Gehen die Falcons mit Mini-Budget in die NLB?

Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 18.03.2010

Die Huttwil Falcons wollen in die NLB aufsteigen, das geforderte Budget von zwei Millionen Franken allerdings nicht erfüllen. Die wichtigste Sparmassnahme von Geldgeber Markus Bösiger: keine Ausländer verpflichten.

Bekommen die Zuschauer im Nationalen Sportcenter bald NLB-Hockey geboten? Die Huttwil Falcons könnten den Aufstieg schaffen.

Walter Pfäffli

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Die Finalrunde

Frauenfeld, Huttwil und Winterthur (alle 1.Liga) können Amateur-Schweizer-Meister im Eishockey werden. Die Spiele der Finalrunde auf einen Blick:

Sa, 20.März: Martigny - Winterthur. Di, 23.März: Winterthur - Huttwil Falcons. Do, 25.März: Huttwil Falcons - Martigny (20 Uhr, Nat. Sportcenter). Final der zwei besten Teams: Sa, 27.März. Der Sieger schafft die sportlichen Voraussetzungen für die NLB.

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Die Huttwil Falcons sind die Überflieger der Saison. Den Playoff-Final der 1.-Liga-Gruppe 2 haben sie am Dienstag gewonnen, Wiki-Münsingen wurde mit 3:1-Siegen in die Ferien geschickt. «Wie weit fliegen die Falken noch?», fragt sich der Hockeyfan. Reicht die Kraft am Ende für den Aufstieg in die National League B?

«Nicht nachhaltig»

Am Sonntag steht das erste von maximal drei Finalspielen auf dem Programm (siehe Kasten). Gewinnen die Falken das Entscheidungsspiel am 27.März, sind die sportlichen Voraussetzungen für die NLB erfüllt. Doch: Erfüllen sie auch die finanziellen? Wer aufsteigen will, muss gemäss der Nationalliga ein Budget von rund zwei Millionen Franken vorweisen – und so viel Geld will Markus Bösiger, Verwaltungsrat der Falcons und Besitzer des Nationalen Sportcenters Huttwil, nicht in die Hand nehmen. «Das wäre absolut nicht nachhaltig», ist er überzeugt.

Ungemütliche Situation

Obwohl das NLB-Budget vorliegt, wollen die Huttwiler gegenwärtig keine Zahlen bekannt geben. Im Februar haben sie ihr Budget zusammen mit dem Aufstiegsgesuch bei der Nationalliga deponiert, bis Ende März dürfte die Antwort eintreffen. Für Markus Bösiger eine ungemütliche Situation. Sollte der sportliche Aufstieg gelingen und die Liga trotzdem Nein sagen, «dann überlege ich mir, im Nationalen Sportcenter die Eismaschinen abzuschalten», droht er. «Mir muss niemand erzählen, wie ich zu wirtschaften habe.»

Dass die meisten NLB-Teams ein Budget von zwei bis drei Millionen Franken haben, stört den Unternehmer herzlich wenig. Er weiss genau, wo er im Vergleich zur Konkurrenz deutlich günstiger fahren könnte: bei den Ausländern. Ginge es nach Markus Bösiger, kämen in der NLB nur noch Schweizer zum Einsatz. Es sei schlicht «ein Witz» und «ein Blödsinn», dass die Klubs so viel Geld in ausländische Spieler investieren würden, statt in den eigenen Nachwuchs. In Huttwil sollen diese «Kostentreiber» nie aufs finanzielle Ergebnis drücken, betont Bösiger. «Wir versuchen es mit motivierten, einheimischen Spielern und mit Herzblut – statt mit dem grossen Geld.»

Für die Strategie der Huttwil Falcons hat Werner Augsburger, Geschäftsführer der Nationalliga, durchaus Verständnis. Fraglich sei für ihn aber, «ob eine solche Mannschaft auch konkurrenzfähig ist». In allen NLB-Teams würden Ausländer heute wichtige Rollen einnehmen. «Das dürfte in der nächsten Saison nicht anders sein.»

In der NLB zu schwach?

Ob die Huttwiler mit ihrem kleinen Budget grünes Licht für die NLB erhalten würden, lässt Augsburger offen. Die verlangten zwei Millionen Franken seien «ein Richtwert», präzisiert er. «Entscheidend ist, welche Ausgaben – wie beispielsweise die Infrastrukturmiete – in welchem Mass das Klubbudget belasten.» Definiert habe die Nationalliga den Betrag auf Grund der Ereignisse der Saison 2008/09. Damals begannen die Neuchâtel Young Sprinters mit einem deutlich tieferen Budget – und erlitten finanziellen Schiffbruch.

So weit soll es für die Huttwil Falcons gewiss nicht kommen. «Wir planen nachhaltig und langfristig», sagt Markus Bösiger, «der Aufstieg muss nicht zwingend in dieser Saison gelingen.» Aber er könnte gelingen, wenn die Falken ihren Höhenflug bis zum Final fortsetzen – und nicht vorher Federn lassen müssen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.03.2010, 10:03 Uhr

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