Im Kambly-Zug zum Erlebnis
Von Susanne Graf. Aktualisiert am 13.03.2010
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Das ganze Dorf als Ausflugsziel
Peter Jakob will seine Produkte zeigen, technisch Interessierte anlocken – und Trubschachen definitiv zu einer Attraktion machen. «Wir haben die Chance, Trubschachen als Tagesausflugsziel zu positionieren.» Peter Jakob, Chef der gleichnamigen Drahtseilfabrik, blickt optimistisch in die Zukunft seines Dorfs. Seine Hoffnung gründet zum einen in der neuen Erlebniswelt von Biscuit Kambly (siehe Text nebenan), zum andern will aber auch er seinen Beitrag leisten: «In den nächsten zweieinhalb Jahren investieren wir acht Millionen Franken in die Firma.»
In diesem Zusammenhang will Jakob Orte schaffen, die dem Unternehmen wie der Öffentlichkeit dienen. Konkret plant er einen neuen Fabriktrakt mit allgemein zugänglichem Bereich, in dem auch Events stattfinden können. Die alte Bäckerei nebenan wird abgebrochen, an ihre Stelle tritt ein Park, der Raum für Begegnungen bietet und als Autoabstellplatz dient.
Hier wie dort will Jakob «möglichst viel von dem zeigen, was wir machen». Drahtseile also, dazu Begrünungen von Fassaden oder das aus Drahtseilen bestehende flexible Webnet – was ihm vorschwebt, zeigt das sogenannte Tensegrity. Diese Konstruktion aus Leuchtstäben und gespannten Seilen schmückt seit November das Areal.
Aus dem Interesse, das damit in der Welt der Technik schon geweckt worden ist, schliesst Jakob, dass sich mit seinen Plänen durchaus Leute anlocken lassen. Vervollständigt werden soll das Angebot in Trubschachen durch den Neubau auf der Parzelle des Hotels Bahnhof. Beteiligt an diesem Vorhaben, das dem Dorf einen Volg-Laden bringen könnte, sind unter anderem die Firmen Jakob und Kambly.
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Nächstes Wochenende will die Kambly SA das Geheimnis lüften. Was in den letzten Monaten hinter dem Fabrikladen gebaut und als «Kambly-Erlebnis» angekündigt wurde, soll der Öffentlichkeit am Samstag ab 8.30 Uhr präsentiert werden. Hinter den Regalen, in denen allerlei Kambly-Guezli zum Naschen und zum günstigen Kauf bereitstehen, lädt künftig ein Café mit 60 Sitzplätzen zum Verweilen.
Im gleichen Raum, ohne dass Trennscheiben die Besucherinnen und Besucher auf Distanz halten würden, werden Confiseurinnen ihr Handwerk zeigen. Vor den Augen und im Gespräch mit der Kundschaft werden sie neue Kreationen entstehen lassen. Die moderne Technologie, die in der Fabrik angewandt wird, kann wegen zunehmend strengerer Hygienevorschriften nicht mehr eins zu eins, dafür auf Leinwand bestaunt werden. Im «Knusperhäuschen», einer abgetrennten Ecke neben dem Restaurant, ist zudem eine alte Backstube aufgebaut. Hier kann der Besucher eindrücklich nachempfinden, wie der Gründervater Oscar Kambly vor über 100 Jahren die ersten Bretzeli buk.
Ziel für Touristen
Mit dem neuen Angebot will sich die Kambly SA «zum Ausflugsziel machen», wie CEO Hans-Martin Wahlen gestern vor den Medien sagte. Weil dabei der Bahnhof Trubschachen von zentraler Bedeutung sei, hat die Firma Kambly, die dieses Jahr ihr 100-Jahr-Jubiläum feiert, beschlossen, in den öffentlichen Verkehr zu investieren: Zusammen mit der BLS finanzierte sie einen neuen Zug. Die schnellste Vierachslokomotive der Welt werde die sechs Wagen ziehen. Aussen werde der Zug mit Kambly-Guezli verziert sein, innen sei er ebenfalls «nach unserem Markengeschmack designt», verriet Marketingmitarbeiterin Katja Gäumann.
Einfahrt um 9.05 Uhr
Am Samstag um 9.05 Uhr wird der 167 Meter lange Zug am Bahnhof Trubschachen eintreffen. Oscar A.Kambly, der die Firma in dritter Generation führt, wird ihn zusammen mit dem BLS-Direktor im Beisein geladener Gäste taufen. Um 10 Uhr wird er Richtung Bern losfahren, unterwegs an den Bahnhöfen halten und das interessierte Volk zusteigen lassen (Abfahrtszeiten unter www.kambly.ch). Mit den Stehplätzen sollen gemäss Katja Gäumann rund 500 Personen Platz finden. Am Bahnhof Bern wird etwa Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher eine Rede halten. Später wird am andern Ende der Linie, auf der der Zug künftig regelmässig verkehren wird – in Luzern –, ebenfalls ein festlicher Akt stattfinden.
Hans-Martin Wahlen rechnet am kommenden Eröffnungswochenende mit mindestens 2000 Besuchern pro Tag. Das Kambly-Erlebnis wird künftig auch sonntags offen sein. (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.03.2010, 11:21 Uhr





















