Kein Sex in städtischer Markthalle - Langenthal sagt Erotikmesse ab
Von Christian Liechti. Aktualisiert am 15.03.2010 25 Kommentare
Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP). (Bild: Thomas Peter)
«Amor»-Sprecher J.P. Love. (Bild: Andreas Blatter)
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Der Gemeinderat von Langenthal macht einen Rückzieher: Nachdem die Stadtverwaltung und das Regierungsstatthalteramt die Erotikmesse in der Langenthaler Markthalle bewilligt hatten, zieht die Regierung nun die Notbremse. Sie verbietet den Organisatoren laut Medienmitteilung «die Durchführung einer Erotikfachausstellung».
Der Gemeinderat zieht sich vom Mietvertrag zwischen den Messeorganisatoren und der Stadt Langenthal zurück. Der Schritt wird unter anderem mit der Stadtverfassung begründet. Diese bezeichnet den Gemeinderat als «oberste Vollzugs- beziehungsweise Verwaltungsbehörde».
Der Gemeinderat erfuhr zu letzt von der Erotikmesse
Er habe erst am Samstag in einer internen Mitteilung von der Messe erfahren, sagt der Langenthaler Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) gegenüber bernerzeitung.ch. «Die Geschichte ist unschön und es gilt nun, möglichst schadlos aus der Sache wieder herauszukommen», so Rufener.
Rufener betont, dass der Gemeinderat nicht die Erotikmesse an und für sich verbiete, sondern sich gegen eine derartige Nutzung einer städtischen Liegenschaft ausspreche.«Das ist ein politischer Entscheid.»
Konsequenzen noch unklar
Welche Konsequenzen der Rückzieher vom Mietvertrag für die Stadt Langenthal haben wird, ist gemäss Rufener noch unklar. Das müsse sich erst noch weisen. Ob es für die Verwaltungsabteilung, welche die Erotikmesse bereits bewilligt hatte, Konsequenzen abtragen wird, steht ebenfalls noch in den Sternen geschrieben. Man wolle jetzt, so der Stapi, nicht ins Korn schiessen. Aber: «Die Bewilligung auszustellen ohne den Gemeinderat zu informieren, war unsensibel.»
Organisatoren sind sauer
In einer ersten Reaktion zeigte sich «Amor»-Sprecher und Pornodarsteller J.P. Love sauer über den Entscheid des Langenthaler Gemeinderats. Das sei «Himutruurig», sagt Love. Die Stadt Langenthal und die übergeordnete Kantonsbehörde hätten die «Amor» bewilligt. Das Verfahren und der Vertragsabschluss seien sauber über die Bühne gegangen. Zudem hätten die Organisatoren viel Geld für Werbung, Erotikdarsteller und Technik ausgegeben. «In knapp einem Monat ist es unmöglich, die Messe an einem anderen Standort durchzuführen», so J.P. Love. Die Organisatoren stellen für Dienstag weitere Informationen in Aussicht.
EVP setzte Druck auf
Die EVP Langenthal hatte am Wochenende öffentlich auf die Erotikmesse aufmerksam gemacht. Sie befürchtete einen Imageschaden für die Stadt. «Bedenklich ist, dass nach den Minarett- und Neonazi-Geschichten Langenthal wieder in negative Schlagzeilen gerät», empört sich Grossrat und Präsident der EVP Langenthal Daniel Steiner.
Politikum auch in Bern
Schon vor drei Jahren sorgte die Erotikmesse «Amor» in Bern für Ärger. Vor allem die Ankündigung, dass während der Messe auf dem BEA-Gelände auch Livesex geboten werde, stiess bei Politikern, Teilen der Bevölkerung und christlichen Kreisen auf Kritik. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.03.2010, 18:51 Uhr
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25 Kommentare
Die EVP Langenthal ist so etwas von prüde, dass es schon fast verdächtig ist. Sie nehmen offenbar den Lauf der Zeit nicht mehr wahr und haben auch keine "Heftli" abonniert. Sie gehen offenbar nie ins Kino und lesen auch keine Zeitungen. Eine arme Partei und dies in der aufgeschlossenen Schweiz! Antworten






















