Blitzeinschlag: Junger Anwohner löscht Brand in einem Speicher

Das Unwetter vom Donnerstag hat vor allem im Oberaargau, im Emmental und im Aaretal Keller und Strassen überflutet. Im Zusammenhang mit den heftigen Regenfällen gingen bei der Polizei über 50 Meldungen ein. Auf der Gartegg löste ein Blitzeinschlag ein Feuer aus.

1/14 Überreste: Die treibenden Holzstücke erinnern an die verheerenden Unwetter.
Foto: Newspictures

   

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An einzelnen Orten traten auch Bäche über die Ufer oder es kam zu Hangrutschen. Dies sagte Stefan von Below, Sprecher der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage. In Bowil im Emmental wurde der Bahnhof überschwemmt.

Auf der Gartegg bei Langnau schlug ein Blitz in einen unbewohnten Speicher ein. In der Folge brach ein Brand aus. Ein junger Anwohner konnte das Feuer löschen. «Der Anwohner hat sehr gut reagiert und mit Hilfe des Hauslöschpostens des angrenzenden Bauernhauses eine Ausbreitung des Brandes verhindert», teilte Matthieu Gerber, Kommandant Pikett Feuerwehr Langnau, am Donnerstagabend gegenüber bernerzeitung.ch mit. Die Arbeiten der Feuerwehr Langnau hätten sich auf die Nachkontrolle mit Hilfe der Wärmebildkamera beschränkt. Verletzt wurde niemand.

Dorfbach tritt über die Ufer

In Melchnau ist am Donnerstag der Dorfbach über die Ufer getreten. Die Dorfstrasse musste deshalb vorübergehend gesperrt werden.Wer am Donnerstagmorgen den Dorfkern von Melchnau durchschreiten wollte, hatte hoffentlich seine Gummistiefel eingepackt, denn er musste durch knietiefes Wasser waten.

Kurz nach 9 Uhr ist bei der örtlichen Feuerwehrstelle die Meldung eingegangen, dass der Bach vom Oberdorf her die Ufer übertreten hat. Die Dorfstrasse musste für mehrere Stunden gesperrt werden.

«Ist man sich gewöhnt»

Nasse Füsse sind für die Anwohner von Melchnau mittlerweile nichts Neues mehr. Erinnert sei nur an das grosse Hochwasser von 2007, das weite Teile der ganzen Region unter Wasser setzte. Auch Susanna Niklaus, deren Metzgerei heuer wieder betroffen war, stellt fest: «An das Hochwasser hat man sich hier mittlerweile gewöhnt.» Und Niklaus hat vorgesorgt: Die Kellerfenster der Metzgerei wurden mit Eisenplatten zugedeckt. Auch wenn damit das Gröbste abgewehrt werden konnte, ging das Hochwasser nicht spurlos an der Metzgerei vorbei: «Das Wasser kam durch die Wände und hat alles durchgeweicht.»

Kurz vor 12 Uhr war das meiste Wasser abgeflossen, und die ersten Autos fuhren wieder durch das Dorf. Zurück liess das Unwetter Steine, Dreck und Sand, die bis vor die Haustüren geschwemmt worden waren. Für die Feuerwehr begann die Arbeit nun erst richtig: «Sobald der Fluss zurückgetreten ist, geht es ans Auspumpen», so Feuerwehrkommandant Jakob Dambach. Zupacken mussten er und seine Männer unter anderem in der Landi, wo der Keller einen halben Meter unter Wasser stand. Auch hier lief alles glimpflich ab: «Es entstand kein grösserer Schaden», sagt Geschäftsführer Peter Stalder. «Nur eine Schweinerei.»

Langete - Bereit zum Notablass

Auch im Langetental galt gestern Hochwasseralarm, weil die Langete kritisch stark angestiegen und teilweise überlaufen war. Alarmbereitschaft herrschte gestern Donnerstag auch im Langetental bis hinunter nach Langenthal. Nach den heftigen Gewittern vom Vormittag war der Hochwasseralarm ausgelöst worden. Bei der Kantonspolizei gingen zahlreiche Meldungen ein, in mehreren Gemeinden mussten die Feuerwehren ausrücken.

Stärker betroffen war Lotzwil, wo die Langete kurz über die Ufer trat. Mehrere Keller mussten ausgepumpt werden. «An einer Stelle stand das Wasser einen Meter hoch», sagte Stephan Lanz, Kommandant der Feuerwehr Lotzwil-Rütschelen.

«Glimpflich davongekommen» sind diesmal die Huttwiler, wie der dortige Feuerwehrkommandant Christian Bärtschi auf Anfrage erklärte. Weil die Langete gegen 10 Uhr im Gebiet Stalden stark anstieg, musste die Feuerwehr zwar ausrücken, zur Überschwemmung kam es aber nicht.

Auch in Langenthal waren Mitarbeiter des Werkhofs in Bereitschaft. Weil die Langete auch da stark angestiegen war, wurde der Notablass beim Choufhüsi prophylaktisch freigelegt. Zum Einsatz kam er aber nicht. Bereits gegen Mittag hatte sich die Situation beruhigt, und der Wasserpegel begann wieder zu sinken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.07.2010, 10:00 Uhr

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