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Gassenküche im Zirkuswagen?
Von Johannes Hofstetter. Aktualisiert am 04.03.2010
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Von einem konkreten Projekt zu sprechen wäre übertrieben. Aber zu mehr als einer Idee ist die Sache bereits gediehen: Der Burgdorfer Martin Stäger möchte einen ausrangierten Zirkuswagen zu einer Gassenküche für die Alkoholikerszene umbauen. Wo er die Anlaufstelle realisieren will, ist unklar. Was er darin anbieten will, weiss er noch nicht. Und auf die Frage, wer sich daran wie beteiligen soll, hat er noch keine Antwort gefunden.
Neuwertig und antik
Feilgeboten wird der Wagen vom Atelier für Kommunikation aus Kleinlützel. Bei dem Gefährt handelt es sich um einen 11 Meter langen, 3,3 Meter hohen und 2,5 Meter breiten antiken holländischen Zirkuswagen mit neuem Chassis und altem Interieur samt Schnitzereien und verzierten Scheiben. Ausgerüstet ist es mit einer Kaffeemaschine, einem Geschirrspüler, einem Kühl- und Gefrierschrank, einem Mikrowellenherd, einem Putzschränkli, Geschirr, einer Musikanlage und einer Heizung.
Bar und Bistrotische
Innen bietet der Wagen nach Verkäuferangaben «an Bistrotischen und Bar» 25 Personen Platz; draussen können sich weitere 50 Menschen niederlassen. Als Regen- und Sonnenschutz steht ein Vorzelt zur Verfügung.
50'000 Franken
Als «Verhandlungsbasis» nennt der Verkäufer auf seiner Website 50'000 Franken. Martin Stäger steht insofern etwas unter Zeitdruck, als er dem Atelier für Kommunikation «bis in drei Wochen» sagen muss, ob er den Wagen haben will. «Wenn ich diese Frist verstreichen lasse, ist er weg», sagt der Burgdorfer.
«Aber bevor ich eine Entscheidung treffe, will ich das Vorhaben möglichst breit abstützen.» Stäger hofft, dass sich kirchliche Kreise genauso mit seinem Plan identifizieren können wie Privatpersonen oder Sponsoren aus der Wirtschaft.
Stadt ist nicht abgeneigt
Zum Abstützen gehört auch, die Stadt nach ihrer Meinung zu fragen. Dort rennt Stäger zwar nicht offene Türen ein. Auf Ablehnung stösst er aber auch nicht. Andreas Diggelmann, der Leiter der Burgdorfer Sozialdirektion, sagt, eine von wem auch immer betriebene Gassenküche müsste «in das politische Konzept der Stadt passen». Um abzuklären, ob der Zirkuswagen dieses Kriterium erfüllen würde, habe er Stäger um ein Konzept gebeten.
Annette Wisler Albrecht, die für das Sozialwesen zuständige Gemeinderätin, sagt, sie finde es «immer gut, wenn sich Private um Hilfsbedürftige kümmern, statt diese Aufgabe einfach an die Stadt zu delegieren». (Berner Zeitung)
Erstellt: 04.03.2010, 08:50 Uhr
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