Der Holzbaumissionar stellt seinen neuen Tempel vor
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Das Werk zwei der Hector Egger Holzbau AG in Langenthal steht. Am Wochenende öffnete Patron Paul Schär seine zweite «Traumfabrik» für das Publikum. Ein imposantes Gebäude, das mit dem Grundriss von 36 auf 86 Meter und einer Firsthöhe von 15 Metern den Vergleich mit einer Kirche nicht zu scheuen braucht. Nur lichter ist es im Werk 2. Keine Stützen und Träger stehen im Raum, und statt nach Weihrauch riecht es nach Holz.
Schär will aufklären
Welche Träume werden künftig in dieser Halle realisiert? Paul Schär: «Diese findet man in wachsender Zahl als Industrie-, Zweck- und Wohnbauten in der ganzen Schweiz.» Als Beispiele nennt er die neue Flugzeughalle der Pilatus Flugzeugwerke AG in Stans: Sie ist mit einer Grösse von drei Fussballplätzen das grösste in Holzbauweise errichtete Gebäude der Schweiz. Oder das Mehrfamilienhaus Wylerpark in Bern mit 39 Wohnungen.
Mindestens 90 Prozent aller Gebäude könnten heute in Holz gebaut werden. In den Schweizer Wäldern wächst alle drei bis vier Minuten genug Holz für ein ganzes Einfamilienhaus. Da besteht für Schär noch Aufklärungsbedarf. Unter dem Motto «Holz ist heimelig» habe der Holzbau Jahrzehnte lang ein Mauerblümchendasein gefristet.
Alles ist durchgeplant
Schärs Unternehmung steht und fällt mit der Logistik. Alles ist durchgeplant. Da auf Baustellen oft nur beschränkt Platz zur Verfügung steht, werden die in Langenthal vorgefertigten Elemente genau zur richtigen Zeit angeliefert. Bei 50 Prozent liegt der Vorfertigungsgrad im bisherigen Werk 1. Zusammen mit Werk 2 kann dieser jetzt auf 80 Prozent gesteigert werden.
Den Vorfertigungsprozess erklärt Schär beim Rundgang anhand von Legosteinen: In der Konstruktionsabteilung werde errechnet, wie viele Steine welcher Art benötigt würden. CNC-gesteuert würden diese dann durch die Abbundanlage gefertigt und anschliessend im hochautomatisierten Arbeitsgang zu den benötigten Elementen zusammengefügt. Schliesslich werden die Puzzleteile, die durchaus die Grösse einer Hauswand haben können, zum Abtransport bereitgestellt.
Kein Abbau in Sicht
Nicht erfüllt haben sich die Befürchtungen der Mitarbeiter, dass sie sich durch die hohe Automation und Produktivität selbst abschaffen könnten. Mit zwei Dutzend Mitarbeitern ist Schär vor zehn Jahren gestartet. Heute beschäftigt er über 100 Angestellte. Denn zu tun gibt es immer etwas. (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.09.2011, 09:59 Uhr
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