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Die SCL Tigers sind in Huttwil nicht erwünscht

Von Stefan Schneider, Dominik Balmer. Aktualisiert am 24.01.2012 7 Kommentare

Weil die Ilfishalle im Sommer umgebaut wird, wollten die SCL Tigers für die Saisonvorbereitung ins Sportcenter Huttwil ausweichen. Auf eine Zusage von Besitzer Markus Bösiger haben sie allerdings vergeblich gehofft.

Gähnende Leere: Das Sportcenter Huttwil bleibt diesen Winter geschlossen – auch für nächsten Winter sehen die Perspektiven nicht rosig aus.

Gähnende Leere: Das Sportcenter Huttwil bleibt diesen Winter geschlossen – auch für nächsten Winter sehen die Perspektiven nicht rosig aus.
Bild: Marcel Bieri

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Die «Helvetics»

An Ideen mangelt es dem Langenthaler Unternehmer Markus Bösiger gewiss nicht. Mit einer Schweizer Mannschaft will er in die russische Eishockeyliga KHL einsteigen und ab der Saison 2014/2015 für Furore sorgen. Gemäss der Onlineausgabe von «20 Minuten» wurde das Projekt am Wochenende an einer Medienkonferenz der KHL in Riga bestätigt. Das neue Team soll den Namen «Helvetics» tragen und in einer riesigen Arena beim Nationalen Sportcenter Huttwil spielen. Das Bauvolumen beträgt gemäss «20 Minuten» rund 70 Millionen Franken. Pro Saison sollen die «Helvetics» ein Budget von 20 Millionen Franken verschlingen. Eine Summe, über die Alfred Bohren, im letzten Jahr Trainer der Huttwil Falcons, nur schmunzeln kann: «Hätte man mir in Huttwil ein solches Budget angeboten, ich wäre sofort auf die Malediven ausgewandert und hätte der Mannschaft zum Abschied Ferien an der Costa Blanca offeriert.

Mit einer hochkarätig besetzten Eishockeymannschaft will Unternehmer Markus Bösiger die russische Topliga KHL aufmischen. 20 Millionen Franken soll das Saisonbudget der «Helvetics» kosten, 70 Millionen Franken sind für eine riesige Eishalle am Standort Huttwil vorgesehen (siehe Kasten). Traumhaft klingen diese Zukunftspläne – die Gegenwart sieht hingegen weniger rosig aus. Noch immer stehen die Eishockeymannschaften der Region Huttwil vor geschlossenen Türen. Der Betrieb der Eisbahn im Sportcenter steht still, wer Eishockey spielen will, muss sein Glück anderswo versuchen.

Das bekommen nun auch die SCL Tigers bitter zu spüren. Wegen des Umbaus der Ilfishalle wollte der NLA-Klub seine Vorbereitung auf die nächste Saison in Huttwil absolvieren. Mehrmals klopfte SCL-Geschäftsführer Ruedi Zesiger bei Lars Weibel, Ex-Goalie und Mitarbeiter der Firma Bösiger, an. Eine verbindliche Zusage hat der Tigers-Chef allerdings nie erhalten. «Wir brauchen eine gewisse Planungssicherheit. Deshalb haben wir uns jetzt entschlossen, die Saisonvorbereitung anderswo in Angriff zu nehmen», so Zesiger.

Gelegenheit verpasst

Unternehmer Markus Bösiger entgeht damit ein lukratives Geschäft. Die SCL Tigers hätten seine Eisbahn mit 11 bis 12 Teams und total 200 Spielern genutzt. Von Anfang August bis Mitte Oktober. «Mit unseren Teams wäre die Eishalle fast vollständig ausgelastet gewesen», sagt Ivan Brägger, Geschäftsführer der SCL Young Tigers.

Huttwil als temporäres Hauptquartier – das hätte perfekt gepasst: «Die Infrastruktur im Sportcenter ist bestens, und die Distanzen von Langnau her wären vertretbar gewesen», sagt Zesiger.

Muralt schaltet sich ein

Zu reden gegeben hatte die Sanierung der Ilfishalle auch letzte Woche beim Podiumsgespräch über die Zukunft des Nationalen Sportcenters in Huttwil. Gemeindepräsident Hansjörg Muralt bat Markus Bösiger, er solle «diesen Steilpass annehmen» und sich mit Ruedi Zesiger in Verbindung setzen. Bösiger entgegnete ihm darauf lediglich, Zesiger habe ja seine Nummer und könne ihn jederzeit selber anrufen. Auf die Frage, wann die Huttwiler Eishalle wieder in Betrieb genommen werde, bekamen die rund 400 Zuhörer keine schlüssige Antwort zu hören – und auch zu den «Helvetics» gab sich der Pneuhändler aus Langenthal ziemlich zugeknöpft. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.01.2012, 12:59 Uhr

7

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7 Kommentare

andreas fankhauser

24.01.2012, 12:53 Uhr
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die posse helvetics. fragt sich, wo in huttwil eine derart riesige halle hingepflanzt werden soll. und wie die tausenden von zuschauern zum stadion gelangen wollen. hat ja keinen autobahnanschluss das kaff.. Antworten


Simon Kaiser

24.01.2012, 14:43 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Und auch wenn sie ein Stadion mit nur 1'000 Plätzen bauen, dann wird das Team langfristig sowieso nie rentieren. Das ist einfach zu klein. Die meisten Amateurteams in der Schweiz haben Stadien mit einem grösseren Fassungsvermögen. Dieses KHL-Team wird höchstens ein paar Jahre bestehen. Falls es überhaupt jemals ein Team geben wird. Antworten



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