Eine Öko-Sanierung soll Spass machen
Von Lilo Lévy-Moser. Aktualisiert am 15.11.2011 2 Kommentare
Der Kurs beinhaltete die Hausbesichtigung eines alten, teilweise mit Schafwolle isolierten Hauses. (Bild: Walter Pfäffli)
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Auf den ersten Blick wirkt das Dreifamilienhaus mit dem alten, gräulichen Fassadengrobputz am Meisenweg in Burgdorf so gar nicht saniert. Schweift der Blick allerdings nach oben Richtung Dach, entdeckt der geneigte Betrachter eine neue Dacheindeckung mit Sonnenkollektoren. Kathrin Huber und Sepp Seiz, die Besitzer des Hauses, ermöglichen der elfköpfigen Gruppe vor dem Haus einen umfassenden Einblick in die Sanierungsvergangenheit ihres über 80-jährigen Heimes. Anlass der Hausbesichtigung ist der Tageskurs «Klimagerecht sanieren» des WWF-Bildungszentrums Bern. Nach einem morgendlichen Theorieblock können sich die neun Männer und zwei Frauen nun ein praktisches Bild von dem Gelernte machen. Die meisten Teilnehmenden sind Besitzer von in die Jahre gekommenen Liegenschaften. Die meisten stehen vor einer Sanierung ihres Hauses. Wie Thomas Schellenberg vom WWF-Bildungszentrum Bern erklärt, gehe es darum, den Leuten Möglichkeiten einer umweltschonenden und nachhaltigen Gebäudesanierung aufzuzeigen.
Öffentliche Fördergelder
Die Frauen und Männer können dabei mithilfe von mitgebrachten Plänen ihres Heimes die Inputs der Kursleiter Beatrix May, Energieberaterin Bern, und des Architekten und Baubiologen Hannes Heuberger aus Wahlendorf konkret auf ihr Haus übertragen. Dabei geht es um Dämmung, Heizung, Haustechnik, Innenraumklima und den Einsatz von Sonnenenergie. Für eine realistische Einschätzung der Investitionen kommen auch öffentliche Fördergelder, Ökohypotheken und steuerliche Aspekte zur Sprache. Stolz führen die Besitzer des Hauses durch ihr im letzten Jahr in Etappen saniertes Heim. Nur gerade sanft optimiert wurden die beiden Wohnungen im Obergeschoss. Rund 600000 Franken hätten sie für die umfassende Sanierung aufgewendet. Belohnt wurden ihre energetischen Bemühungen durch den Klimarappen einer privaten Stiftung (2006–2009) und der Stadt Burgdorf für die Solaranlage. Einige Arbeiten wurden in Eigenregie ausgeführt. «Meistens hatten wir Spass dabei», ermuntern die Hauseigentümer die Besucher. So entstand aus zwei kleinen Wohnungen im Parterre eine geräumige 4-Zimmer-Wohnung. Anstatt mit Öl wird nun mit Gas geheizt. Die gewünschte Holzschnitzelheizung sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich gewesen. Dafür sorgten nun Sonnenkollektoren für warmes Wasser, und auch die Heizung werde damit unterstützt, erfährt die Gruppe. Auf Interesse stossen die Wandheizspiralen, eingebettet in Wärme speichernden Lehm. Sie ersetzen die Radiatoren. Die so erzielte angenehme Wärme der Zimmeraussenwände wissen die Eigentümer besonders zu schätzen. Für die Wandisolation kam teilweise Schafwolle zum Einsatz.
Ansporn zu Eigenleistungen
«Durch den Kurs wurde ich ermutigt, Eigenleistungen ins Auge zu fassen», sagt Heidi Byland aus Suhr. Sie möchte nächstens in ihrem Eigenheim eine Wärmepumpenheizung einbauen lassen. Kurt Salzmann aus Alchenflüh, welcher nächstes Jahr das alte Haus der Schwiegereltern übernehmen will, setzt auf erneuerbare Energien. Mithilfe der mitgebrachten Pläne eruiert er die umweltgerechten Sanierungsmöglichkeiten. Wie die Leute am Meisenweg möchte er in Etappen umbauen. Für eine nachhaltige und klimagerechte Sanierung will er Mehrkosten von dreissig Prozent in Kauf nehmen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 15.11.2011, 15:20 Uhr
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2 Kommentare
Wir haben unser Haus energetisch umgebaut und Fördergelder erhalten. Aufwand: Gesuchstellung und Dokumentetionen ca. 20 Std. Arbeit (CHF 1500.-) Fördergeld erhalten CHF 7'650.- Das Fördergeld wird als Einkommen deklariert und deshalb auch versteuert. Über Nacht sind wir um CHF 130000.- reicher geworden Dank Neuschätzung - Der Staat bekommt sein Fördergeld mit Zinsen + Zinseszinsen zurück. Danke!!! Antworten
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