Kaum Hoffnungen für das Ferienheim
Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 10.02.2012 3 Kommentare
Huttwil/Niederbipp
Immer mehr Gemeinden im Mittelland stossen ihre Ferienheime ab. Zu teuer seien sie im Unterhalt, zu wenig Kinder würden heute noch Skifahren. So oder ähnlich lautet jeweils die Begründung beim Verkauf. Doch es gibt Ausnahmen: Das Ferienheim Lenk zum Beispiel. Seit 1970 wird es von einer Stiftung der Burgergemeinde Niederbipp geführt und von der Einwohnergemeinde Niederbipp finanziell unterstützt. «Das ist ein Engagement für die Jugend und für Familien, die bei uns ebenfalls willkommen sind», sagt Burgerpräsident Peter Born. Vor zwei Jahren wurde das Haus für rund 500000 Franken saniert. «Das bringt vielleicht keine Rendite – aber es wird von den Leuten sehr geschätzt», sagt er.
Vor zweieinhalb Jahren scheiterte die Stiftung Ferienheim Huttwil mit dem Versuch, ihr Haus im Eriz dem Kanton zu vermieten, damit er daraus ein Nothilfezentrum für Asylbewerber hätte machen können. Verkaufsabsichten hat die Stiftung aktuell nicht, ihr Haus kann gemietet werden.
«Pulver/gut» steht im Pistenbericht. «Fantastisches Winterwetter und 1,7 Meter Schnee», melden die Jungfraubahnen. Besser könnten die Bedingungen nicht sein für einen Skitag im Tourismusgebiet Grindelwald. Wer in diesen Tagen ein preisgünstiges Zimmer sucht, tut sich allerdings schwer. Auch das Ferienheim Herzogenbuchsee hat für spontane Gäste keine freien Betten zu bieten. Seit Anfang Jahr sind die Zimmer fast durchgehend belegt. Schulen und Vereine aus der ganzen Schweiz geben sich die Klinke in die Hand. Wahrscheinlich können sie in diesem Winter zum letzten Mal die Aussicht auf die Bergwelt geniessen. Denn: Reservationen für das Ferienheim werden nur noch bis Ende Juni angenommen. Was dann mit der Liegenschaft geschieht, steht in den Sternen. Ein Verkauf ist nicht auszuschliessen, einen Abnehmer würde die Stiftung Ferienheim Herzogenbuchsee als Besitzerin problemlos finden – obwohl der Quadratmeter Bauland an dieser Lage locker 600 bis 800 Franken kostet.
Stiftung revidiert Urkunde
Zu ihren Absichten will sich die Stiftung zurzeit nicht im Detail äussern. Bevor der Zukunftsentscheid falle, müsse die Stiftungsurkunde revidiert werden, schreibt Stiftungsratspräsident Christoph Fankhauser in einer Mitteilung. Im Entwurf liegt die neue Urkunde bereits vor. «Darin festgelegt ist etwa, wie der Vermögensertrag in Zukunft verwendet werden darf», schreibt Fankhauser weiter.
Treffen mit der Gemeinde
Gestern Vormittag hat eine Delegation der Ferienheimstiftung die Gemeinde Grindelwald besucht und die Behörden über den Stand der Dinge informiert – und über eine mögliche Umnutzung. Die Hoffnung, dass es nicht so weit kommen wird, hat der Grindelwaldner Gemeinderat Jörg Homberger noch nicht ganz aufgegeben: «Wir hoffen sehr, dass das Ferienheim weiter betrieben wird», sagt er. Schliesslich seien in den letzten Jahren schon genügend Häuser dieser Art verschwunden. Keine Freude hätte der Grindelwaldner, wenn anstelle des Heims luxuriöse Zweitwohnungen entstehen würden. «Solche Spekulationsbauten sind keine gute Lösung für unser Dorf. Wir haben schon genügend kalte Betten.»
Zur revidierten Stiftungsurkunde haben vor wenigen Tagen die Schulen und der Gemeinderat von Herzogenbuchsee Stellungnahmen abgegeben. Ob sie mit dem Entwurf zufrieden sind, bleibt ein Geheimnis. Auch die kantonale Stiftungsaufsicht, die sich seit längerem mit dem Ferienheim Herzogenbuchsee befasst, gibt sich zugeknöpft. «Kein Kommentar», sagt Abteilungsleiter Hansjörg Gurtner. Zuerst müsse das laufende Verfahren abgeschlossen sein.
Wenigstens zu einer kurzen Stellungnahme lässt sich Franz Akermann, Co-Schulleiter der Oberstufe Herzogenbuchsee, hinreissen: «Ich würde es bedauern, wenn das Ferienheim nicht mehr der Stiftung gehören würde, mich gegen einen Verkauf aber auch nicht wehren.»
Teure Sanierung
Das klingt ganz und gar nicht nach einem Happy-End für die vielen Gäste, die im Ferienheim ein und aus gehen. Ende Juni müssen die letzten Mieter ihre Zimmer räumen. «Nach diesem Zeitpunkt sind die Brandschutzauflagen nicht mehr erfüllt, und das Ferienheim darf nicht mehr vermietet werden», teilt Christoph Fankhauser weiter mit. Eine Renovation ist offenbar zu teuer. Das sagte der ehemalige Gemeindepräsident von Herzogenbuchsee schon im letzten Sommer gegenüber der Berner Zeitung BZ: «Alleine für werterhaltende Massnahmen müssten wir 250'000 bis 300'000 Franken investieren. So viel Geld hat die Stiftung nicht in der Kasse.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 10.02.2012, 08:29 Uhr
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3 Kommentare
Es fehlt einmal wieder an einer Innervation; Man könnte ein Wettbewerb, Spenden, den Kanton oder den Bund anschreiben .Außerdem gibt es einige Fronarbeiter und ein paar Menschen die noch Zeit haben und gerne eine Aufgabe haben würden und nicht nur am Bahnhof stehen würden, aber es fehlt wohl die richtige Personen die motivieren und mobilisieren kann. Antworten
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