Wynau

Glockenklau: Waren es tatsächlich Metalldiebe?

WynauDie in Wynau gestohlenen Kirchenglocken können verkleinert und verkauft werden, glaubt ein Fachmann. Die Polizei hat keinen Anhaltspunkt für ein Motiv, aber zwei Männer angehalten. Ob sie mit der Sache zu tun haben, ist offen.

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In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte die beiden alten Kirchenglocken vor der Kirche Wynau auf einen Lieferwagen geladen und sich damit aus dem Staub gemacht. In Bezug auf das Motiv ermittelt die Polizei in alle Richtungen, wie Sprecher Andreas Hofmann sagt. Gestern Morgen hat die Polizei in Wynau zwei Männer angehalten, die mit einem anderen Diebstahl in Verbindung gebracht werden. Derzeit Zeitpunkt sei kein Zusammenhang mit den gestohlenen Glocken erkennbar, so Hofmann. «Die Ermittlungen laufen.»

Dass die Glocken Metallhändlern zum Opfer gefallen sind, kann sich René Zimmerli gut vorstellen. «Zerschlägt man sie in kleine Stücke, die keinen Rückschluss auf ihre Herkunft zulassen, lassen sie sich verkaufen», sagt der Chef der Aarwanger Recyclingfirma Zimmerli AG. «Ich könnte mir vorstellen, dass das gemacht wird.» Glockengiessereien verwendeten eine speziell legierte Bronze. Aber auch so könne das Rohmaterial wiederverwendet werden, sagt Zimmerli. «Man kann es beispielsweise einschmelzen und damit neu giessen.» Wie viel die Diebe an der Hehlerware verdienen könnten, ist unklar. Zumal Kirchengemeinderatspräsident Helmut Barner nicht genau sagen kann, wie schwer das Kircheneigentum wiegt. Bei einem handelsüblichen Preis geht Zimmerli von einem Erlös um 4 Franken pro Kilo aus. Glocken in dieser Grössenordnung wurden ihm nie angeboten; kleinere schon. «Sammlerstücke wie Schwingpreise oder Kuhglocken aus privaten Hausräumungen.» Bei grossen Metallmengen kennt der Verband Schweizerischer Schrottverbraucher, dem auch die Zimmerli AG angehört, eine Art Alarmsystem: Wird irgendwo geklaut, geht eine Meldung an die Mitglieder raus.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 17.10.2012, 20:21 Uhr

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