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Gemeindepräsident hofft auf Ruhe in der Verwaltung
Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 12.03.2010
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Was ist eigentlich los mit der Gemeindeverwaltung? Das fragen sich mittlerweile etliche Einwohner von Seeberg. Mitte 2009 kündigte die damalige Gemeindeschreiberin Regina Glauser ihre Stelle – nach nur knapp zweijähriger Tätigkeit. Bald darauf folgte der Abgang der Verwaltungsangestellten. Der Gemeinderat stellte deswegen drei Fachpersonen zeitlich befristet ein. Auf der Suche nach einem Gemeindeschreiber wurde der Gemeinderat fündig. Ab 1.April 2010 sollte Daniel Leumann das Amt übernehmen. Doch daraus wird nichts.
«Völlig überraschend»
Im Januar teilte Leumann dem Gemeinderat mit, dass er die Stelle nicht antreten werde – aus persönlichen Gründen (wir haben berichtet). «Das kam völlig überraschend für uns», sagt Roland Grütter, Gemeindepräsident von Seeberg, auf Anfrage der BZ. «Mit der Gemeinde Seeberg hat dies aber nichts zu tun», beteuert er.
Daniel Leumann habe sich auf die neue Aufgabe gefreut und bereits begonnen, sich darauf vorzubereiten. «Ich weiss, sein Verzicht sieht eigenartig aus», so Grütter, «doch wenn man seine Gründe kennt, kann man Verständnis dafür haben.» Leumann selbst ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar, er weilt gegenwärtig in den Ferien. Immerhin: Gemäss Informationen der BZ wird er bald eine andere Stelle antreten – ab 1.April 2010 als Gemeindeschreiber von Iffwil bei Jegenstorf.
Schon im Jahr 2007 war in Seeberg Kritik laut geworden: bei der Anstellung von Regina Glauser als Gemeindeschreiberin. Die Wahl der Lebenspartnerin des Bruders von Gemeindepräsident Roland Grütter rieche nach Vetternwirtschaft, hiess es damals.
Ein Führungsproblem?
Nun haben die personellen Wirbel in der Seeberger Gemeindeverwaltung wieder Kopfschütteln ausgelöst. Es sei nicht alles rund gelaufen, hört man. Wer nachfragt, vernimmt Vermutungen, Gerüchte und Andeutungen. Von konkreten Vorfällen will niemand Kenntnis haben, und niemand möchte mit Namen in der Zeitung genannt sein. Doch es wird gemunkelt, dem Gemeinderat fehle das Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Angestellten. Man habe die Leute zum Teil vor den Kopf gestossen. «Ich denke, dass ein Manko in Bezug auf die Personalführung besteht», sagt ein Einwohner.
«Ich habe Verständnis dafür, dass die personellen Wechsel eine gewisse Unsicherheit mit sich brachten», sagt Gemeindepräsident Roland Grütter. Kritische Stimmen habe er jedoch nur wenige gehört. Zum Abgang der Verwaltungsangestellten sagt Grütter: «Bei Anstellungen kommt das vor: Manchmal passt es, manchmal nicht, das kann auf beiden Seiten so sein.» Grütter räumt ein, dass der Zeitpunkt des Weggangs «unglücklich» war. «Wir sind in eine schwierige Situation gekommen.» Der Gemeinderat habe aber gehandelt, um eine Lösung zu finden, genau gleich wie nach der Absage von Daniel Leumann.
Der Gemeindepräsident hofft, «dass nun Ruhe einkehrt». Denn ab dem kommenden 1.April amtet Beatrix Held, bisherige Gemeinderätin und frühere Finanzverwalterin von Seeberg, neu als «Gemeindeverwalterin». In dieser Position leitet sie die Gemeindeschreiberei wie auch die Finanzverwaltung, dazu stehen ihr Fachkräfte zur Seite. Dieses neue Verwaltungsmodell läuft in Seeberg als Versuch bis Ende Jahr. Bewährt es sich für beide Seiten, möchte der Gemeinderat die Weichen stellen für eine Dauerlösung.
Vertrauen zurückgewinnen
Gemeindepräsident Grütter ist zuversichtlich, dass es Beatrix Held gelingt, wieder Konstanz in die Verwaltung zu bringen. Und: «Als ehemalige Finanzverwalterin und Gemeinderätin weiss sie, worauf sie sich einlässt. Das spricht eigentlich für uns», verteidigt Grütter die Zusammenarbeit des Gemeinderates mit den Angestellten.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 12.03.2010, 09:46 Uhr
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