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Die schönen Seiten der Eiszeit...

Von Stefan Aerni. Aktualisiert am 10.02.2012

In diesen kalten Tagen brauchts keine Kunsteisbahnen: Burgäschisee, Inkwilersee und Torfseeli sind alle von einer dicken Eisschicht überzogen und laden zum «Schlöflen» ein.

1/6 «Gesundes Eis»: Auf dem Burgäschisee ist das Eis 10 bis 15 Zentimeter dick – gestern nutzten denn auch viele Menschen die idealen Bedingungen, um sich auf dem zugefrorenen See zu vergnügen.
Bild: Thomas Peter

   

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Jörg Lüthi ist mit Frau, Tochter und Enkelkindern an den Burgäschisee gefahren. Letztmals war der Roggwiler Mitte September hier. «Es war ein aussergewöhnlich warmer Herbsttag und herrlich zum Schwimmen», erinnert sich der Rentner, der in eine dicke Jacke eingemummt ist. Von Schwimmen kann jetzt keine Rede sein. Eine Eisschicht von 10 bis 15 Zentimetern überzieht den bei Ausflüglern beliebten See. Jörg Lüthis Enkelkinder wollen über den See laufen, zerren am Jackenzipfel ihrer noch etwas unschlüssigen Mutter.

«Kein Problem», nickt ihnen Josef Lutz zu, der gleich in der Nähe wohnt und den Burgäschisee kennt wie seine Westentasche. Letztmals sei der See vor vier Jahren zugefroren, berichtet er. Aber so dick wie diesmal sei das Eis höchstens noch 1985 gewesen. «Nein, nein», sagt Lutz mit Kennerblick und stampft demonstrativ auf dem spiegelglatten Eis herum. «Das ist gesund.» Und schon sind die Kinder nicht mehr aufzuhalten.

«Mehr Spass als in der Halle»

Bald stossen sie auf eine Schar Jugendlicher, die im Karacho einem Puck hinterherskaten. Einer von ihnen ist der 13-jährige Fabio Strähl aus Horriwil. «Super, wenn man hier Hockey spielen kann – das macht noch mehr Spass als in einer Halle.» Hockeyspieler, Sparziergängerinnen und staunende Kinder: 30 bis 40 Leute tummeln sich auf dem Eis, und die meisten können sich nicht daran erinnern, dass jemals so gute Bedingungen geherrscht haben wie in diesen Tagen.

Das gilt auch für das Torfseeli in Bleienbach. Dort ist Bernhard Ritter gerade damit beschäftigt, das Eis zu reinigen. Der 74-jährige Langenthaler tut das auf seinen Schlittschuhen mit bestechender Sicherheit. «Wenn es gefriert, komme ich jedesmal hierher», verrät Ritter, der früher auf dem nahen Flugplatz gearbeitet hat. Auch er hat selten derart gutes Eis erlebt. Er habe, erzählt der fitte Rentner, einst auf einer Natureisbahn im Thurgau Schlittschuhlaufen gelernt. «Vermutlich deshalb laufe ich bis heute lieber auf Natureis.» Sagts und kurvt mit seiner Schneeschaufel weiter auf dem Torfseeli umher. Freuen können sich ob seinem Putzeifer die gut 20 Hockeyspieler, darunter der Bleienbacher Käsermeister Markus Spycher, seine Kindern – und deren Grossvater.

Viel Betrieb und dickes Eis auch auf dem Inkwilersee. Schlicht «traumhaft» sei es gegenwärtig, sagt Anwohnerin Maria Sommer. «Das Eis ist noch fast besser als auf einer Kunsteisbahn.» Sie erwartet aufs Wochenende bis gegen hundert Leute, die sich auf dem See tummeln werden. «Das Wetter soll ja stabil bleiben.» Die Gewässer der Region können vorläufig ohne Bedenken betreten werden. Allerdings geschieht dies immer auf eigene Verantwortung.

Hier geht es zu den weniger schönen Seiten der Eiszeit. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2012, 10:30 Uhr

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