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Der 8-Millionen-Plan für das Spital

Von Markus Zahno. Aktualisiert am 07.12.2011 2 Kommentare

Da der Kanton nicht mitzahlt, nimmt das Regionalspital Emmental den Umbau des Langnauer Bettenhauses 1 auf eigene Faust in Angriff. Bereits in wenigen Monaten gehts los.

Das Bettenhaus 1: Aus den Vierer- und Fünferzimmern werden bald moderne Zweierzimmer. Im Sommer 2013 soll das Bauprojekt abgeschlossen sein.

Das Bettenhaus 1: Aus den Vierer- und Fünferzimmern werden bald moderne Zweierzimmer. Im Sommer 2013 soll das Bauprojekt abgeschlossen sein.
Bild: Thomas Peter

Im Bettenhaus 1 des Spitals Langnau sind heute drei Stationen mit je rund 20 Betten eingerichtet. Die Patientinnen und Patienten liegen zum Teil zu viert oder zu fünft in den Zimmern. Neu sind noch zwei Stationen mit jeweils 28 Betten vorgesehen – und zwar durchwegs in Zweierzimmern. Auch die Notfallabteilung soll Anpassungen erfahren. Wenn alles rund läuft, beginnen die Bauarbeiten bereits im kommenden Juni und sind im Sommer 2013 abgeschlossen. Derzeit liegt das Baugesuch öffentlich auf.

Insgesamt kostet das Vorhaben 8 Millionen Franken. Finanziert wird es mit Geld, welches das Regionalspital Emmental (RSE) in letzter Zeit auf die Seite legen konnte. Aus dem kantonalen Spitalinvestitionsfonds gibt es bekanntlich nichts – ebenso wenig wie anschliessend für die Erneuerung des Spitals in Burgdorf, die bis 2015 fertig sein soll und um die 45 Millionen Franken kosten wird. Für dieses Projekt sei man mit Banken und anderen potenziellen Investoren in Verhandlung. «Und es sieht gut aus. Wir können sogar auswählen», sagt Adrian Schmitter, CEO des Regionalspitals Emmental.

Vorwärtsstrategie

Das ist eine erstaunliche Entwicklung, hiess es beim Kanton doch noch vor kurzem, das RSE sei «nicht in der Lage, die aktuelle Infrastruktur seiner beiden Standorte in Zukunft selbsttragend zu finanzieren». Deshalb gebe es für derartige Bauprojekte keine öffentlichen Gelder. Schmitter dagegen ist überzeugt, dass das RSE seine Rentabilität beweisen wird. Schon jetzt gehöre es zu den drei günstigsten Spitälern im Kanton, und die Zahl der Patienten wie auch der Schweregrad der Eingriffe nehme zu.

Mit dem Umbau will sich das Spital «fitter machen für den Wettbewerb». Denn damit liessen sich die Betriebskosten senken: Mit zwei statt wie bisher drei Stationen seien in der Nacht zum Beispiel noch zwei statt drei Pflegende nötig, erklärt Schmitter. Mit öffentlichen Geldern bauen zu können, sei für die anderen Spitäler nicht nur ein Vorteil. «Bis die Politik die Kredite gesprochen hat und die Aufträge international ausgeschrieben worden sind, vergeht viel Zeit.» Das RSE dagegen könne rasch handeln und auf neue Bedürfnisse eingehen. Oder um es bildlich zu sagen: «Nicht der Grössere wird den Kleineren fressen, sondern der Schnellere den Langsameren.» Im Kanton Aargau, wo Schmitter früher wirkte, sei das kleinste Spital massiv günstiger als die anderen.

Mit zwei Standorten

Ob es nicht gescheiter wäre, künftig nur noch auf Langnau zu setzen, statt an beiden Standorten festzuhalten und so Gefahr zu laufen, plötzlich gar kein Spital mehr zu haben? Am Publikumsvortrag «Eishockey und Spital – beides gehört zu Langnau» stellt jemand diese Frage, und Adrian Schmitter weiss rasch Antwort: «Die Frage ist doch vielmehr, ob das Emmental Anrecht auf eine medizinische Grundversorgung hat oder zu einer Region zweiter Klasse wird.» Er ist von Ersterem überzeugt. Und da es in der Region bereits heute weniger Spitalbetten gebe als in einem Schwellenland wie Mexiko, sei die 2-Standorte-Strategie mit Langnau und Burgdorf berechtigt.

Während des Umbaus im Langnauer Bettenhaus 1 werden die Patientinnen und Patienten übrigens ins Bettenhaus 2 verlegt. Ob dieses danach als Ärztehaus genutzt wird, ist noch unklar. Man sei derzeit in Verhandlung – mit interessierten Ärzten ebenso wie mit der Spitex und weiteren Anbietern aus dem Pflegebereich, so Schmitter. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2011, 08:37 Uhr

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2 Kommentare

gloor max

08.12.2011, 07:37 Uhr
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und wieder giebt man millionen aus dass müssen die krankenkassen wieder alles tragen Antworten



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