Kirchberger Bauer, ledig, findet
Andreas Kunz: «Die meisten freuen sich.» (Bild: wpf)
«Freundin des Bruders hat mich angemeldet»
«Bauer, ledig, sucht»-Kandidat Andreas Kunz über öffentliche Anteilnahme, Lampenfieber und Kurz-Ärger in der Familie.
Sie wirken bei diesen Dreharbeiten im «Milano Nord» sehr gelassen.
Andreas Kunz: Ich bin tatsächlich kein bisschen nervös. Das erstaunt mich selber ein wenig.
Seit bekannt ist, dass Sie bei «Bauer, ledig, sucht» mitmachen, dürfte ihr Bekanntheitsgrad in Kirchberg gestiegen sein.
Das ist so. Ich werde im Dorf immer wieder auf die Sendung angesprochen.
Und? Was sagen die Leute dazu?
Die meisten freuen sich ehrlich über meine Teilnahme. Manche machen natürlich auch dumme Sprüche, aber die sind, glaube ich, nie böse gemeint. Einige Kirchberger haben mir sogar gesagt, dass sie bei dieser Sendung gerne selber mitmachen würden, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten.
Wie sind Sie dazugekommen, sich bei «Bauer, ledig, sucht» zu melden?
Die Freundin meines Bruders Alexander hat mich angemeldet. Sie findet, dass ich endlich unter die Haube gehöre.
Was haben Sie dazu gesagt?
Ganz am Anfang war ich schon etwas verärgert. Aber dann musste ich mir eingestehen: Sie hat ja Recht. Es ist höchste Zeit, dass ich eine Frau finde. jho
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Mit zügigen Schritten nähert sich Andreas Kunz dem «Milano Nord» an der Burgdorfer Bahnhofstrasse. Der 29-Jährige hat sich herausgeputzt: Der graue Anzug sitzt wie angegossen, die Schuhe glänzen schwarz. Begleitet wird er von einer jungen Frau, die in ihrem kurzen Schwarzen ebenfalls wirkt wie aus dem Truckli.
Vor der Café-Bar bleiben die beiden stehen. Sichtlich erfreut, sie zu sehen, erhebt sich ein Paar aus seinen Sesseln: Alexander Kunz und seine Lebenspartnerin Alessia Incantasciato begrüssen die Neuankömmlinge herzlich. Andreas Kunz stellt dem Bruder und dessen Freundin seine Begleiterin vor. Wenig später verzieht sich das Quartett in die Lounge im Gebäudeinneren. Sekunden später kommt es wieder ins Freie, um sich noch einmal zu treffen, zu begrüssen und vorzustellen.
Nach der dritten Wiederholung ist Stefanie Türck zufrieden. Sie dreht für den TV-Sender 3Plus an diesem Abend eine Folge für die fünfte Staffel der Kuppelserie «Bauer, ledig, sucht». Mit von der Partie sind ein Kameramann, eine Tontechnikerin plus eine Assistentin. «Milano Nord»-Stammgäste agieren als Statistinnen und Statisten.
Letzter Kuss vor fünf Jahren
Im Mittelpunkt des Geschehens steht jedoch Andreas Kunz. Der Landwirt aus Kirchberg hofft, mithilfe des Fernsehens die Frau fürs Leben zu finden. Die ersten Schritte auf dem Weg zum Ziel hat der Mann, dessen letzter Kuss laut dem TV-Pressedienst «fünf Jahre zurückliegt», gemacht. Seit Montag lebt er während der «Hofwoche» mit einer Kandidatin seiner Wahl zusammen.
Nadin oder Petra?
Wer die Frau ist, bleibt bis zum Ausstrahlungstermin geheim. Die Staffel wird ab Mitte August gesendet. Nur so viel: Entweder heisst sie Nadin, ist 21, wohnt in Bern und arbeitet als Finanzberaterin. Oder dann heisst sie Petra, ist 28, lebt in Weiach und ist Landwirtin.
Möglichst natürlich
Die Dreharbeiten in der Burgdorfer Bahnhofstrasse gehen flott voran. Wie auch immer es zwischen dem Emmentaler und seiner Möchtegern-Partnerin privat klappen mag – vor der Kamera wirken sie wie ein eingespieltes Team. Von Hektik oder Spannung ist nichts zu spüren. Das Fernsehteam dirigiert die Akteure umsichtig von Szene zu Szene. Die Protagonisten bemühen sich, die Kamera und das Tonband zu ignorieren und sich so natürlich zu geben wie möglich.
Heimspiel im Stammlokal
Andreas Kunz bewegt sich auf vertrautem Terrain: Er durfte den Drehort auswählen und schlug sein Stammlokal vor. Thomas Wyder, der Betreiber des Lokals, kommt dadurch zu einer deutschschweizweiten Gratiswerbung, für die er keinen Finger krumm machen muss: «Ich konnte fast alles so belassen, wie es ist.»
Andreas Kunz, seine potenzielle Herzdame, Alexander Kunz und dessen Freundin unterhalten sich derweil vor laufender Kamera immer wieder aufs Neue über Gott und die Welt und die Liebe und das Bauern.
Der Bruder des Kandidaten aus Kirchberg staunt: «Hinter fünf Minuten Film stecken drei Stunden Arbeit.» Wie das Fernsehen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschiebe, sei bisweilen irritierend: «Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden glauben, dass ich die Partnerin meines Bruders vorhin zum ersten Mal gesehen habe. In Wirklichkeit kenne ich sie schon seit Anfang Woche.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.07.2010, 09:52 Uhr






















