Bald stehen Baumaschinen in der Emme

Beim Gohlhaus soll das Emme-Wehr um 80 Zentimeter abgesenkt werden. Damit wird das Kleinkraftwerk wieder ein Thema.

Die Schwelle bei den Brücken im Gohlhaus soll um 80 Zentimeter abgesenkt werden. Damit 
die Einwohner im Unterdorf von Lützelflüh besser vor Hochwasser geschützt sind.

Die Schwelle bei den Brücken im Gohlhaus soll um 80 Zentimeter abgesenkt werden. Damit die Einwohner im Unterdorf von Lützelflüh besser vor Hochwasser geschützt sind.
Bild: Thomas Peter

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Im kommenden Sommer bleibt noch alles beim Alten: Bei starken Gewittern, wenn die Emme Hochwasser führt, bleibt es für die Bewohner des Unterdorfs Lützelflüh ungemütlich. Die Gefahr, dass sich Kellergeschosse mit Wasser füllen, hält an. Aber im Sommer 2011 sollten die Hausbesitzer unterhalb des Gohlhauses allfälligen Unwettern ruhiger entgegenblicken können. Denn jetzt hat die zweite Sektion des Schwellenverbands Emme ein Bauvorhaben publiziert, mit dem das Gebiet Gohlhaus vor Hochwasser geschützt werden soll. Auch die drei Brücken, die dort über die Emme führen, sollten künftig nicht mehr gefährdet sein.

Das Bauprojekt sieht vor, das heutige Wehr in der Emme um 80 Zentimeter abzusenken, damit mehr Wasser unter den Brücken durchfliessen kann und Überschwemmungen vermieden werden. Dafür und für weitere Anpassungen in der Emme müssen Baupisten durch den Wald errichtet werden. Die zu rodenden Flächen würden wieder aufgeforstet, sagt Hanspeter Christen, Präsident des Schwellenverbands. Er rechnet mit Baukosten von rund einer Million Franken.

Zwei bis drei Monate

Christen rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis drei Monaten. Gebaut wird nächsten Winter, während der wasserarmen Zeit. Einsprachen befürchtet er keine. «Das Bauvorhaben entspricht einem Bedürfnis der Leute, die dort wohnen», betont er.

Das Bauvorhaben des Schwellenverbands hat Auswirkungen auf das Kleinkraftwerk, an dem seit dem Jahr 2000 geplant wird. «Durch unser Projekt wird dieses bewilligungswürdig», sagt Christen. Aber warten, bis die Kraftwerk Gohlhaus AG mit dem Bau loslegen würde, mochte der Schwellenverband nicht. «Wir wollten den Einwohnern entgegenkommen, egal, ob das Kraftwerk bewilligt wird.»

Ein zweites Gesuch

Fritz von Gunten, Präsident der Kraftwerk Gohlhaus AG, hofft, dass das zweite Konzessionsgesuch diesen Frühling publiziert werden kann. Als das erste Gesuch lief, brachte das Hochwasser aus dem Jahr 2005 die Pläne ins Wanken. Die Kraftwerk Gohlhaus AG sistierte ihr Projekt. Gegenwärtig werde es auf die Hochwasserschutzmassnahmen des Schwellenverbands abgestimmt, danach werde das Gesuch neu aufgelegt, sagt von Gunten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.02.2010, 08:49 Uhr

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