Drei Blätter segeln unter neuer Flagge
Von Hans Herrmann. Aktualisiert am 03.11.2011 1 Kommentar
Rita Brodmann hält eine Zeitung im sogenannten Tabloidformat in den Händen – in jenem Format also, das an ein Heft erinnert und in dem zum Beispiel auch Coop und Migros ihre Zeitungen herausgeben. «Das Tabloid ist schon seit Jahren mein Traum – jetzt erfüllen wir ihn uns», sagt die Herausgeberin der «Aemme Zytig», der «Grauholz Post» und des «Burgdorfer Tagblatts». Die drei Gratispublikationen werden in Burgdorf geschrieben, in Bern gedruckt und erscheinen mit grösstenteils identischem Inhalt, aber unter jeweils anderem Titel in einem Verbreitungsgebiet, das von Mülchi bis Affoltern und von Wiler bis Vechigen reicht.
Ein Stück Firmengeschichte
Ab dem kommenden Jahr bekommen die Haushalte das Wochenblatt in neuer Form in den Briefkasten: nicht mehr nach Teilregionen gesplittet, sondern einheitlich in Inhalt und Titel – und eben als Tabloid. Künftig heisst das Produkt «My Zytig», trägt im Kopf als Nebentitel aber nach wie vor die drei alten Bezeichnungen. «Ich hänge schon noch ein bisschen an diesen Titeln; sie sind ein Stück Unternehmensgeschichte», sagt Rita Brodmann, die von ihrem Vater die «Aemme Zytig» übernahm, später mit ihrem damaligen Partner die «Grauholz Post» gründete und nach der Einstellung des «Burgdorfer Tagblatts» dessen Titel in Pacht erwarb. Die Blätter erscheinen unter dem Dach der Lokalmedien Verlag AG.
Die vereinheitlichte und auch im Layout aufgefrischte Publikation hat ab Neujahr aber nicht nur ein verändertes Erscheinungsbild, sondern ebenso eine neue inhaltliche Ausrichtung. Dass eine Wochenzeitung im tagesaktuellen Nachrichtengeschäft nicht mithalten kann, versteht sich von selbst – nun will die Verlegerin gemeinsam mit ihrer Crew aber auch vom Genre der Veranstaltungsberichterstattung abrücken. Stattdessen setzt man bei «My Zytig» in Zukunft auf People-Geschichten, auf Beiträge also, die den Fokus auf unterschiedlichste Leute aus der Region legen, auf ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Werdegänge sowie ihr Wirken und Schaffen. Dies soll unter anderem im Rahmen von Serien geschehen; geplant sind Folgen über betagte Menschen, spannend eingerichtete Wohnungen, Reiseerlebnisse, (noch) unbekannte Kunstschaffende und Zeitgenossen mit besonderen Betätigungen.
Auch für die jüngsten Leser ist Stoff vorgesehen – auf eigens konzipierten Kinderseiten mit Rätseln, einem Prinzessinnen- und Prinzen-Wettbewerb und der Möglichkeit, einen selber verfassten Aufsatz zu veröffentlichen.
Die Zeitung finanziert sich vollumfänglich aus Anzeigen, entsprechend richtet sich der Seitenumfang nach den eingehenden Inseraten. Im Schnitt wird das Blatt 40 Seiten umfassen, im Sommer naturgemäss weniger. (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.11.2011, 08:20 Uhr
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