Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Jetzt spricht der Mieterschreck

Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 15.04.2009 9 Kommentare

Wer seine Mietwohnung an der Buchser Waldgasse kündigt und auszieht, muss ordentlich putzen – sonst kann es teuer werden. Seit Jahren müht sich der Mieterverband mit Liegenschaftsbesitzer Hans Steffen ab.

Video: TeleBärn

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Da hat Roland Werthmüller grosse Augen gemacht. Eine Rechnung von fast 8000 Franken ist ihm kürzlich in seinen Briefkasten geflattert. Abgeschickt von Hans Steffen, seinem ehemaligen Vermieter an der Waldgasse in Herzogenbuchsee.

Zwei Jahre hatte Roland Werthmüller dort mit seiner Freundin in einer Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung gelebt. Zurückgegeben habe er sie «gewiss nicht in schlechtem Zustand». Der Vermieter sah das offenbar ein wenig anders. Bei der Wohnungsabnahme sei Hans Steffen «beinahe auf Knien» durch die Räume gegangen und habe auf diese Weise rund 30 Mängel aufgespürt, erzählt Werthmüller dem regionalen TV-Sender TeleBärn. «Das Ganze dauerte drei Stunden. Damit hatte ich bestimmt nicht gerechnet.»

«Mieter sind entnervt»

Ein Einzelfall? Keineswegs. Vermieter Hans Steffen gilt beim Mieterverband längst als rotes Tuch – als echter Mieterschreck. In den letzten Jahren habe es aus Buchsi «eine augenfällige Häufung von Problemfällen» gegeben, bestätigt Reto Müller, Vorstandsmitglied des kantonalen Mieterverbandes, auf Anfrage. «Wir stellen fest, dass viele Mieter ihre Wohnungen relativ entnervt verlassen.» Noch deutlicher wird Erwin Gugger, seit 35 Jahren Wohnungsabnehmer beim Mieterverband: «Mit Hans Steffen haben wir schon lange grosse Schwierigkeiten. Das ist ein extremer Fall.»

Gemäss Gugger lehnen es mehrere seiner Kollegen inzwischen ab, bei Wohnungsabnahme in Steffens Liegenschaften einem Mieter zur Seite zu stehen. Gugger selbst war im Januar bei einem dieser Treffen dabei. Nach Kurzem habe es schon «klepft u tätscht», sagt der pensionierte Amtsrichter. Nagellöcher in den Wänden, Möbelschätten, einfache Verfärbungen von Chromstahlleisten – alles mögliche habe Steffen bemängelt. «Dieser Mann kennt das Mietrecht nicht. Er weiss nicht, was normale Abnützung heisst.» Und wer nicht seiner Meinung sei, werde umgehend als «Löli», «Schnuderbueb» oder «Stündeler» bezeichnet.

Steffen gegen «Chaoten»

Von diesen Vorwürfen will Hans Steffen nichts wissen. Mit 99Prozent seiner Mieter habe er ein sehr gutes Verhältnis. Den Rest bezeichnet er als «Chaoten», die «alles zum Tüfu» machen. «Hinterlässt jemand Rauchschäden oder Putzflecken, die bei der Endreinigung entstehen, hat das nichts mit normaler Abnützung zu tun.» Dass die ganze Geschichte an die Medien gelangt ist, wertet er als Racheakt von zwei Personen, die ihn finanziell schädigen wollen. «Dahinter steckt viel Neid und Missgunst – ich habe meinem Anwalt bereits eingeschaltet.» So weit mag sein Ex-Mieter Roland Werthmüller nicht gehen. Von den 8000 Franken, die ihm aufgebrummt wurden, hat er die Hälfte inzwischen bezahlt, den Rest übernimmt seine Versicherung. «Wenigstens ist die Öffentlichkeit nun informiert. Vielleicht lässt sich so der eine oder andere Fall vermeiden», hofft Werthmüller.

Und Wohnungsabnehmer Erwin Gugger rät: «Schützen können sich Mieter, in dem sie das Abnahmeprotokoll nicht unterschreiben, wenns sie damit nicht einverstanden sind.» Beharrt der Vermieter auf seine Forderungen, gelangt der Fall ans Mietamt. Greift dessen Einigungsvorschlag nicht, treffen sich die Parteien vor Gericht.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2009, 09:40 Uhr

9

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

9 Kommentare

Thomas Schneeberger

15.04.2009, 11:37 Uhr
Melden

Typisch Steffen: -Wohnung mit frechem Auftreten abnehmen, Mieter einschüchtern. -Protokoll nach Übergabe an Nachmieter abändern -Reparaturen nicht ausführen -Trotzdem Rechnung in tausender Höhe stellen. Belege->Fehlanzeige Kontrollierte beim Nachmieter->Nichts repariert. Mit meiner Ansage zur Strafanzeige wegen versuchtem Betrug gelangte ich leicht wieder an meine Kaution. Armer verbitter Mann Antworten


David Uhlmann

15.04.2009, 17:55 Uhr
Melden

Was mich beunruhigt: Wie kommt der Mieterverband dazu, sich zu weigern, einem Mieter zur Seite zu stehen in solchen Fällen? Wenn doch klar ist, dass Steffen keine Ahnung hat, dann ist es doch ein leichtes, ihn ins Abseits zu stellen, da muss man sich doch nicht ducken? Was denn überhaupt die Aufgabe von diesem Verband, wenn er seinen Mitgliedern nicht helfen kann / will?? Antworten



Region

Populär auf Facebook Privatsphäre


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.