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«Im Moment hat noch keiner verloren»

Von Kathrin Holzer. Aktualisiert am 22.02.2012

Statt einer werden nun drei Möglichkeiten weiterverfolgt, wie das Stadttheater Langenthal saniert werden könnte. «Ein Vorteil» für das Projekt an sich, sagt Stadtschreiber Daniel Steiner.

In die Jahre gekommen: Bis zum 100-Jahr-Jubiläum 2016 soll das Stadttheater saniert werden. Wie, bleibt vorerst offen.

In die Jahre gekommen: Bis zum 100-Jahr-Jubiläum 2016 soll das Stadttheater saniert werden. Wie, bleibt vorerst offen.
Bild: Robert Grogg

Es hätte bereits am Montagabend ein konkreter Vorentscheid gefällt werden können zur künftigen Erscheinungsform des Stadttheaters Langenthal. Anstatt der vom Gemeinderat beantragten Sanierungsvariante zuzustimmen, sprach sich das Parlament aber relativ deutlich dafür aus, dass vorerst mehrere Varianten weiterverfolgt werden sollen: jene einer einfachen Sanierung mit Optimierung des Istzustandes (Variante A) ebenso wie die vom Gemeinderat beantragte Variante mit Erweiterung um einen modularen Raum zur parallelen Nutzung als Kleintheater samt Verlegung des Haupteingangs auf die Nordseite des Gebäudes (B) und dieselbe Variante ohne Verlegung des Eingangs (B1). Nicht weiterverfolgt wird einzig die Variante C mit integriertem Gastronomiebetrieb.

Wettbewerb hinfällig

Dass nun mehrere Varianten weiterverfolgt werden, hat einen gewissen Mehraufwand zur Folge: Anstatt für ein Projekt müssen nun die Bau- und späteren Betriebskosten für alle drei Varianten ermittelt werden. Stadtschreiber Daniel Steiner relativiert aber: «Weil Variante B auch die beiden anderen Varianten beinhaltet, hält sich der Mehraufwand in Grenzen.» Kommt hinzu, dass durch das Nein zur Variante mit Gastrobetrieb an der äusseren Architektur des Stadttheaters mit Sicherheit keine grossen Änderungen vorgenommen werden. Der Projektwettbewerb, der in einem solchen Fall nun lanciert worden wäre, wird somit hinfällig.

Stattdessen wird der Gemeinderat dem Stadtrat als Nächstes nun direkt die Projektierungskredite für die drei verbliebenen Varianten vorlegen. Dies geschehe voraussichtlich im Juni, spätestens aber im August, sagt Steiner. Danach kann die eigentliche Projektierung der Varianten in Angriff genommen werden.

Der Gemeinderat sei mit dem «wertvollen» Ergebnis der Stadtratssitzung vom Montag grundsätzlich zufrieden, sagt Steiner. Ein knapper Variantensieg hätte womöglich zur Folge gehabt, dass die Verlierer deren Umsetzung in weiteren Sitzungen zu verhindern versucht hätten und das Projekt Stadttheater so ins Stocken geraten wäre. «Im Moment aber hat noch keiner verloren», sagt der Stadtschreiber, «das ist der grosse Vorteil des Entscheids vom Montag.»

Ehrgeiziger Zeitplan

Denn Verzögerungen, die wünscht sich beim Projekt Stadttheater nach Jahren der Diskussion heute keiner mehr. Auch im Stadtrat waren sich die Fraktionen am Montag einig: Bis zum 100-Jahr-Jubiläum der altehrwürdigen Kulturstätte 2016 soll das Haus in neuem Glanz erstrahlen. Entsprechend ehrgeizig ist in den Unterlagen zum Projekt das weitere Vorgehen angedacht – «vielleicht ein bisschen gar mutig», wie Stadtschreiber Steiner einräumt.

Bereits im Februar 2013 soll das Langenthaler Stimmvolk gemäss Zeitplan über das Sanierungsprojekt samt dem notwendigen Kredit abstimmen. Noch im Dezember dieses Jahres oder spätestens im Januar 2013 müssten Projekt, Kredit und Abstimmungsbotschaft also vom Stadtrat abgesegnet werden. Womöglich würden diese Entscheidungen allerdings auf zwei Sitzungen verteilt, sagt Steiner – falls völlig offen wäre, ob das Parlament dem Stimmvolk letztlich eine oder mehrere Varianten vorlegen wolle.

Saisonauftakt in neuem Kleid

Die Eröffnung des sanierten Stadttheaters im Jubiläumsjahr 2016 dürfte durch eine solche Verzögerung allerdings kaum gefährdet sein. Die geplante Umbauphase ab Herbst 2013 bis Sommer 2015 lässt zeitlich doch Spielraum zu. Denn gefeiert werden soll das alte Stadttheater in seinem neuen Kleid erst im Spätsommer 2016, pünktlich zum Auftakt in die neue Theatersaison. Diese wird, so viel ist nach der Stadtratssitzung vom Montag gewiss, unter bewährter Trägerschaft in Angriff genommen.

Zwar gab es im Parlament vereinzelt Andeutungen, eine allfällige Ausgliederung des Betriebs in eine eigene Rechtsform könne zu einem späteren Zeitpunkt erneut ins Auge gefasst werden. Stadtschreiber Steiner sagte gestern aber deutlich: Nachdem sich der Stadtrat am Montag gegen die Auslagerung von Liegenschaft und Betrieb in eine Aktiengesellschaft entschieden habe, sei für den Gemeinderat klar, dass das Theater nach der Renovation auch weiterhin Teil der Stadtverwaltung bleibe. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.02.2012, 10:01 Uhr

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