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Familie macht Zirkus im eigenen Garten

Von Gertrud Lehmann. Aktualisiert am 27.05.2010

Als Familienzirkus vor Publikum auftreten – ein gewiss ungewöhnliches Hobby, dem die Familie Schädler in Burgdorf frönt.

Familie Schädler in Aktion: Ihr Garten wird zur Manege, sie selber zur Artistengruppe.

Familie Schädler in Aktion: Ihr Garten wird zur Manege, sie selber zur Artistengruppe.
Bild: Hans Wüthrich

Im Dachfenster spielen sich mit Blümchen und Küsschen Szenen einer Musterehe ab. Rita und Stefan Schädler, im normalen Leben Lehrerin und Physiotherapeut, mimen als Paula und Franz Hugentobler ein komisches Paar. Ihr Glück währt so lange, bis die Sache mit dem Vogel passiert. Fridolin Rabe, eine Handpuppe, ist nämlich mit seiner engen Behausung unzufrieden, will raus, in den Zirkus. Drum stellt er sich tot, und als die gute Paula ihn entdeckt, wirft sie in ihrer Wut den schuldigen Franz aus dem Haus. Im Garten, wo er Zuflucht sucht, leben schon drei heimatlose Zirkuskinder nebst Vogel Fridolin.

Fakir und Feuerschlucker

Nun geht es erst richtig los, ein Kunststück folgt auf das nächste. Die 9-jährige Martina glänzt als Einradfahrerin, ihre 12- und 13-jährigen Brüder Florin und Lucca jonglieren, spielen Fakir und Feuerschlucker. Dazwischen zeigen alle drei rasante Kunstturnstücke. Die Zuschauer auf den Gartenbänken applaudieren begeistert, während die kleinen Artisten mit ausgebreiteten Armen «Malu Floriste» rufend den Beifall entgegennehmen, als hätten sie ihrer Lebtag nichts anderes getan. Der Zirkusname setzt sich aus ihren Anfangsbuchstaben zusammen.

In der Scuola Dimitri

Beide Erwachsenen haben Theaterkurse besucht, die Kinder im Zirkus Wunderplunder Erfahrungen gesammelt und in den Ferien die Scuola Dimitri besucht. Das Jonglieren könne man sogar im Schulsport lernen. Das unter Mithilfe des befreundeten Theaterprofis Gregor Schaller entstandene Stück wurde letztes Jahr am Familientisch ersonnen. Eigentlich war es nur für Freunde und Nachbarn gedacht. Weil immer mehr Leute die Vorführung besuchen wollten, spielte man es schliesslich zehn Mal – sogar ausserhalb des heimischen Gartens.

Neue Szenen kamen hinzu

Wegen der vielen Anfragen und des Erfolges beschloss man, die Vorführungsreihe mit demselben Stück dieses Jahr fortzusetzen. Natürlich musste wieder fleissig geprobt werden, einige neue Szenen kamen hinzu, und schliesslich dauerte die Vorführung eine volle Dreiviertelstunde. Durch die ganze Geschichte hindurch spürt man die Begeisterung, die Spieler geniessen ihre Rollen, die Familie ist zum Team zusammengeschweisst. Die Frage, ob nächstes Jahr wieder Theaterzirkus gespielt werde, kann jedoch nicht beantwortet werden. Das hängt von vielem ab – doch unmöglich scheint in dieser Familie nichts zu sein.

Geplante Aufführungen: 29. Mai, Kehrsatz; 12. Juni, 19 Uhr, Ahornweg 14, Burgdorf; 26. Juni dito; 10.Juli, Kleindietwil; 17. Juli, Bern; 14. August, 17.30 Uhr, Ahornweg 14, Burgdorf (Kinderfest); 21. August, 19 Uhr, Bern; 4. September, 19 Uhr, Ahornweg 14. Anfragen unter Telefon 034 422 82 06. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.05.2010, 09:15 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.