Region
Breite Front für die Nachtzüge
Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 16.03.2009 1 Kommentar
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SBB wehrt sich: «Region steht gut da»
Befindet sich der Oberaargau verkehrstechnisch auf dem Abstellgleis? «Davon kann keine Rede sein», findet Roland Binz, Pressesprecher der SBB. Im Vergleich mit anderen Regionen stehe der Oberaargau immer noch sehr gut da. «Von einem Halbstundentakt im Fernverkehr können andere nur träumen.» Die beiden Nachtzüge habe die SBB nur deshalb gestrichen, weil die Nachfrage zu klein sei. «Vor allem der Interregio 0.10 Uhr ab Zürich wurde unter der Woche kaum benutzt», sagt Binz. Für die SBB habe das Angebot daher keinen Sinn mehr gemacht. Eine weitere Ausdünnung des Fahrplans ist gemäss Roland Binz momentan nicht geplant. ste
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Diesen Tiefschlag will Adrian Wüthrich, SP-Gemeinderat in Huttwil und Präsident der IG ÖV, nicht ohne weiteres akzeptieren: Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember fehlen dem Oberaargau zwei wichtige Nachtzüge: Gestrichen wurden einerseits der Regioexpress ab Bern um 22.39 Uhr, andererseits der Zug um 0.10 Uhr ab Zürich. Er verkehrt nur noch Freitags und Samstags (wir berichteten).
Wer unter der Woche eine Veranstaltung in Zürich besucht, muss bereits um 23 Uhr auf den Zug – «viel zu früh für Konzerte, lange Filme und Theater», findet Wüthrich und sammelt seit Dezember fleissig Unterschriften. Ohne grössere Aktivitäten ist es bereits gelungen, über 1700 Personen für die Petition zu gewinnen. Getragen wird die Unterschriftensammlung von den SP-Sektionen Burgdorf, Herzogenbuchsee, Huttwil, Langenthal, Roggwil, vom VCS Oberaargau-Emmental und von der Interessengemeinschaft (IG) ÖV.
Magische Zahl: 2239
«Mit diesem Resultat sind wir sehr zufrieden – aber wir wollen noch mehr», betont Wüthrich. Ziel sei die magische Zahl von 2239 Unterschriften. Damit hätten die Initianten genau jene Abfahrtszeit erreicht, die seit Dezember ab Bern nicht mehr gültig ist.
Gegenwind bekommt die SBB auch von den betroffenen Gemeinden zu spüren. Nach Burgdorf und Langenthal ist vor kurzem auch Herzogenbuchsee mit einem Brief an die Bundesbahnen vorstellig geworden: Man sei enttäuscht, schrieb der Gemeinderat nach Bern, dass die Region nur wenige Jahre nach Eröffnung der Bahn 2000 erleben müsse, «dass die SBB ihr Angebot auf der Stammlinie zu Gunsten der Verbindung zwischen den Zentren verkleinert».
Thema für den Bundesrat
Zu reden gibt die Kürzung des Bahnangebotes auch im Bundeshaus. In der Fragestunde des Nationalrats wollte Andreas Aebi, SVP-Nationalrat und Landwirt aus Alchenstorf, kürzlich von Bundesrat Moritz Leuenberger wissen, ob das Bundesamt für Verkehr bereit sei, trotz Zunahme der Passagierzahlen im Fernverkehr von rund 8 Prozent, Kürzungen im Angebot hinzunehmen. Und er fragte, was die SBB unternehme, damit Randregionen nicht noch stärker benachteiligt würden.
In seiner Antwort wies Leuenberger darauf hin, dass der Oberaargau im Vergleich zu anderen Regionen mit ähnlicher Nachfrage ein «überdurchschnittlich gutes Fernverkehrsangebot» besitze. «Dank der Einsparung der Spätverbindung Zürich–Oberaargau war es möglich, den von der Kundschaft mehrfach geforderten zusätzlichen Frühzug für Pendler ab Olten via Langenthal nach Bern einzulegen. Zudem besteht weiterhin eine Frühverbindung von Oberaargau zum Flughafen Zürich.»
«Chancen sind intakt»
Von dieser Reaktion seines Parteikollegen ist SP-Mann Adrian Wüthrich nicht überrascht. Als Verkehrsminister sei Moritz Leuenberger halt «das Sprachrohr der SBB». Positiv werte er hingegen, dass die Botschaft der fehlenden Nachtzüge bereits den Weg nach Bundesbern gefunden habe. «Das zeigt, wie breit der Druck bereits ist», freut sich Adrian Wüthrich. «Unsere Chancen sind nach wie vor intakt, dass es die Nachtzüge ab Fahrplanwechsel 2009/2010 wieder gibt.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 16.03.2009, 09:13 Uhr
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1 Kommentar
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Erich Müller
Ich kann es absolut verstehen, dass die Nachfrage beim 0.10 Zug ab Zürich HB zu klein ist, um unter der Woche betrieben zu werden. Auch der Oberaargau sollte das einsehen, denn wenn jede Region solche Wunschkonzerte anstellt, werden die Billettpreise massiv steigen. Es muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Angebot bestehen! Antworten