Die Gemeinde schlägt zurück
Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 17.09.2009
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Jetzt holt Thunstetten zum Gegenschlag aus: Die Beschwerde gegen die Vormundschaftskommission und deren Sekretär Hanspeter May will die Behörde nicht auf sich sitzen lassen. «Wir wehren uns gegen Lug und Trug», sagte Gemeindepräsident Markus Quaile (FDP) gestern vor den Medien. Wegen Ehrverletzung und Verletzung der Persönlichkeitsrechte ist deshalb eine Anzeige eingereicht worden – «aus dem Umfeld der Gemeinde», wie Quaile sagte.
Zeigte May Burkhardt an?
Gegen wen sich die Anzeige richtet und wer sie eingereicht hat, wollte er allerdings nicht verraten. Möglich ist jedoch, dass der angeschuldigte Sekretär Hanspeter May nun selber gegen Beschwerdeführerin Anna Burkhardt geklagt hat.
Die Bützberger Drogistin war es, die letzte Woche mit ihrer Beschwerde gegen die Vormundschaftskommission Staub aufgewirbelt hatte. Die Kandidatin der Unabhängigen Bürger für die kommenden Wahlen warf Sekretär May Vetternwirtschaft vor: Er soll seiner Frau, die in Langenthal die Tagesstätte Oberlimatte betreibt, Kinder zugeschanzt haben. May arbeitet in Thunstetten nicht nur als Sekretär der Vormundschaftskommission und Finanzverwalter, sondern zu 20 Prozent auch in der Institution seiner Frau.
Auch Herren wehrt sich
Gemeindepräsident Quaile verurteilte die Vorwürfe von Burkhardt «aufs Schärfste». Und er betonte erneut: Den Entscheid, wo Kinder bei Bedarf platziert würden, fälle nicht die Vormundschaftskommission in Thunstetten, sondern der regionale Sozialdienst Aarwangen. Dies bestätigte auch dessen Vorsteherin Yvonne Herren. «Die Thunstetter Vormundschaftskommission entscheidet nur bei längerfristigen Platzierungen von Kindern für ein Heim», sagte sie. Gehe es hingegen um einen Platz wie in der Tagesstätte Oberlimatte, entscheide der regionale Sozialdienst – und zwar «ohne Mitwirkung und Empfehlung von Hanspeter May».
Ebenfalls von sich gewiesen hat Herren die Vorwürfe einer Bützbergerin, die diese am Dienstag gegenüber dieser Zeitung geäussert hatte. Die Mutter monierte unter anderem, zwei ihrer Buben seien «gegen meinen Willen» in der Tagesstätte Oberlimatte platziert worden. Das stimme nicht, stellte Herren klar. Es sei die «freie Entscheidung» der Mutter gewesen, ihre Kinder in der Tagesstätte Oberlimatte zu platzieren.
Die Untersuchung läuft
Ob die Vorwürfe von Beschwerdeführerin Burkhardt wirklich Hand und Fuss haben, wird die Untersuchung des Regierungsstatthalteramts Aarwangen zeigen. Gemeindepräsident Quaile rechnet mit ersten Ergebnissen im Oktober – also erst nach den Wahlen vom 27.September.
Anna Burkhardt, die den Hickhack ausgelöst hat, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.09.2009, 08:33 Uhr




















