Region
Die Show der starken Männer
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Kurz bis kahl geschorene Männer in schwarzer Montur, die meisten tätowiert, prägen das Bild in der Markthalle. Sie sind stark – «strong» – und muskelbepackt wie weiland Conan der Barbar. In Anlehnung an diese martialische Figur nennt sich eine der fünf Disziplinen denn auch «Conan Wheel».
Das Kräftemessen mit dem Namen Strongman-Contest wird zum ersten Mal in Burgdorf durchgeführt. Zwölf Gewichtssportler aus Deutschland und der Schweiz lassen die Muskeln während sechs Stunden nicht nur spielen, sondern auch arbeiten. Das Arbeitsmaterial steht in Form von Personenwagen und meterhohen Reifen am Rande der Szenerie.
Herzblut
Der Anlass in der Markthalle ist überschaubar. Gemessen an einer Fussballfangemeinde hat es nur wenige Zaungäste, die das Geschehen verfolgen. Umso lautstarker treiben sie ihre Favoriten an. Zwischen den sogenannten Strongmen sowie den Newcomers gibt es bereits rein optisch Unterschiede. Die Gestandenen scheinen dank Nahrungsergänzung wie aufgepumpt zu sein. Dementsprechend können sie die Extremitäten kaum mehr an den Körper legen. Dafür wuchten sie ganze Baumstämme über den Kopf. Diesen werden in der Disziplin «Log Lift» sogar noch zusätzliche Gewichte angehängt.
Muskelriss
«Wie düre Anke», jubeln die Zuschauer, als Näthu Schär aus Moosseedorf locker einen 140-Kilo-Stamm über den Kopf bringt. «Persönliche Bestleistung», schreit der deutsche Speaker ins Mikrofon. Der 135-Kilo-Hüne Schär trägt als Markenzeichen sein Käppi verkehrt rum auf dem Kopf. Der einzige Burgdorfer, Stefan Ramseier vom veranstaltenden Powerfood-Geschäft, muss passen. Er hat einen Muskelriss am Allerwertesten.
Inzwischen hat ein Deutscher die 150-Kilo-Marke geknackt und reisst die Arme vor Freude in die Höhe. Die Weltelite schaffe 210 Kilo, weiss der 36-jährige Stefan Arnold aus Bülach, welcher den Anlass in die Emmestadt brachte. Das 115-Kilo-Muskelpaket ist in der Schweiz ein Vorreiter dieser Sportart.
Gelassenheit
So unterschiedlich das Alter der Herkulesse – der Jüngste ist 15-jährig –, so unterschiedlich ist auch ihre Körpergrösse. Gemeinsam haben die Etablierten höchstens die enorme Muskelmasse und manchmal auch den etwas grösseren Bauch. Das komme von den Kohlenhydraten, erklärt Simone Sauter, eine muskelbepackte Frau aus Stuttgart. Sie unterstützt ihren Sohn Denis, den Jüngsten im Teilnehmerfeld.
Muskeln und Rhythmusgefühl braucht es bei der Disziplin «Conan Wheel». Bis zu 350 Kilo unstabiler Last an einem Gestänge müssen die starken Männer im Kreis herumtragen. Gezählt werden die Runden. Es ist definitiv nicht die Lieblingsdisziplin von Näthu Schär und Stefan Arnold. Nach einer halben Runde geben sie mit hochrotem Kopf und zitternden Beinen auf. Näthu Schär nimmt es locker. Der Berufschauffeur ist nicht nur ein Hüne von Mann, sondern auch gelassen. Was er sich wünscht? Dass Burgdorf zu einem Mekka der starken Männer wird. (Berner Zeitung)
Erstellt: 21.06.2010, 08:47 Uhr
WRITE A COMMENT
Region
Region
Meistgelesen in der Rubrik Region
Umfrage
Braucht es wegen Facebook, Google und Co. einen besseren Datenschutz?





















