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Der Hilferuf der Samariter
Von Jacqueline Graber. Aktualisiert am 06.09.2010 1 Kommentar
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Mit lautem Bellen signalisiert die Hündin, dass sie das Explosionsopfer gefunden hat. Die Retter können das blutüberströmte Mädchen aus den Trümmern befreien.
Glücklicherweise handelt es sich nur um eine Übung und um Theaterblut. Gezeigt wurde diese Bergungsaktion an einem Informationsanlass, den der Samariterverein Burgdorf am Samstag in der Emmestadt durchführte. Mit von der Partie waren auch drei Hundeführer des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde «Redog», Sektion Bern. Sie zeigten, wie Menschen nach einer Explosion oder nach einem Erdbeben gefunden werden.
Zächs Erinnerungen
Die Bergungsaktion gespannt mitverfolgt hat auch Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch. In ihr wurden Kindheitserinnerungen wach. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, habe sie bei Samariterübungen jeweils eine Verletzte simulieren dürfen. «Samariter sind die ‹guten roten Geister›», sagt Zäch. «Sie leisten einen wichtigen Dienst in der Gesellschaft.»
Doch leider sind die guten Geister rar. Der Samariterverein Burgdorf zählt 25 Mitglieder. Das sei «viel zu wenig», sagt Präsidentin Conny Magno. Um neue Mitglieder zu gewinnen, wählte sie nun den Gang an die Öffentlichkeit. «Der heutige Anlass ist ein Hilferuf an die Bevölkerung.»
Das «Opfer» hat Spass
Doch es gibt auch Erfreuliches zu berichten: 17 Mädchen und Jungen sind Mitglied der Gruppe «Help». Die Erst- bis Neuntklässler treffen sich rund alle zwei Monate zu kleinen Fachübungen. Dazu gehört auch Jacqueline Flühmann, die das Explosionsopfer spielte. Noch immer blutverschmiert, wartet sie bereits auf ihren nächsten Einsatz. «Es macht Spass, und wir lernen viel», begründet die 10-Jährige ihre Mitgliedschaft bei den Jungsamaritern.
Gerne für andere da
Unübersehbar steht der Samariterwagen vor dem Neumarkt in Burgdorf. Unermüdlich gehen die «guten Geister» auf die Passanten zu, verteilen Prospekte und erklären die Aufgaben der Samariter. Auch kann die Bevölkerung mitverfolgen, wie Verstauchungen behandelt werden, wie man eine Wunde säubert, und was zu tun ist, wenn ein Mensch unter Atemnot leidet. Doch wie wird man Samariter? «Gefragt sind sozialkompetente Leute, die gerne für andere Menschen da sind», erklärt Magno. Grundkenntnisse seien keine erforderlich. «Die notwendigen Fachkurse können im Verein erworben werden.»
12 Übungen, 20 Einsätze
«Einmal pro Monat treffen sich die Mitglieder zu Fachübungen», erläutert Magno das «Samariter-Dasein.» Weiter kämen jährlich rund 20 Einsätze an Sportveranstaltungen, Generalversammlungen oder Ausstellungen dazu. Der Verdienst liege zwischen fünf und acht Franken pro Stunde. Vermehrt stünden auch betriebsspezifische Kurse auf dem Programm, bei welchen das Personal Massnahmen bei Notsituationen erlerne. «Diese Schulungen geben uns einen Zustupf in die Kasse», sagt Magno. So sei der Verein nicht immer auf Sponsorengelder angewiesen, wenn im Samariterwagen eine Neuanschaffung anstehe.
Conny Magno hofft, dass der öffentliche Samariterevent nicht ohne Folgen bleibt. «Schön wären mindestens fünf neue Mitglieder».
(Berner Zeitung)
Erstellt: 06.09.2010, 10:09 Uhr
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1 Kommentar
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Walter Albiez
Man sollte halt auch nicht Personen, wo intresse hatten, dort mitzumachen, rausecklen. Dieser Samariterverein ist selber Schuld, das Sie zu wenig Mitglieder haben. Antworten