Goldrausch im Wasserbecken

Am Wochenende zählte jedes Goldflitterchen: In Bowil ist die alle zwei Jahre stattfindende Schweizer Meisterschaft im Goldwaschen über die Bühne gegangen. Etliche Teilnehmer reisten sogar aus dem benachbarten Ausland an.

Konzentriert bei der Sache: Die Teilnehmer suchen in Wasserbecken, die Bäche simulieren, wettbewerbsmässig nach Gold.

Konzentriert bei der Sache: Die Teilnehmer suchen in Wasserbecken, die Bäche simulieren, wettbewerbsmässig nach Gold. (Bild: Walter Pfäffli)

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So sicher wie das Gold in Fort Knox aufbewahrt ist, so sicher ist das Geheimnis der Anzahl Goldflitter bei Peter Grubenmann aufgehoben. Denn der Mitorganisator der 10.Schweizer Meisterschaft im Goldwaschen in Bowil ist für das Abfüllen des Wettkampfgoldes zuständig.

Etwas abseits vom Wettbewerbsfeld steht eine grosse Mulde mit Sand, davor 20 Kessel, die bereits halb aufgefüllt sind. Zuerst steckt Grubenmann in jeden der Behälter ein geschlossenes Plastikröhrchen mit Goldflitter. Wie viel Flitter sich darin befinden, weiss nur er. Danach öffnet er eigenhändig bei jedem Röhrchen den Verschluss und leert das Gold in den Kessel. Als nächstes schütten Helfer erneut Sand darüber.

«Jeder Kessel ist 14 Kilo schwer», erklärt der in Ostermundigen wohnhafte 69-Jährige, der das Prozedere vor jedem Durchgang wiederholt.

Die Zahl der Flitter variiere von Runde zu Runde, erklärt Grubenmann und lässt sich dann doch ein bisschen in die Karten schauen: «Es sind jeweils zwischen 5 und 12 Stück.»

Die Plastikröhrchen füllte Grubenmann bei sich zu Hause ab. Ungefähr 640 Stück stehen bereit, denn die Anmeldung erfolgt vor Ort. Die Teilnehmerzahl im Vorfeld abzuschätzen, sei das Schwierigste am Organisieren, sagt Grubenmann, der das Wettkampfgold nicht selber gewaschen, sondern in Willisau gekauft hat. Nach dem Wettkampf können die Teilnehmer das gefundene Gold behalten. Doch reich werden sie damit nicht. Ein Gramm Gold habe einen ungefähren Wert von 30 Franken. Um auf ein Gramm zu kommen, benötige man ungefähr 1000 Flitter, rechnet Richard Liechti, Helfer an der Schweizer Meisterschaft, vor. «So gesehen haben die gewonnenen Flitter nur einen symbolischen Wert.»

Knietief im kalten Wasser

Rund 100 Teilnehmer beteiligen sich am Goldrausch, dabei wird in den Kategorien Amateur, Damen- und Herrenprofi, Jugendliche, Veteranen sowie im Zweierteam gestartet. Pro Kategorie zahlen die Teilnehmenden ein Startgeld von 30 Franken. Nebst Schweizern sind auch Leute aus Holland, Deutschland, Österreich und Italien – wo übrigens im nächsten Monat die Weltmeisterschaft stattfinden wird – angereist. Einige von ihnen campieren auf einer Wiese neben dem Festgelände. Gewaschen wird während des Wettkampfes in Gruppen von maximal 20 Personen. Zu laufender Countrymusik stehen die Teilnehmer knietief in einer Wanne mit kaltem Wasser, ohne zu wissen, wie viele Flitterchen sich im Sand befinden.

Auf Kommando gehts los. Meist sind noch keine drei Minuten verstrichen, als die ersten Teilnehmenden auch schon die Pfanne in die Höhe heben. Damit signalisieren sie, dass sie alle Flitter gefunden zu haben glauben. Doch es gibt auch solche, die nach sechs Minuten immer noch im trüben Wasser stehen. Laut Reglement wird nach 15 Minuten abgebrochen.

Sieger ist, wer innert der kürzesten Zeit das Wettkampfgold gefunden hat. Pro verlorenes Flitterchen gebe es drei Minuten Strafzeit, erklärt der 41-jährige Richard Liechti aus Ramsei, der selber an der alle zwei Jahre stattfindenden Meisterschaft teilnimmt. Extra dafür trainiert habe er nicht. Aber es gebe Leute, die daheim ein Becken besässen und sich jeweils auf die Wettkämpfe vorbereiteten.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 06.07.2009, 09:12 Uhr

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