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Freikirche ICF bringt Hotel in die Bredouille

Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 10.09.2011 7 Kommentare

Die umstrittene Freikirche ICF will in Langenthal einen Ableger gründen. Der Startevent soll im Parkhotel über die Bühne gehen. Die Hotelmanagerin distanziert sich jetzt öffentlich von ICF und sagt: «Wir werden den Anlass gut beobachten.»

So begeht die Freikirche ICF Gottesdienste: Besucher zelebrieren ihren Glauben bei einem Anlass im Stadtberner Theater National.

So begeht die Freikirche ICF Gottesdienste: Besucher zelebrieren ihren Glauben bei einem Anlass im Stadtberner Theater National.
Bild: Christian Pfander

Wunderheiler bei der Freikirche

Die Freikirche International Christian Fellowship (ICF) landet regelmässig in den Schlagzeilen: Zuletzt in diesem Juni, als bekannt wurde, dass ICF den deutschen Prediger Reinhard Bonnke ins Zürcher Hallenstadion eingeladen hatte. Im Vorfeld des Anlasses kam es zu Protesten gegen den selbst ernannten Wunderheiler und «Mähdrescher Gottes». Der Zürcher Sektenexperte Hugo Stamm warnte: Bonnke behaupte, auch schlimmste Krankheiten liessen sich durch den rechten Glauben heilen. Diese «Heilungsgottesdienste» seien aber «Scharlatanerie». Ganz so arg war dann Bonnkes Auftritt offenbar nicht. Stamm war selber dabei, sein Urteil: «Die Kranken und Verletzten, die teilweise von weit angereist waren, wurden enttäuscht. Der selbst ernannte ‹Mähdrescher Gottes› hatte keine Lust, die Heilkraft Gottes über Zürich zu ergiessen.» Gegründet wurde die Freikirche ICF 1996 von Leo Bigger, einem Katholiken. Aktuell gibt es in der Schweiz um die 20 Gemeinden, Ableger bestehen auch im Ausland. Umstritten ist, ob es sich bei ICF um eine Sekte handelt. Sektenexperte Georg Schmid sen. hat 2010 der BZ gesagt, ICF habe «sektenhafte Züge». Die Freikirche funktioniere wie «eine amerikanische Marketingfirma». baz

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Die Freikirche International Christian Fellowship (ICF) sorgt schweizweit immer wieder für Furore. Was auch immer die umstrittene religiöse Vereinigung tut, die Reaktionen kommen postwendend. Die einen verteufeln ICF, verschreien die Freikirche als Sekte; die anderen rühmen den Zusammenhalt und feiern ekstatisch an den Gottesdiensten.

Jetzt steht die Freikirche vor dem Sprung nach Langenthal. Seit diesem Monat führt die Sektion ICF Mittelland Gottesdienste in der Stadt durch; am vergangenen Sonntag zum Beispiel in der Hasli-Bar. Am 6.November erfolgt der offizielle Gründungsakt der ICF-Kirche Langenthal, der sogenannte Big Bang. Dafür hat ICF einen Teil der Westhalle im Parkhotel reserviert. Laut Patric Neeser, Sprecher von ICF Mittelland, werden mehrere 100 Personen erwartet. Auf dem Programm stehen Konzerte und «ein visionärer Gottesdienst».

Stierli grenzt sich von ICF ab

Doch genau das sorgt nun bei den Verantwortlichen vom Parkhotel für Unmut. Geschäftsführerin Alexandra Stierli ist am Telefon hörbar um Distanz bemüht. Sie bestätigt zwar die Reservation von ICF, betont aber, diese sei erst «provisorisch» erfolgt. Und Stierli ergänzt: «Wir sind in erster Linie ein Business- und Lifestylehotel.» Firmen und Geschäftskunden würden «absolute Priorität» geniessen. «Organisationen wie ICF sind nicht unser Zielpublikum. Und wir sind nicht erpicht auf ihre Veranstaltungen.» Zudem sei das Parkhotel, das wiederholt Stierli mehrmals, «kein offizieller Treffpunkt der Freikirche». Man vermiete einzig die Halle, mehr nicht.

Ihr Veto einlegen für einen Anlass würde die Hotelmanagerin allerdings erst bei «absolut unmoralischen oder rechtsextremen» Veranstaltungen.

Es ist das erste Mal, dass eine Freikirche wie ICF einen Grossanlass im Parkhotel durchführen will. «Wir werden gut beobachten, wie der Anlass im November abläuft», sagt Geschäftsführerin Stierli. Wichtig sei, dass niemand von den anderen Gästen gestört werde. Denn bereits am 17.Dezember hat ICF wieder einen Teil der Halle im Parkhotel reserviert. An diesem Abend will die Freikirche in Langenthal Weihnachten feiern. Und wiederum dürften dann mehrere Hundert Besucher in den Oberaargau pilgern.

Freikirche sucht ein Quartier

Dass die Freikirche nun in den Oberaargau expandiert, ist ein Indiz für ihren Erfolg. Die Besucherzahlen und die Spendengelder von ICF Mittelland sind laut Sprecher Neeser steigend. Und weil man bei den Veranstaltungen von ICF Mittelland in Oftringen viele Besucher aus dem Raum Langenthal habe, lohne es sich nun, im Oberaargau eine eigene Kirche zu gründen. Derzeit sucht die Freikirche noch einen fixen Standort für ihr Quartier. Laut Neeser sind diverse Räume im Gespräch, konkreter will er indessen nicht werden.

Wüthrich: «Wir wachsen»

Expansionspläne hegte auch die ICF-Sektion Emmental für den Raum Huttwil (wir berichteten). Doch bis auf weiteres wird es im Blumenstädtli keinen Ableger der Freikirche geben. Grund: Vor kurzem hat ICF Emmental das Restaurant Kreuz in Hasle-Rüegsau gekauft. Man wolle die Kräfte jetzt dort bündeln, sagt Florian Wüthrich, Sprecher von ICF Emmental. Geplant sind unter anderem ein Hotelbetrieb und eine Eventhalle. Später will Wüthrich wieder Huttwil in den Fokus nehmen. Denn auch seine Gemeinde vermeldet mehr Besucher und mehr Spenden. «Wir wachsen», sagt Wüthrich. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.09.2011, 10:54 Uhr

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7 Kommentare

James Vonlanthen

13.09.2011, 08:13 Uhr
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Ganz klar ist die ICF als Sekte zu kategorisieren, die schwächere Glieder der Gesellschaft wie ein Staubsauger aufsaugt. Habe dies sogar selber hautnah bei einem Bekannten miterlebt. Betreffend dem freiwilligen Beitrag (Lohnabzug) versteht sich von selbst, dass "wer nicht zahlt, nicht richtig dazu gehört und gemobbt wird". Antworten


Andreas von Burg

10.09.2011, 15:03 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Dieses ICF scheint ja ungeheuer bedrohend. Frau Stierli hingegen bringt sich selbst in die Bredouille. Das Geld für die Miete nimmt sie ja auch... es ist hoffentlich nicht verseucht..... Solche Berichte disqualifizieren sich selbst... Antworten



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