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Der Heimatschutz lässt mit sich reden

Von Stefan Kammermann. Aktualisiert am 10.02.2012

Bei den Verhandlungen um die Ausbaupläne der Berger Metallbau AG will der Berner Heimatschutz einlenken: Allenfalls zieht er die Einsprache gegen den Neubau einer Produktionshalle zurück.

Der Berner Heimatschutz kann sich vorstellen, sein  Einverständnis für den Abbruch dieses Bauernhauses zu geben.

Der Berner Heimatschutz kann sich vorstellen, sein Einverständnis für den Abbruch dieses Bauernhauses zu geben.
Bild: Thomas Peter

«Wir sind auf gutem Weg, eine stimmige Lösung zu finden», sagt Martin Furter, zuständiger Bauberater des Berner Heimatschutzes. Angesprochen sind die Ausbaupläne der Berger Metallbau AG in Langnau. Für insgesamt 6,5 Millionen Franken plant das an der Schlossstrasse ansässige Traditionsunternehmen eine neue Produktionshalle mit Bürotrakt auf dem eigenen Firmengelände.

Weil die Firma in den bisherigen Gebäuden an Grenzen stösst, soll ein zweigeschossiger Neubau entstehen, in dem sowohl Produktion, Technik und Entwicklung wie auch Empfang und Büro untergebracht sind. Mit der geplanten Erweiterung will die Metallbau AG in Langnau massvoll wachsen und in drei bis vier Jahren 15 neue Arbeitsplätze schaffen. Dem Neubau im Wege steht allerdings ein ehemaliges Bauernhaus, das zur Liegenschaft der Berger Metallbau AG gehört und im Bauinventar der Gemeinde Langnau als «schützenswertes Objekt mit Situationswert» eingetragen ist. Es soll dem geplanten Gebäude weichen.

Der Berner Heimatschutz hat im Dezember mittels Einsprache gegen das Bauvorhaben opponiert, weil dem vorgesehenen Neubau der örtliche Charakter fehle. Jetzt geben sich die Verantwortlichen moderat. «Die Verhandlungen laufen bislang sehr konstruktiv», sagt der Bauberater. Zumal die Berger Metallbau AG signalisiert habe, am Projekt gewisse Anpassungen im Sinne der Heimatschützer vornehmen zu wollen.

Bauernhaus nicht geeignet

Im Mittelpunkt steht dabei die Erschliessung zwischen Bürotrakt und Fabrikationshalle. Entgegen dem ursprünglichen Projekt soll diese offen gestaltet werden. «Ich freue mich sehr, dass wir einen Konsens finden werden», sagt denn auch Verwaltungsratspräsident Kurt Berger. Er will sein Projekt in den nächsten zwei Wochen entsprechend überarbeiten. Martin Furter kündigt an: «Wenn die Neuerungen unseren Erwartungen entsprechen, werden wir unsere Einsprache zurückziehen.» Furter und seine Leute würden dann auch zu einem Abbruch des geschützten Bauernhauses Hand bieten. Denn es sei auch für den Heimatschutz klar, dass die Berger Metallbau AG in einem Bauernhaus nicht rationell produzieren könne.

Bereits definitiv bereinigt sei unterdessen eine weitere Einsprache von privater Seite, welche die künftige Zufahrt zum Thema hatte. «Wir konnten mit dem Einsprecher eine Einigung erzielen», hält Berger fest.

Teamplay ist jetzt wichtig

Ob und wann an der Schlossstrasse dereinst die Baumaschinen auffahren, ist jedoch noch alles andere als sicher, zumal die kantonale Denkmalpflege das Baugesuch abschlägig beurteilt hat und das Areal der Berger Metallbau AG von der neuen Ortsplanung ausgenommen ist. «Wir stehen vor einer schwierigen Situation, es ist im Moment kaum absehbar, wie die Sache ausgehen wird», sagt Langnaus Bauverwalter Oliver Mischler. Für die Gemeinde als Baubewilligungsbehörde sei nun ein Zusammenspiel aller Beteiligten wichtig. Zudem gelte es, den Blick auf das ganze Gemeindegebiet zu öffnen, weil es in Langnau aussergewöhnlich viele geschützte Gebäude gebe.

Gegenwärtig beschäftigt die Berger Metallbau AG 45 Mitarbeitende. Rund 20 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet die Emmentaler Firma mittlerweile im Ausland. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2012, 09:14 Uhr

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