Region
Burgdorf wird weniger gigantisch
Von Markus Zahno. Aktualisiert am 25.08.2010 1 Kommentar
In Frauenfeld, um zu lernen: Der Burgdorfer OK-Präsident Andreas Aebi (links) mit Geschäftsführer Patrick Sommer. (Bild: Markus Zahno)
Applaus für die Emmentaler
Im Schlussakt des «Eidgenössischen» in Frauenfeld hatte Burgdorf 2013 einen ersten grossen Auftritt: Begleitet von einem Käsefuhrwerk und Berner Sennenhunden, schritten das OK, zwölf Jungschwinger und 188 Jodler in die Arena, wo sie den «Trueber Bueb» anstimmten. Die Leute auf den Rängen applaudierten – und einige sangen sogar mit.
250'000 Besucher, 3400 freiwillige Helfer, 200'000 Liter Bier: Schon nur die Zahlen zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2010 in Frauenfeld beeindrucken. Noch imposanter wirkt das Fest aus der Helikopterperspektive: im Vordergrund die sechseckige Arena, darum herum all die Sponsoren- und Festzelte und die Parkplätze. 70 Hektaren umfasst das Festgelände auf der Frauenfelder Allmend, es ist damit deutlich grösser als die Ey zwischen Burgdorf und Kirchberg, wo 2013 das nächste «Eidgenössische» stattfinden wird. Auch gibt es im Emmental keine Kaserne und keine Armeehallen, die wie in Frauenfeld für die Schwingfest-Infrastruktur benutzt werden könnten.
«Ja, wir haben andere Voraussetzungen», sagt Andreas Aebi, Nationalrat und Präsident von Burgdorf 2013. Er und weitere Schlüsselfiguren des bereits 80-köpfigen Organisationskomitees haben das Wochenende in Frauenfeld verbracht, um zu lernen. Sie haben sich mit ihren Ostschweizer Kollegen zu Sitzungen getroffen, Anlagen und Abläufe besichtigt und sich ständig Notizen gemacht.
Den Umsatz verdreifacht
Das «Eidgenössische» 2010 sei «ein gewaltiges Fest» gewesen, bilanziert Aebi kurz nach dem Schlussakt. Eine Erkenntnis lautet denn auch: genügend Reserve einplanen. So rechnete das Frauenfelder OK am Freitagabend mit 30'000 Besucher, gekommen sind 50'000. Oder statt der maximal erwarteten 1000 Wohnwagen trafen 1600 ein. Andreas Aebi kann sich vorstellen, bei Burgdorf 2013 nicht einen einzigen Campingplatz anzubieten, sondern «etwas Dezentrales zu machen». Um über Details zu sprechen, sei es allerdings noch zu früh.
Etwas Grundsätzliches zeichnet sich indes bereits ab – und das wird insbesondere Schwingverband-Obmann Ernst Schläpfer freuen. Dieser ist nämlich besorgt darüber, dass die Sponsorenzelte am «Eidgenössischen» allmählich wichtiger würden als das Geschehen in der Schwingarena. Innert sechs Jahren hat sich das Budget des Anlasses verdreifacht, von 7 Millionen (Luzern 2004) auf 21 Millionen (Frauenfeld 2010). «Dieser Gigantismus», so Schläpfer, «passt nicht zum Schwingsport.» Andreas Aebi sieht es zwar weniger drastisch, aber auch ihm ist bewusst, dass die Obergrenze wohl erreicht ist. Bei den Ständen ausserhalb der Arena – in Frauenfeld wurde vom Schleifpapier bis zur Unterwäsche alles angeboten – werde Burgdorf 2013 zurückfahren, «schon nur wegen der Platzverhältnisse». Dafür wird voraussichtlich die Arena grösser: Gemäss Geschäftsführer Patrick Sommer sind 5000 bis 6000 Plätze mehr möglich als in Frauenfeld, wo immerhin auch 47'500 Leute Platz fanden.
Den Muni erkoren
So oder so kommt auf die Burgdorfer Organisatoren einiges an Arbeit zu. Als Erstes gelte es nun, die Hauptsponsoren zu engagieren, erklärt Andreas Aebi. Parallel dazu wird die Marketingmaschinerie allmählich hinaufgefahren. Und bereits in wenigen Tagen lernt die Öffentlichkeit das Munikalb kennen, das der Schwingerkönig am 1.September 2013 als Hauptpreis erhält. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.08.2010, 11:16 Uhr
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1 Kommentar
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HANS GUT
Sportlich gesehen war Frauenfeld ein sehr schönes Fest, ein spezielles Kompliment verdient das Einteilungsgremium. Der absolute Höhepunkt des Anlasses war der Festakt, prachtvoll, gehaltvoll und stilvoll. Das Fest darf aber nicht mehr grösser werden. Das Drum und Dran in Frauenfeld war zu gross und hat dem Gesamteindruck geschadet. Aber trotzdem, den Organisatoren ein grosses Kompliment. Hans Gu Antworten