Sumiswald

«Festhütte» Sumiswald: Alle helfen

SumiswaldGotthelf-Märit, Emmentalisches Schwingfest, Bikerparty: In der Gemeinde wird in den kommenden Wochen viel los sein. Das verlangt den Freiwilligen und den Vereinen einiges ab. Doch man ist im Dorf gerne bereit, zusammenzustehen.

Die Solidarität in der Gemeinde ist gross. Am Gotthelf-Märit werden genügend Helfer vor Ort sein.

Die Solidarität in der Gemeinde ist gross. Am Gotthelf-Märit werden genügend Helfer vor Ort sein. Bild: Olaf Nörrenberg

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Wer feiern will ohne Ende, ist bis anhin nach Mallorca geflogen und hat es am Ballermann so richtig krachen lassen. Zumindest bis vor kurzem. Doch nun soll es braver zu- und hergehen auf der Baleareninsel. Die Lokalbehörden wollen dem überbordenden Feiern Einhalt gebieten. Die Partyhungrigen werden Alternativen suchen müssen. Der eine oder andere Festbruder könnte sich in diesem Sommer durchaus für Sumiswald entscheiden.

Zugegeben: Die Grüene ist nicht das Meer, und Palmen gibt es in Sumiswald auch nicht. An den grossen Festen, die vor der Türe stehen, wird es zudem aller Voraussicht nach wesentlich ­gesitteter zugehen als am Ballermann. Doch der Gotthelf-Märit am 11. Juni, das Emmentalische Schwingfest zwei Wochen später und die Internationale Biker­party wiederum einen Monat danach werden Tausende, ja Zehntausende in die Gemeinde locken – die das eine oder andere Bierchen trinken werden. Es ist in den kommenden Wochen also ganz viel los in der 5000-Seelen-Gemeinde.

Festzelt zweimal im Einsatz

Klar ist: Es braucht, viele, sehr viele Helferinnen und Helfer, die aufstellen, abräumen, Getränke ausschenken und Risotto schöpfen. Hunderte Freiwillige, Dutzende Vereine werden in Sumiswald im Einsatz stehen. Da stellt sich die Frage: Jagen sich die Organisatoren der drei grossen Anlässe gegenseitig das Personal ab? Das scheint nicht der Fall zu sein.

«Es gibt keine Konkurrenz um die Helfer», ist Ruth Kühni überzeugt. Vielmehr stellt die OK-Chefin des Gotthelf-Märits eine «Riesensolidarität» in der Gemeinde fest. Die spezielle Konstellation in diesem Jahr bringe sogar Vorteile: Die Schwinger zum Beispiel würden ihr Festzelt gleich nach dem Märit auf das ­Gelände des Schwingfests transportieren.

Am Emmentalischen Schwingfest in Sumiswald vom 24. bis zum 26. Juni werden rund 700 Helfer gebraucht – davon viele aus dem Dorf. «Wir haben genug Leute ­gefunden», sagt OK-Chef Erich Trachsel. Auch er ist überzeugt, dass sich die Grossveranstaltungen nicht in die Quere kommen. Die Bikerparty zum Beispiel spreche andere Leute an. Und ­Synergien gebe es nicht nur mit dem Gotthelf-Märit. Man sei mit dem Emmentalischen Musiktag, der dieses Wochenende in Wasen stattfand, eine Kooperation eingegangen. «Zwanzig unserer Leute halfen ihnen, im Gegenzug werden zwanzig von ihnen bei uns mitmachen.»

Den krönenden Abschluss des Festreigens wird die 14. Internationale Bikerparty vom 21. bis zum 24. Juli bilden. OK-Chef Florian Gerber mag nicht über die Helfersituation klagen. «Wir haben genügend Leute.»Etwas mehr als zwanzig Vereine hälfen mit, darunter viele auswärtige, etliche seien seit vielen Austragungen dabei. Den Schwingern stelle man Material, etwa Barelemente, zur Verfügung.

Die Sause kann beginnen: Auch an der Bikerparty wird es nicht an helfenden Händen mangeln. Bild: Marcel Bieri

Aus der Idee hingegen, die Feste zusammenzulegen, sei nichts geworden. «Das wurde nur kurz diskutiert.» Zum einen habe man keinen gemeinsamen Termin gefunden, zum anderen wäre das Festgelände so noch grösser geworden – «mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Kulturland», erklärt der Chef der grössten Bikerparty Europas.

