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Der Abstieg des David Herzig

Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 22.12.2011 1 Kommentar

Mit 23 Jahren wurde David Herzig (SVP) Gemeindepräsident von Wynau. Nach fünf Monaten trat er bereits wieder zurück – jetzt läuft gar ein Strafverfahren gegen ihn.

Blieb nur fünf Monate im Amt: David Herzig. (Bild: Bild: zvg)

Seit der stramme SVP-Mann David Herzig sein Amt als Gemeindepräsident von Wynau angetreten hat, ist noch kein Jahr vergangen. Und doch ist die Welt des einstigen Shootingstars bereits eine ganz andere. «Ich habe ein Tief», sagt er. In der Tat: Gemeindepräsident war Herzig nur knapp fünf Monate. Aus gesundheitlichen Gründen trat er Ende Mai 2011 zurück. Nach der politischen Kapitulation hat er auch seiner Heimat den Rücken gekehrt und ist in die Stadt Biel zu seiner Partnerin gezogen.

Und jetzt kommt eine weitere Hiobsbotschaft ans Licht: Bei der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland läuft ein Strafverfahren gegen Herzig. Er soll als Präsident der Interessengemeinschaft (IG) Freie Schweizer Wirte die Unterschrift des Kassiers gefälscht haben, um so die Vollmacht für das IG-Konto zu erlangen.

Beteuert seine Unschuld

Auf Anfrage bestätigt Herzig das laufende Verfahren und das Resultat des Gutachtens, sagt aber auch: «Ich beteuere meine Unschuld.» Trotzdem würde er eine allfällige Verurteilung wohl akzeptieren, wie er sagt, weil er wolle, dass der Fall möglichst rasch abgeschlossen werde. Aber ihm sei bewusst, dass er in dieser Sache nur noch verlieren könne.

Armin Kästli, Wirt aus Wimmis und IG-Vizepräsident, stützt seinen Präsidenten. Die Anschuldigungen «haben weder Hand noch Fuss». Hinzu komme, dass auf dem besagten Konto «kein roter Rappen fehlt». Die Anzeige gegen Herzig sei vielmehr ein Racheakt des Ex-Kassiers. Weil dieser seinen Ausschluss nicht habe akzeptieren können, habe er sich mit einer Anzeige gewehrt. Das tat auch Herzig: Er hat den früheren Kassier wegen Persönlichkeitsverletzung angezeigt.

Dieser bestätigt, dass er aus der IG hätte ausgeschlossen werden sollen. Es sei aber falsch, dass er seinen Job schlecht erledigt habe. Als Grund für die mutmassliche Unterschriftsfälschung Herzigs gibt er Meinungsverschiedenheiten an. Wie es nun mit den zwei Anzeigen weitergeht, ist unklar. Offen ist auch Herzigs Zukunft. Er wolle sich jetzt im Hintergrund halten, sagt er. Eine Rückkehr in die Politik schliesst er indes nicht ganz aus: «Zuerst will ich aber ganz gesund werden.»Dominik Balmer

(Berner Zeitung)

Erstellt: 22.12.2011, 07:53 Uhr

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1 Kommentar

Armin Kästli

22.12.2011, 15:22 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Korrigenda: Patrick Lohri hätte nicht ausgeschlossen werden sollen, er wurde offiziell am 18.10.10 anlässlich der a.O. Mitgliederversammlung einstimmig als Vorstands- und Vereinsmitglied aus der IG Freie Schweizer Wirte ausgeschlossen. Ich habe diesen Ausschluss persönlich zugestimmt. Antworten



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