«Es wird eine positive Abrechnung geben»
Neue Eismeister
Für die Eismeister der Kunsteisbahn Langenthal war es ein langer Winter. Nachdem der SC Langenthal seine Saison vergangene Woche beendet hat, gehen mit Alfred Marending und seinem Stellvertreter Ernst Nyffenegger gleich beide Eismeister in Pension. Deshalb nahmen schon während der Saison der neue Betriebsleiter Adrian Marending und Eismeister Thomas Finger die Arbeit auf (wir berichteten). Mittlerweile sind beide eingearbeitet. «Die personellen Rochaden ändern nichts am Betrieb der Kunsteisbahn», versichert Eismeister Finger. Jetzt werden noch Revisionsarbeiten vorgenommen, bevor die Eismeister ihre Ferien geniessen können. Bereits im August startet in der Eishalle der Betrieb wieder. Im Sommer trainiert jeweils der Nachwuchs des SCL in der Halle auf einem Betonbelag. Laut Finger spielen die Junioren Inline- oder Unihockey und trainieren Ausdauer.
Die eben abgelaufene Saison war auch für die Eismeister aussergewöhnlich. «Wir hatten noch nie so lange Eis», sagt Finger. Bis zum Schluss sei die Halle gut ausgelastet gewesen. Natürlich hätten sie sich mit dem SCL mitgefreut, spricht er für das ganze Betriebsteam. Der öffentliche Eislauf, der bereits Mitte März eingestellt wurde, sei wie in anderen Jahren gewesen. Vor allem in der Altjahrswoche und in den Sportwochen Ende Januar, Anfang Februar lief es gemäss Finger sehr gut.
Herr Beer, wie wichtig war die erfolgreiche Saison des SC Langenthal mit den vielen gut besuchten Heimspielen für die Kunsteisbahn AG (KEB)?
Hans Beer: Ich trage diesbezüglich zwei Hüte: Als Fan hatte ich natürlich Freude an den Leistungen der Mannschaft. Der SCL war länger im Gespräch als viele NLA-Klubs. Das war positiv für den Standort Schoren.
Und der andere Hut?
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war die Saison guter Durchschnitt. In den Playoffs stieg der Umsatz ab etwa 2500 Zuschauern nicht mehr im gleichen Mass an wie die Zuschauerzahl. Bei ausverkauftem Stadion verkaufen wir nicht doppelt so viele Würste wie bei 2500 Leuten, weil das logistisch gar nicht möglich ist. Ich gehe davon aus, dass es eine positive Abrechnung gibt. Aber es ist zahlenmässig nicht so gut, wie viele Leute nach diesen Playoffs vielleicht erwarten.
Die gut besuchten, zum Schluss mehrfach ausverkauften Heimspiele haben die infrastrukturellen Grenzen im Schoren aufgezeigt. Wie haben Sie das als KEB-Präsident erlebt?
Einerseits sorgt ein volles Haus für tolle Stimmung. Andererseits stiessen wir tatsächlich an Grenzen. Die Parkierung wurde zum Problem. Da müssen wir uns Überlegungen machen, mit sanften Mitteln, die nicht so viel kosten, etwas zu ändern. Zum Beispiel Shuttlebusse von der Stadt zum Stadion. Auch war es eine grosse Herausforderung, so viele Fans ins Stadion zu schleusen. Wir müssen jetzt überlegen, was wir verbessern können.Gibt es im Hinblick auf die nächste Saison infrastrukturelle Verbesserungen, die Sie bereits ankündigen können?
Im Bereich der Notausgänge werden wir nach Lösungen suchen. Vonseiten der Nationalliga wird uns wohl die eine oder andere Massnahme auferlegt werden. Demnächst werden wir von der KEB mit dem SCL und Fachleuten zusammenkommen und analysieren, was wir ändern können. Wir müssen sicher Prioritäten setzen, was wir wann angehen. Schliesslich müssen wir es finanzieren können, und die Kunden müssen Veränderungen dann auch akzeptieren.
Wer sind diese Fachleute?
Die zuständigen Personen vom Verband und ein Sicherheitsingenieur, der uns bereits diese Saison beraten hat.
Der SC Langenthal möchte die Gastronomie im Stadion übernehmen. SCL-Präsident Stephan Anliker ist ziemlich überzeugt, dass das klappt. Wie ist diesbezüglich der Stand?
Dazu kann ich noch nichts sagen. In Kürze findet eine Verwaltungsratssitzung der KEB statt. Dann werden wir darüber entscheiden. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden, die für alle zufriedenstellend ist.
Die Gerantin des Stadionrestaurants Annemarie Ammann erreicht das Pensionsalter. Falls die KEB die Gastronomie weiterhin selbst führt: Wer leitet dann den Restaurationsbetrieb?
Nach dieser tollen Saison wäre die Gerantin vielleicht bereit, vorderhand weiterzumachen. Falls wir die Gastronomie tatsächlich selbst weiterbetreiben, müssen wir den richtigen Partner finden, der das macht.
Wie fällt Ihre Bilanz für die Kunsteisbahn AG so kurz nach der Saison aus?
Zuerst einmal möchte ich dem SC Langenthal zum NLB-Meistertitel gratulieren. Was er geleistet hat, war im Schoren einmalig. In meiner zehnjährigen Tätigkeit als Verwaltungsrat der Kunsteisbahn AG waren diese Playoffs sicher das Beeindruckendste. Der SCL hat tollen Sport und faire Spiele gezeigt. Das hat uns, also das ganze Team der Kunsteisbahn, beflügelt. Ich habe bei unseren Leuten gespürt, wie sie sich gefreut haben. So sind wir natürlich gern Dienstleister des SCL.
Wie fällt Ihre Bilanz sonst aus?
Es war für alle Beteiligten im Stadion Schoren eine intensive Saison – und eine der schönsten. Es ist klar, dass sportliche Erfolge auch jene beflügeln, welche die Voraussetzungen dafür schaffen.
Die zwei langjährigen Eismeister gehen in Pension, die Nachfolger sind bereits im Einsatz. Funktioniert diese Übergabe nahtlos?
Alfred Marending als Betriebsleiter und Ernst Nyffenegger als Eismeister haben eine lange Zeit ihrer beruflichen Karriere bei der KEB verbracht. Sie waren zwei erfahrene und umsichtige Fachleute. Ihnen gebührt ein Dankeschön. Die Nachfolger Adrian Marending und Thomas Finger sind gut gerüstet, die Qualität der Leistungen und den Servicelevel weiterzuführen. Adrian Marending ist bestens ausgebildet und freut sich auf die kommenden Herausforderungen. Finger war Eismeister in Huttwil; mit ihm konnten wir also einen erfahrenen Eisbahnprofi anstellen. Das sind beste Voraussetzungen für einen nahtlosen Übergang.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 17.04.2012, 07:47 Uhr
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