Die Stadt sperrt die Fahrenden aus

BurgdorfDie Behörden wollen die Fahrenden auf dem Viehmarktplatz und der Schafrothmatte nicht mehr länger dulden. Ab Montag sollen Barrieren mit einer Höhenbeschränkung Wohnwagen daran hindern, die beiden Parkplätze zu befahren.

Immer wieder hielten sich Fahrende – wie hier 2009 – auf dem Viehmarktplatz auf.

Immer wieder hielten sich Fahrende – wie hier 2009 – auf dem Viehmarktplatz auf. Bild: wpf

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Fahrende, die in Burgdorf haltmachen, sorgen bei den Behörden schon seit längerem für Unmut. Vor allem im vergangenen Jahr wurde die Stadt von ausländischen Fahrenden beinahe überrollt. Sie liessen sich illegal auf dem Viehmarktplatz nieder und gaben Anlass zu Klagen über Lärm, Unordnung und herumliegende Fäkalien. Die Reklamationen aus der Bevölkerung während den jeweiligen Aufenthalten waren gross.

Genug, fand der Gemeinderat. Er will die illegale Besetzung nicht länger tolerieren und ergreift jetzt, wie bereits im letzten Jahr angekündigt, Massnahmen: Ab kommendem Montag werden die Parkplatzanlagen Viehmarktplatz und Schafrothmatte gesichert. Dann nämlich werden die Barrieren geschlossen. Mit den Schranken, die eine Höhenbeschränkung von 2,3 Metern aufweisen, wird die Zufahrt für höhere Fahrzeuge wie etwa Wohnwagen verhindert. Auf beiden Plätzen gibt es je eine elektronische und eine manuelle Barriere. Diese hat die Stadt bereits im letzten Herbst installiert, nun werden sie erstmals in Betrieb genommen. Zudem wurden die umliegenden Grünflächen mit Steinblöcken abgesperrt.

Die einzige Möglichkeit

Auf Nachfrage sagt Urs Lüthi, Leiter der Sicherheits- und Einwohnerdirektion, dass insbesondere von Januar bis März 2011 der Ansturm massiv gewesen sei. Im Durchschnitt sei der Platz damals jede Woche in Beschlag genommen worden. «Sicher gegen 20 Gruppierungen sind es 2011 insgesamt gewesen.» Im Herbst habe sich die Lage dann wieder entspannt. «Und in diesem Winter hatten wir keine Probleme», so Lüthi. Deshalb habe man die Wintersaison noch abgewartet. Aber jetzt, da es wieder wärmer wird, sei man nicht mehr umhingekommen. Er betont, dass eine solche Absperrung das einzige Mittel sei, um die unerwünschten Besuche zu verhindern. «Sobald sie sich niedergelassen haben, können wir quasi nichts mehr machen.» Zwar könne die Polizei Wegweisungen androhen, durchsetzbar seien diese aber kaum.

Andere Gemeinden, wie beispielsweise Huttwil, hätten deshalb bereits ähnliche Absperrungen installiert. Und schliesslich, ergänzt Lüthi, hätte man mit der Schützenmatte gute Erfahrungen gemacht. Die Wiese ist seit mehreren Jahren mit Toren, Pfosten und Steinen für Fahrende gesperrt. Dies mag auch mit ein Grund gewesen sein, warum einige Gruppen später auf den Viehmarktplatz auswichen.

Dass sich das Problem jetzt wieder verlagert, glaubt Lüthi zwar nicht. Ausschliessen könne er aber nichts. «Wir haben alle öffentlichen Plätze angeschaut, uns ist nichts mehr in den Sinn gekommen. Aber Schlupflöcher gibt es immer.» Die Stadt wird nun die Situation im Auge behalten und gegebenenfalls erneut handeln.

LKW müssen ausweichen

Während die neuen Barrieren für die Autofahrer keine Einschränkung bedeuten, können Lastwagen und Fahrzeuge über 2,3 Meter nicht mehr auf dem Viehmarkt und der Schafrothmatte abgestellt werden. Sie müssen auf den Wöschhüsliplatz beim Feuerwehrmagazin oder auf den Lastwagenparkplätzen im Industriegebiet Buchmatt parkieren. Die umliegenden und direkt betroffenen Betriebe erhalten aber einen Schlüssel, damit sie weiterhin auf die Parkplätze fahren können. Damit bleibt auch immer noch die Möglichkeit, Fahrenden, die sich zuvor anmelden, Platz zu geben. «Es geht hier ganz klar nur um illegale Besetzungen», sagt Lüthi.

Die Barrieren bleiben auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die baulichen Massnahmen – Schrankensysteme, Steinblöcke, Abschrankungen und Pfosten – kosten rund 60'000 Franken. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 03.03.2012, 09:33 Uhr)

Künftig sollen Barrieren auf dem Viehmarkt und der Schafrothmatte sie fernhalten. (Bild: top)

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