Drei knallharte Rekrutinnen für den Rettungstrupp
Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 16.12.2011 1 Kommentar
Artikel zum Thema
Die Ausbildung bei den Rettungstruppen in Wangen an der Aare ist kein Zuckerschlecken. Ab der neunten RS-Woche stehen die Rekruten ständig in Alarmbereitschaft. Bei Überschwemmungen, Erdrutschen und anderen Katastrophen müssen sie ausrücken können. Dementsprechend hart ist die 18-wöchige Ausbildung auf dem Waffenplatz.
Grossbrände löschen oder in Trümmerlagen Menschen retten: Das ist in aller Regel Männersache. Unter den 390 Rettungsrekruten von Wangen sind nur gerade drei weiblich. Aber die lassen sich nicht unterkriegen. «Sie leisten hervorragende Arbeit. Ich bin sehr stolz», lobt Oberst und Schulkommandant Heinz Büttler.
Disziplin als oberstes Gebot
Zum Termin mit der BZ erscheinen Sarah Nussbaumer (26), Daniela Garo (21) und Tina Manenti (23) vorschriftsgemäss im Tenü grün. In Achtungstellung empfangen sie ihren Vorgesetzten. Keine der Frauen ergreift das Wort, bevor es ihr erteilt wird. Disziplin ist hier das oberste Gebot.
Für den Medientermin durften die Frauen ein bisschen früher als ihre männlichen Kollegen in die Kaserne zurück. Eine Ausnahme. Sonst gelten auf dem Waffenplatz gleiche Regeln für alle. «Wir wollen keine Sonderbehandlung. Sonst können wir gleich zu Hause bleiben», findet Sarah Nussbaumer. Die studierte Geologin aus Neyruz FR lässt sich in Wangen zur Rettungssoldatin und Fahrerin ausbilden, weil sie «eine besondere Herausforderung» gesucht habe. Eingeteilt wurde sie im selben Zug wie Daniela Garo aus Tschugg BE. Die beiden teilen ein Zimmer und kämpfen sich Seite an Seite durch den militärischen Alltag. Tagwacht um 5.30 Uhr. Frühstück. Dann arbeiten bis spät.
Bis zu 30 Kilogramm Gepäck schleppen die Rekruten tagtäglich auf dem Rücken. «Wenn ich abends ins Bett gehe, dauert es eine Minute, dann bin ich weg», sagt Daniela Garo, die im zivilen Leben als Fachfrau Gesundheit tätig ist. Für zehn Monate Militär am Stück hat sich die Seeländerin verpflichtet. Das sei nicht immer einfach, gesteht sie. «Manchmal fehlt mir mein Freund, der zu Hause auf mich wartet.»
«Effizienter Sprachkurs»
Noch länger von zu Hause weg ist Tina Manenti. Die Maturandin aus Agno TI hat die Rekrutenschule bereits abgeschlossen und lässt sich nun zur Fourierin ausbilden. 500 Tage Militär am Stück sind es bei ihr. «Am Anfang sprach sie nur Italienisch, heute kann sie problemlos auch Deutsch und Französisch», freut sich Heinz Büttler und versichert: «Die Rekrutenschule ist der effizienteste Sprachkurs, den es gibt.»
Als angehende Fourierin steht Manenti für eine ganze Kompanie mit sieben Zügen und 175 Rekruten in der Verantwortung. Sie erledigt die gesamte Kommandoadministration, zahlt den Sold aus, organisiert die Verpflegung und kontrolliert auch die Qualität der Mahlzeiten. Durchsetzungsvermögen und Organisationstalent seien bei ihrer Arbeit in der Armee wichtig. «Als Frau habe ich hier keinen Nachteil. Die Männer akzeptieren mich problemlos als Vorgesetzte.»
Stiefel und Tragbahren putzen
Eine Stunde dauert das Gespräch. Dann verabschieden sich die Frauen – militärisch korrekt – und verlassen das geheizte Sitzungszimmer. Draussen in der Kälte warten schon ihre männlichen Kollegen. Stiefel putzen, Tragbahren versorgen – der Abend ist noch längst nicht gelaufen, die Rekrutenschule sowieso nicht. Erst sieben Wochen sind um, elf weitere folgen noch (Berner Zeitung)
Erstellt: 16.12.2011, 10:21 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
1 Kommentar
In vielen Bereichen des tägliches Lebens gilt heute eine Geschlechterquote. Wann endlich wird auch in der Armee der Bundesartikel über die Gleichbehandlung der Geschlechter in die Tat umgesetzt? Wann endlich gilt auch bei der Landesverteidigung, dass auf jeder Funktionsstufe jedes Geschlecht zu mindestens 30 % vertreten sein muss? Antworten
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten
