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Gotthelf-Unterricht im Schulhüsli Lütiwil

Von Laura Fehlmann. Aktualisiert am 13.07.2011 2 Kommentare

Das Theater Lützelflüh spielt 30 Szenen aus Jeremias Gotthelfs «Leiden und Freuden eines Schulmeisters». Ein Bilderbogen vor lieblicher Emmentaler Kulisse, wie er schöner nicht sein könnte.

1/11 Impression aus dem Freilichttheater Lütiwil: Leiden und Freuden eines Schulmeisters von Jeremias Gotthelf.
Bild: Hans Wüthrich

   

Schulmeister

Falls das Wetter mitmacht, ist heute Mittwoch, 20.15 Uhr, Premiere des Schauspiels, das Ueli Remund nach dem Roman «Leiden und Freuden eines Schulmeisters» schrieb (siehe Haupttext). Vorstellungen am Freitag, 15. ; Samstag, 16.; Dienstag, 19.; Mittwoch, 20.; Freitag 29. und Samstag, 30.Juli sowie elf Vorstellungen im August. Beginn jeweils 20.15 Uhr. Ende: 23 Uhr. Infos, elektronische Reservation und Wetterauskunft: www.theater-luetzelflueh.ch. Telefonische Reservation zu Bürozeiten: 034 4323799. Abendkasse ab 19 Uhr. Ab 18 Uhr: 078 7746556. Anreise nach Arnisäge über Worb–Biglen oder über Burgdorf–Lützelflüh. Warme Kleider mitnehmen. Wettertelefon ab 18 Uhr: 1600.

Korrektur-Hinweis

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Schulmeister Peter Käser (Roger Mauerhofer) fährt mit dem Fuhrwerk vor das Schulhüsli Lütiwil in Arni. Seine Habe ist so karg wie sein Wissen. «Lehrit!», fordert er die Schulkinder auf, die auf blossen Füssen und nur unregelmässig zum Unterricht erscheinen. Beten, Psalmen singen und, wenns hoch hergeht, in der Bibel lesen zeugen um 1830 von hoher Bildung. Stockschläge sind allerdings an der Tagesordnung, auch beim sonst gutherzigen, naiven Schulmeister Käser.

Der gut aussehende Mann weckt im Dorf Neugierde und bei den Frauen Interesse. Bald heiratet er das Mädeli (Martina Häni). Kind um Kind kommt zur Welt. Der Hungerlohn des Schulmeisters reicht nicht einmal für das Nötigste.

Pittoreske Armut

Dem Stück «Schulmeister» des Theaters Lützelflüh liegt Jeremias Gotthelfs «Leiden und Freuden eines Schulmeisters» zugrunde. Wohl kein Zufall, dass der Autor die Leiden den Freuden voranstellt. Ein Schulmeister ist ein Niemand. «Die Mächtigen sorgten dafür, dass nur die jemand wurden, die aus den Kreisen kamen, wo man schon jemand war», sagt Regisseur Ueli Remund. Er schrieb einen Bilderbogen, den er mit dem Theater Lützelflüh und weiteren Schauspielern aus der Region inszeniert. Er holt das Essenzielle aus Gotthelfs Werk.

Die unvorstellbare Armut wirkt vor der lieblichen Emmentaler Kulisse zwar pittoresk. Aber wahre Armut lässt sich wohl kaum lebensecht darstellen. Trotzdem benennt Remund Gotthelfs Wahrheiten und zeigt: Trotz Schulmeistern bleiben die Menschen ungebildet und sterben so arm, wie sie geboren werden. Der mausarme Schulmeister und seine Familie sind die Helden der Geschichte. Tapfer und fair kämpfen sie um das Überleben. Geschenkt wird ihnen nichts. Allerdings gibt es im Stück so etwas wie ein Happy End: Der Kanton wertet den Schulmeisterberuf auf, und Käser bekommt mehr Lohn.

Über 80 spielen mit

Heute Abend feiert der «Schulmeister» Premiere. Bei der Vorpremiere vor zwei Tagen sassen rund 400 Abonnenten der Berner Zeitung auf der Tribüne. Chefredaktor Michael Hug hiess sie willkommen, um dann selber das Schauspiel vor den grünen «Högern» und dem historischen Schulhüsli zu geniessen.

Der «Schulmeister» ist ein Gemeinschaftswerk: Über 80 Personen spielen mit. Fast die Hälfte von ihnen stammt aus Arni und Umgebung. Die Vereine sorgen für Verpflegung, und hinter den Kulissen sorgen unzählige Helfer dafür, dass alles rund läuft. Weidende Kühe, währschafte Bauernhäuser und Stallgeruch lassen die Freilicht-Theateraufführung zu einer Reise in Gotthelfs Zeiten werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.07.2011, 06:01 Uhr

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2 Kommentare

Daniel Murmann

13.07.2011, 10:57 Uhr
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Schon das erste Bild auf der Seite sieht toll aus und könnte gemalt werden. :-)
Gotthelf ist in diesem Jahr häufig an Aufführungen anzutreffen. Der Spielort dieser Aufführung, mit dem Schulhaus sind einmalig und nach Ihrem Text und natürlich auch den Hintergrundinformationen, bin jetzt richtig gespannt, wie das Theater auf mich wirkt. Freue mich.
Antworten


katahrina steffen

14.07.2011, 13:59 Uhr
Melden

ja ich finde das super das man noch etwas hört von diesem schulheuschen bin ja auch noch dort in die schule gegangen kene es noch genau Antworten



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