Von allen OK angefragt

Bei den örtlichen Vereinen ist viel Enthusiasmus zu spüren. Es wird aber auch nicht verhehlt, dass der Festreigen neben viel Freude doch auch viel Arbeit bedeutet. «Uns betrifft die Situation natürlich stark», erklärt Margrith Affolter vom lokalen Samariterverein. Mit den 15 Mitgliedern alleine könne man die Anlässe nicht stemmen. «Wir sind deshalb auf die umliegenden Samaritervereine angewiesen.» Beschränken muss sich auch der TV Sumiswald. «Wir sind von allen drei OK angefragt worden», sagt Präsidentin Daniela Reber. Zugesagt habe man schliesslich nur den Bikern. «Von uns werden 18 Leute vor Ort sein.»

Auch der Landfrauenverein Wasen bekam von allen Veranstaltern Post. «Wir konzentrieren uns auf den Musiktag sowie auf den Gotthelf-Märit», erklärt Elsbeth Kohler. Etliche Vereinsmitglieder würden aber trotzdem bei Bikern und Schwingern mithelfen, denn: «Viele sind ja nicht nur bei uns mit dabei.» Kohler ist nicht überrascht, dass alle drei Grossveranstaltungen genügend Helfer gefunden haben. «In dieser Gegend wissen halt alle noch, dass man einander braucht.»

Fuder nicht überladen

Viel zu tun haben auch der SV ­Sumiswald und der Schwingklub Sumiswald: Sie sind zwei von drei Trägervereinen des Emmentalischen Schwingfests. Das hält beide allerdings nicht davon ab, zwei Wochen zuvor bereits am Gotthelf-Märit eine Festwirtschaft zu betreiben. Für den Fussball­verein seien solche Einsätze eine ­Abwägungsfrage, erklärt Prä­sident Alain Geering: «Wir müssen schon aufpassen, dass wir das Fuder nicht überladen.» Deshalb habe man den Sponsorenlauf abgesagt, zudem werde das Grümpelturnier, wenn überhaupt, nur in verkleinerter Form stattfinden.

In Sumiswald ist die Solidarität also gross. Die Bewohner werden viel Freizeit für die grossen Sausen hergeben. Und die getane Arbeit zusammen feiern – am Märit, bei den Schwingern und den Bikern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.05.2016, 15:58 Uhr

Grossbaustelle erschwert den Verkehr

Als wären die drei Grossveranstaltungen für Sumiswald nicht schon genug, sorgt derzeit eine Grossbaustelle mitten im Dorf für zusätzliche Komplexität. Gemeindeverwalter Martin Affolter sagt denn auch auf Anfrage, dass die Baustelle wahrscheinlich Auswirkungen auf die Feste haben wird. «Es wird wohl zu Rückstau kommen.» Immerhin: Bis zum Gotthelfmärit am 11. Juni sollen die zentrale Kreuzung und die Spitalstrasse wieder befahrbar sein. Von den Bauarbeiten betroffen wäre dann noch der Bereich Coop/Dorfgasse.

Die Chefin des Gotthelfmärits zählt darauf, dass dieser Fahrplan eingehalten wird. «Das ist für uns entscheidend», so Ruth Kühni. Denn es sei wichtig, dass die Besucher über die Kreuzung zu den Parkplätzen hinter dem alten Spital gelangen könnten. Das gleiche wird für das Emmentalische Schwingfest gelten, dass ebenfalls hinter dem alten Spital stattfindet. OK-Chef ErichTrachsel meint, dass sich am Gotthelfmärit weisen wird, wie sehr die Baustelle den Verkehr erschwert.

Beim Bikerparty-OK macht man keinen Hehl daraus, dass man mit der Baustellensituation nicht glücklich ist. «Verzögern sich die Bauarbeiten, gibt es ein Chaos», ist Urs Eggimann von den Dead Riders überzeugt. Denn das Festgelände befinde sich Ausgangs Sumiswald Richtung Gammenthal – also in unmittelbarer Nähe der Baustelle. Dann könne es noch mehr Stau geben als bei den vergangenen Austragungen – «und da standen die Gefährte teils 5 bis 6 Kilometer vor Sumiswald»», so Eggimann.

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