss er sich fühlen. Ein Traum, aus dem es kein Erwachen gibt. «Meine künstlerische Spur der letzten dreissig Jahre ist gelöscht, mein Lebenswerk zerstört», sagt er dann mit Tränen in den Augen.
In der Nacht auf Montag sind über zweitausend Werke des bekannten Künstlers in Flammen aufgegangen. Bemalte Leinwände, Aquarelle, Touchezeichnungen, aber auch Kunstbücher und Ausstellungskataloge. Geblieben ist nichts ausser Schutt und Asche.
Im Radio gehört
Vom Grossbrand hat Menel Rachdi am frühen Montagmorgen im Radio erfahren, als er mit einer seiner vier Töchtern frühstücken wollte. Kurz darauf klingelte bereits das Telefon, der Feuerwehrkommandant überbrachte die schlimme Nachricht. Seither befindet sich die Familie im Ausnahmezustand.
Verbrannt ist der Kunstschatz an der Luzernstrasse 20 in Huttwil. Um 3 Uhr nachts traf bei der Feuerwehr der Alarm ein. Retten konnten die siebzig Wehrmänner die umliegenden Gebäude – nicht aber das «Bächler-Haus», in dem Rachdis Werke lagerten. Wegen Renovationsarbeiten war die Liegenschaft unbewohnt. Verletzt wurde beim Brand niemand, die Ursache ist «Gegenstand der eingeleiteten Ermittlungen», schreibt die Polizei.
Bilder in den Fluten
Für Rachdi und seine Frau Regula ist es der zweite Schicksalsschlag innert zweieinhalb Jahren. Beim Jahrhundertunwetter im Juni 2007 hatte die Langete ihr Atelier und das Bilderlager im Turbinenhaus, Huttwil, überflutet, wo die Familie fünfzehn Jahre lang wohnte. Die Hälfte seiner Werke ging damals in den Fluten unter, «die andere hat es jetzt erwischt».
Viel Zeit und Energie hat die Familie aufgewendet, um den geretteten Kunstschatz zu trocknen und die feuchten Leinwände neu aufzuziehen. Vor zehn Tagen erst wurde die Sammlung im «Bächler-Haus» untergebracht, das jetzt zerstört ist.
Zahlt die Versicherung?
Wie hoch der finanzielle Schaden für Menel Rachdi ist, kann er selbst nur schwer abschätzen. Eine neue Versicherung hat er nach der Überschwemmung vor zweieinhalb Jahren zwar abgeschlossen, mehr als «symbolisch» dürfte die Entschädigung indes nicht ausfallen, befürchtet er. «Welchen Wert haben dreissig Jahre künstlerische Arbeit? Die verbrannten Werke kann mir niemand mehr zurückgeben», beklagt er.
Kapitulieren aber will der bärtige Huttwiler nicht. Er sei zwar am Boden zerstört, sagt Menel Rachdi. «Aber mein inneres Feuer ist in der Brandnacht nicht erloschen. In mir schlummern noch viele Bilder.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.02.2010, 10:42 Uhr
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3 Kommentare
Lieber Menel Auch uns kamen die Tränen als wir von Deinem Unglück hörten. Kunst ist leider nicht ersetzbar wie Kommerz. Wir aus dem HubRaum Kehrsatz fühlen mit Dir und wünschen Dir und Deiner Familie für die Zukunft viel sonnige Tage, Mut und Zuversicht. Der Verlust ist zwar gross, doch das Leben geht weiter und damit auch Deine Kunst. Bitte mach weiter, uns gefällt Deine Arbeit. Das HubRaum-Team. Antworten
Die Frage ''warum?'' plagt uns wohl alle hier.. ich finde keine Worte um meine Trauer zu beschreiben! Ich möchte Menel Rachdi im moment einfach nur in den Arm nehmen und ihm sagen dass ich und meine Familie jederzeit für Ihn da sind! Es tut so weh wenn man bedenkt was dieser Brand alles zerstört hat! Ein Lebenswerk, das schönste was ganz Huttwil je hatte! Ich wünsche Menel viel Kraft !!! Antworten
























