Die Sexmesse Amor in Langenthal findet nicht statt
Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 22.03.2010 1 Kommentar
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Jetzt steht fest: Die Sexmesse Amor in Langenthal ist abgeblasen. Dies bestätigte gestern der Organisator des Anlasses, der sich erstmals öffentlich äusserte. Für ihn sei das Ganze somit «fertig und erledigt». Das heisst: Auch auf rechtliche Schritte gegen die Stadt will der «Amor»-Organisator verzichten. Ja, er sehe derzeit davon ab. Zwischenzeitlich hatte der Veranstalter eine Bewilligung des städtischen Amts für öffentliche Sicherheit in der Tasche. Als aber der Gemeinderat Wind vom Vorhaben bekam, dass die Messe Mitte April in der städtischen Markthalle über die Bühne gehen sollte, annullierte er flugs den Mietvertrag.
Veranstalter bleibt anonym
Ob dem Organisator daraus finanzieller Verlust entstanden ist, wollte dieser nicht beantworten. Zur Frage eines alternativen Standorts für die Erotikmesse schwieg er sich ebenfalls aus. Nicht einmal mit seinem Namen wollte er öffentlich hinstehen. «Das bringt nichts.» Er bestätigte aber, dass er allein als Organisator der Messe fungiere.
Vorübergehend war in den Medien noch ein weiterer vermeintlicher Mitorganisator herumgeboten wurden. Dieser war es auch, der bei der Langenthaler Stadtverwaltung Dokumente für die Sexmesse deponiert hatte. Ebendieser angebliche Mitorganisator besitzt auch die Rechte an der Sexmesse-Webseite www.amor-bern.ch. Auf Anfrage sagte er aber, dass er mit dem Anlass nichts zu tun habe. In beiden Fällen habe er seinem Kollegen einzig einen Freundschaftsdienst erwiesen.
Die «Amor»-Organisatoren beschäftigten auch SP-Gemeinderat Reto Müller. Er habe die Identität der Veranstalter im Internet recherchiert, schrieb er in seinem Blog. Das Ergebnis erachtete Müller als «nur einigermassen interessant, aber zu brisant, um hier Erwähnung zu finden». Müller dürfte damit auf die politischen Ambitionen des vermeintlichen Sexmesse-Organisators anspielen: Dieser kandidiert nämlich in der Region Bern für den Grossen Rat.
Sexmesse «in jeder Stadt»
Auf diese «Brisanz» angesprochen, reagiert der tatsächliche Organisator leicht gereizt. «Der Riesenzirkus ist lächerlich.» Er könne die Prüderie in der Schweiz einfach nicht verstehen. Letzte Woche sei er in Deutschland gewesen – «und dort gibt es bald in jeder Stadt eine Erotikmesse». (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.03.2010, 17:58 Uhr
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